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Ökologische Touren abseits der ausgetretenen Pfade

  

Mit den Seminolen-Indianern die Everglades erleben

Im Interview:
Lee Tiger, Direktor für touristische Entwicklung der Seminolen Indianer

Was unterscheidet die Everglades Touren der Seminolen von denen anderer Anbieter?
Die Seminolen sind die Ureinwohner der Everglades. Wer kann besser das delikate Ökosystem dieser einzigartigen Landschaft Besuchern nahe bringen, als die Menschen, die damit so stark verbunden sind? Wir entwickelten ein einzigartiges Komplett-Programm für den Touristen. Bei uns kann man durch die Big Cypress wandern, mit dem Airboot, Swamp-Buggy oder Kanu durch die Everglades fahren, Wildtiere beobachten, ein Indianerdorf aus dem 18. Jahrhundert besichtigen, über Kunst und Handwerk der Seminolen in einem hervorragenden Museum erfahren, indianische Delikatessen probieren sowie in einer traditionellen Seminolen-Hütte übernachten. Und vieles davon zu den Preisen von normalen Anbietern.

Seit wann bieten die Seminolen Tourismus an?
Das geht bis Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Damals begannen die Seminolen mit dem Verkauf von Indianerkunst und Alligatorenringen am Straßenrand. Das war zu dieser Zeit leider ein unorganisiertes zur Schau stellen unserer Menschen. 1979 entwickelte ich Tourismus bei den Micosuukee-Indianern, Anfang der 90er Jahre engagierte mich der Seminolen Stamm, um seinem Tourismus auf die Beine zu helfen.

Wer besucht Ihre Touren?
Wir haben Gäste aus der ganzen Welt. Oftmals wollen Sie nicht nur die Everglades sehen, sondern auch über die Geschichte und das Leben der Seminolen erfahren. Bei uns erhalten sie beides direkt vor Ort. Die Besucher schätzen, dass sie bei uns die Everglades und Indianer authentisch erleben und nicht irgendein nachgestelltes Indianerdorf besuchen.
Unser größter europäischer Markt ist Deutschland, gefolgt von Skandinavien und Island. Wir arbeiten sehr eng mit deutschen Reiseveranstaltern wie CA Ferntouristik, Meyers Weltreisen, TUI und LTU zusammen.
 
Worin sehen Sie das große Interesse deutscher Besucher an Indianern?
Die Deutschen mögen Natur und ökologischen Tourismus. Sie interessieren sich für Kulturen und Traditionen und scheinen besonders Indianer ins Herz geschlossen zu haben. Es gibt in Deutschland so viele Indianer-Klubs und ich glaube, dass Karl May viel damit zu tun hat. Er stellt uns in seinen Büchern als sehr spirituell, mystisch und naturliebend dar. Das hilft uns in diesen Tagen, erfolgreich zu sein.
 
Was hoffen Sie, den Besuchern über Ihre Kultur nahe zu bringen?

In dieser Welt teilt man Menschen gern in Gruppen ein. Wir möchten zeigen, dass wir nicht der typische Hollywood-Indianer sind. Wir fahren im Kanu und reiten keine Pferde. Wer uns besucht lernt, dass jeder Stamm seine eigenen Traditionen und Lebensweise besitzt. Bei uns kommt man der Realität und auch sich selbst ein Stück näher.
 

Mehr Informationen:

Wer Lee Tiger kontaktieren möchte, kann das gerne unter 
Tel: (954) 370-3900 oder Leetiger@ask.net 


Lee Tiger (2. v.l.)
Direktor für touristische Entwicklung
der Seminolen Indianer

 

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