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FKK in Florida

                                                                                                           Von Kerstin Schnabel-Macloud

Ein Nudistenphilosoph hat einmal gesagt: “Nackt und umgeben mit Rechtschaffenheit zu sein ist weitaus besser, als prächtig gekleidet und geplagt durch Scham vor dem Körper.” Und Michelangelo meinte: “Welcher Geist ist so leer und blind, der nicht die Tatsache erkennen kann, dass der Fuß vornehmer als der Schuh ist und die Haut schöner als das Gewand, mit dem sie bekleidet ist?” Die Nacktkörperkultur hat ihren Ursprung bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Was in Europa schon seit über 100 Jahren ein Teil der Kultur ist, befindet sich in Amerika noch in den Kinderschuhen.

Wer hätte es gedacht? Auch in den USA ist das Adamskostüm in Touristenregionen an bestimmten Stränden und in einigen Hotelresorts oder auch Bars kein Tabu mehr, auch wenn dies von vielen Einheimischen noch mit großer Skepsis und teilweise vehementer Ablehnung betrachtet wird. Frei nach dem Motto: In Amerika tut man alles, aber bitte hinter geschlossenen Vorhängen, und man spricht nicht darüber. Selbst eine Dose Bier, die man im Laden kauft, wird mit einem verhüllenden braunen Papiertütchen versehen, damit auch ja keiner sieht, dass man seinen Durst mit Alkohol löscht. Soviel zum Puritanismus der Amerikaner, der aber nicht Gegenstand dieses Artikels sein soll. Vorgestellt werden sollen Orte in Florida, an denen auch die Fans der Nackbadekultur nicht zu kurz kommen. Übrigens gibt es in den USA schon seit 1931 die American Association for Nude Recreation (amerikanische FKK-Vereinigung), die 50.000 Mitglieder zählt und 267 Clubs, Resorts und Campingplätze vereint.

In Miami Beach, genau am Haulover Beach, ist einer der bekanntesten und der am besten besuchte öffentliche FKK-Strand in den USA. Es heißt allerdings “clothing optional”, also man darf, aber muss nicht. Das hat immer wieder ein paar “Spanner” zur Folge, die einfach am Strand entlang laufen und sich amüsieren. Für Frauen, die gern allein an den Beach gehen, um sich zu entspannen, kann diese Tatsache manchmal ziemlich unangenehm sein, da lästige und plumpe Anmache nicht selten ist. Einige Männer, die an diese freizügige Kultur im europäischen Stil nicht gewöhnt sind, meinen, dass Frauen zur Partnersuche dort hin gehen. In Begleitung eines Mannes ist man davor geschützt. Die Lifeguard, die gleich nebenan ihren Turm hat, versucht alles, um eine schöne Atmosphäre zu schaffen, der herrliche Sandstrand ist breit und sauber.

Paradise Lakes, das größte FKK-Resort in den USA mit etwa 75.000 Besuchern im Jahr, findet man in Land ‘o Lakes, gleich neben Tampa – ein sehr gepflegtes und familienfreundliches Nudistenzentrum, das für jeden Geschmack etwas zu bieten hat: ein Restaurant, verschiedene Pools mit Bar, Nachtklub, Spa mit Fitnessstudio, Joga und vielen Aktivitäten wie Wasservolleyball, Pyjamapartys oder auch Tanz im Adams- und Evakostüm. Der herzliche und offene Umgang zwischen Besuchern und permanenten Bewohnern macht es für jeden Reisenden, ob nun Single, Pärchen oder Familie, sehr einfach, Kontakt zu knüpfen und Anschluss an die Gemeinschaft zu finden. Die Preise für die 90 Zimmer bewegen sich zwischen $70 und $160 pro Nacht plus eine Pauschale für die Resortnutzung ($16 bis $26/Tag).
www.paradisecondo.com/plresort.htm

Cypress Cove in Kissimmee bei Orlando ist ein FKK-Hotelkomplex in unberührter Natur mit einem herrlichen See zum Paddeln, Schwimmen, Kanufahren, Angeln oder einfach für einen romantischen Spaziergang die Bucht entlang. Es gibt zwei Pools, zwei Whirlpools, einen Kinderspielplatz, Tennis, Minigolf, Volleyball, Shuffleboard als auch verschiedene Restaurants und Bars. Eine schöne und warme Atmosphäre heisst jeden Touristen willkommen. Mickey Mouse und alle anderen Attraktionen in Orlando sind nur eine halbe Stunde Fahrt entfernt, so dass man Entspannung und Action problemlos verbinden kann. Zimmer gibt es zwischen $63 und $133/Nacht.
www.cypresscoveresort.com

Das Atlantic Shores in Key West, gehalten im tropischen Art-Déco-Stil, ist das einzige seiner Art in Key West mit direktem Zugang zum Meer. Am Pool mit Blick aufs Meer ist FKK erlaubt. Das Resort bietet Hotelzimmer, aber auch kleine Studios mit Kücheneinrichtung. Sonntags gibt es “Tea by the Sea” und am Donnerstag jeweils Kino auf der Leinwand im Freien mit Cocktails – eine tolle Möglichkeit, Einwohner und Besucher von Key West kennen zu lernen. Die Zimmerpreise gehen von $80 bis $295 je nach Saison. Und die weltbekannte und weltoffene, südlichste Stadt der USA – besonders berühmt durch Hemingway und Jimmy Buffet – hat natürlich noch viel mehr zu bieten.
www.atlanticshoresresort.com

So zum Beispiel den “Garden of Eden” – die einzige “clothing optional”-
Bar in Key West. Diese tropische Oase auf dem Dach des Bull-&-Whistle-Komplexes mit Blick auf die Altstadt an der Duval Street lädt zum nackten Sonnenbaden auf bequemen Strandliegen ein mit einem der kühlen, täglich wechselnden Spezialdrinks. Wenn es dennoch zu heiß wird, kann man sich in den Duschen erfrischen. Der Sonnenuntergang wird als “Naked Sunset” gefeiert; ab 17 Uhr gibt es Live-Musik, phantasievolle Körperbemalungen und einfach nur Fun in dieser total entspannten Umgebung. Von 9 Uhr abends bis halb 3 in der Früh werden verrückte Discorhythmen allen Tanzwütigen gerecht. Warum die Rolling Stones den “Garden of Eden” als das am besten behütete Geheimnis von Key West bezeichnet haben, muss man selbst herausfinden. www.thebullandwhistle.com/eden.htm

Nude-Flug mit NAKED-AIR nach Mexiko vom 3. bis zum 10. Mai 2003
Kann man das glauben? Im prüden Amerika wird im Mai dieses Jahres der erste Nudisten-Flug in die Lüfte gehen, und zwar von Miami nach Mexiko ins El Dorado Resort & Spa in Cancun, ein FKK-Hotel vom Feinsten, speziell für diese Woche. Sobald die Flughöhe erreicht ist, kann man sich aller einengenden Kostüme entledigen und das Nacktsein zelebrieren. Castaways Travel hat eine Boeing 727 für 172 Personen gechartert - der Name der Airline wird für den Datenschutz der Passagiere noch bedeckt gehalten. Fliegen macht neue Geschichte - nackte Geschichte! Der Jungfern-FKK-Flug wird für $499 als Roundtrip angeboten, alle Steuern eingeschlossen, und es gibt noch freie Plätze! Während der gesamten Woche braucht man sich nur in der Hotelhalle mit Rezeption und im Restaurant etwas anzuziehen, alle anderen Bereiche sind pudelnackt! Der Hotelaufenthalt als “All Inclusive” kostet zwischen $770 und $1050 pro Person.Wer diese bisher noch einmalige Gelegenheit nicht verpassen möchte, findet hier weitere Infos und die Möglichkeit zu buchen: www.castawaystravel.com/menu.htm

Mehr Informationen


Frühstück im Adamskostüm
im Cypress Cove Resort;


Wie im Paradies: FKK-Strand Haulover Beach
 


“Ganz ohne” durch die Idylle: Kajak fahrender Nudist im
Resort Sunsport Gardens


Oben & Unten:
Pool im Paradise Lakes Resort

 

 

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