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“Die Deutschen sind wieder hier” stellen viele
Florida-Geschäftsleute zufrieden fest. Nach
einer dreijährigen Pause scheinen die Deutschen erneut großes
Interesse für Florida zu zeigen. Natürlich hatten sie den Sonnenstaat
nicht komplett verlassen: Viele deutsche Bürger besitzen
Investitionen, eine zweite Wohnung oder Freunde in Florida, die sie
während der Ferien und an Festtagen besuchen. Andere konnten sich
nicht vom perfekten Wetter oder von den weißen Sandstränden trennen.
Doch der hohe Dollarkurs in den letzten Jahren veranlasste viele
Deutsche, geplante Investitionen in Florida auf Eis zu legen, bis der
Euro wieder stärker war. Sogar deutsche Touristen fanden, dass sie
sich längere Ferien in Florida oder mehrere Besuche pro Jahr nicht
mehr so einfach leisten konnten wie während der 90er Jahre. In der
Zwischenzeit ist der Euro gestiegen. Viele deutsche Besucher sagen
jedoch, dass der bessere Kurs allein sie nicht dazu bewegte,
zurückzukommen.
Es gibt eine Reihe von anderen Gründen, weshalb viele von ihnen
Florida wieder als zweite Heimat in Betracht ziehen. Diese Gründe sind
erstaunlich verschieden und haben nicht nur mit dem sonnigen Wetter zu
tun. Denn viele Deutsche, die heute nach Florida kommen, wollen den
Sunshine-State als ihre neue Heimat wählen. Sie möchten einwandern und
nicht nur einen Besuch abstatten, sie wollen sich ein neues Heim
anschaffen, nicht eine zweite Wohnung.
Täglich erhalten wir in unserer Kanzlei Anfragen von deutschen
Besuchern, die wissen möchten, wie sie in Florida leben und arbeiten
können. Bei den Antragstellern handelt es sich nicht mehr nur um
finanziell gesicherte und pensionierte Bürger, sondern um jüngere
Leute, die noch in Deutschland arbeiten oder Besitzer eines
Kleinbetriebes sind. Diese können “visa-technisch” als “spezielle
Fachkräfte” anstatt als Manager oder Firmenleiter eingestuft werden.
Der erste Grund zum Auswandern ist wirtschaftlicher Natur, gefolgt von
politischen und sozialen Bedenken. Wir hören ständig, dass es für
deutsche Kleinbetriebe immer härter wird, in der aktuellen Konjunktur
zu überleben und dass die Zukunft auch nicht rosig aussieht. Die
Steuern werden als zu hoch beschrieben. Es wird geklagt, dass
Angestellte oft Lohnerhöhungen fordern, die die Firmen sich nicht
leisten können. Eine weitere Befürchtung ist, dass Konkurrenz aus
osteuropäischen Ländern die Marktbestimmungen weiterhin verändern
werden. Unsere Klienten fürchten um ihre Arbeitsstelle oder ums
Überleben ihres Unternehmens. Viele Deutsche sind auch nicht
begeistert von den anti-amerikanischen Gefühlen, die sich in ihrem
Land verbreiten.
Was bedeutet dies für den Staat Florida? Wohl zum einen, dass
spezialisierte Fachkräfte, die vor allem in der Bau-, Restaurant- und
Hotelindustrie in Florida fehlen, interessiert sind, sich dort
niederzulassen. Die komplizierte Einwanderungsgesetzgebung bringt es
jedoch mit sich, dass es trotz Mangel an Fachkräften nicht einfach
ist, einen Job zu finden. Oft dauert es Jahre, bis ein US-Arbeitgeber
die Erlaubnis erhält, einen bestimmten ausländischen Arbeitnehmer
einzustellen. Es gibt Wege zum Erfolg, aber sie sind nicht alle
einfach erreichbar. Hier werden kurz die Wichtigsten vorgestellt.
L1-Visa
Normalerweise raten wir unseren ausreisewilligen Klienten, ihre Firma
in Deutschland nicht zu verkaufen. Mit einem qualifizierenden Geschäft
in Deutschland und der Schaffung einer Filiale in den USA könnte auf
sie das L-1 innerbetriebliche Versetzungsvisa für Manager und
Firmenbesitzer zutreffen. Mit diesem Visum kann man sich auch später
für die Greencard qualifizieren.
H-1B-Visum
Mit einem Universitätsdiplom oder einer 12-jährigen Berufserfahrung
kann man in einer qualifizierenden Position für das H-1B Visum
gesponsert werden.
E2-Visum
Für viele Deutsche ist das E-2 Investorenvisum das bevorzugte Visum.
Eine Investition von $50,000 kann genügen, um sich zu qualifizieren,
wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Einer unserer Klienten
hat sich für dieses Visum mit einer Investition von nur $30,000
qualifiziert.
E1-Visum
Wenn man eine US-Handelsfirma gründet, die regelmäßig wesentliche
Transaktionen mit Deutschland tätigt, kann man ohne größere
Investition ein E-1 Visum beantragen.
O-Visum
Ein Visum, das oft übersehen wird, ist das O-Visum für
“außergewöhnliche” Ausländer. Um sich für dieses Visum zu
qualifizieren, muss man als außergewöhnlich in einer bestimmten
Aktivität oder Arbeitsbranche anerkannt sein.
Für diese neue Welle von potentiellen deutschen Einwanderern wird es
eine Herausforderung sein, in Florida Arbeit zu finden, ein Geschäft
zu kaufen oder aufzubauen. Doch geschichtlich betrachtet haben sich
deutsche Einwanderer in Amerika immer gut und erfolgreich eingelebt.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sich Floridas Geschäftswelt darauf
vorbereitet, diese neuen deutschen Einwanderer mit offenen Armen zu
empfangen.
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Peter J. Jaensch, Rechtsanwalt in
Sarasota, Florida, praktiziert Einwanderungsrecht und schreibt
regelmäßig für Florida Sun.
Telefon (941) 366-9841
E-mail:
peterj@visaamerica.com |
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