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Amerikanische Lebensart Football

  

 Laut, rau und gewalttätig - das Leben als Vollkontaktsport wird “Any Given Sunday” (an irgendeinem Sonntag) in den amerikanischen Footballstadien ausgetragen, wie jener Film mit Al Pacino, der das Treiben der Miami Sharks, einer fiktiven Football-Mannschaft in Miami, verfolgt. Das Catchen ausgenommen, das in den USA eher an Schauspielerei erinnert, gibt es in den USA keine andere Sportart, die so sehr an das alte Rom erinnert. Dabei wird an diesen Sonntagen eher amerikanische Geschichte zelebriert, wenn Dreizentnerkolosse bei den “Cowboys” gegen die “Redskins” um jeden Meter Boden kämpfen.

Wenn Baseball Country-Musik und Basketball Rap-Musik darstellt, dann ist Football Heavy Metal. Obwohl Baseball als die amerikanischste aller Sportarten gilt, hat in Wirklichkeit Football alle anderen Sportarten in der Gunst der Zuschauer überholt. Das liegt zum einen daran, dass die Saison relativ kurz von September bis Januar läuft, aber auch, dass die Spiele in der Regel am Wochenende stattfinden und dass es auf der College-Ebene ebenfalls die wichtigste Sportart ist.

Ein fester Bestandteil der amerikanischen Lebensart sind Tailgate-Parties, wobei sich Freunde auf dem Parkplatz bereits Stunden vor dem Spiel zum Grillen und Biertrinken versammeln, eine Mischung aus Campen und Picknicken. In Chicago wird dies im Winter selbst in der Tiefgarage durchgeführt! In Florida spielt der Football als Sportart eine überragende Rolle; gleich drei Mannschaften spielen in der obersten Liga, der NFL: Miami Dolphins, Tampa Bay Buccaneers und Jacksonville Jaguars. Im College-Football sind die Rivalitäten zwischen der University of Florida (Gators) und der Florida State University (Seminoles) Legende, doch stellt die University of Miami (Hurricanes) den amtierenden US-Collegemeister. Viele der bekanntesten NFL-Spieler entstammen diesen drei Uni-Programmen. College-Football unterscheidet sich von dem der Profis durch den Spieltag (samstags), etwas mehr Ecken und Kanten im Spiel, kompensiert aber durch eine deutlich bessere Stimmung und ein geringeres Maß an Kommerzialität.

Am Ende eines jeden Unijahres findet die Draft statt, bei dem die besten Uni-Spieler von den Profiklubs angeheuert werden, und zwar nach einem festen System, bei dem die schlechteste Mannschaft der letzten Saison sich zuerst einen Spieler aussuchen darf.

Gerade in der Umgebung von Miami haben sich einige Footballspieler manifestiert: Don Shula war viele Jahre Trainer der Dolphins und die Nummer 13, Dan Marino galt bis zu seinem Abschied als der beste Quarterback (Spielführer), der nie ein Superbowl gewann.

In den Grundzügen erinnert Football an Rugby, doch haben die letzteren Spieler nur ein zahnloses Lächeln für die einstudierten Spielzüge oder für den massiven Polsterschutz der US-Footballspieler übrig. Das Footballspiel selbst unterscheidet sich erheblich von vielen anderen Sportarten, indem fast alle Spielzüge genauestens vorhergeplant sind. Meisten gewinnt also diejenige Mannschaft, welche die Ausführung des vorgegebenen Plans besser durchführen kann.

Nach 16 Spielen der regulären Saison beginnen einige Ausscheidungsrunden, die dann im Endspiel, dem Superbowl, gipfeln, das auch das Ereignis schlechthin in den USA darstellt. Ein 30-Sekunden-Werbespot während der Superbowl kostet über eine Million US-Dollar.

Mehr Informationen:


Football-Regeln

Punkte können auf dreierlei Art erzielt werden: Touchdowns, Field Goals und Safeties. Am Ende des Spielfeldes sind jeweils zwei Rechtecke, Endzones genannt. Erreicht ein Offensivspieler diese Zone mit dem Ball in der Hand, ist das ein Touchdown, 6 Punkte. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Erlangung eines Extrapunktes (Ball wird zwischen die beiden aufrecht stehenden Torpfosten durchgeschossen oder, wie beim Touchdown, erreicht der Ball in der Hand eines Offensivspielers die Endzone).

Drei Punkte gibt es, wenn der getretene Ball zwischen den Torpfosten oberhalb der Latte durchsegelt. Eine Mannschaft bleibt solange in Ballbesitz, solange sie innerhalb von drei Versuchen jeweils mindestens 10 Yards Raumgewinn erzielt. Schafft sie das nicht, geht der Ball per Kick an die andere Seite über. Ein Spiel dauert 4 x 15 Minuten Nettospielzeit, das ergibt eine etwa 3-stündige Veranstaltung.

Football-Redewendungen

Wie beim Baseball werden Alltagssituationen im amerikanischen Leben mit Football-Redewendungen “gepfeffert”. Vorwiegend Männer bessern damit ihren Wortschatz auf...

  • To score a touchdown: Einen kleinen Sieg errungen

  • 2-minute drill: eine vorbereitete Rede oder Handlung, auf maximale Effizienz gerichtet

  • Third and long: etwas Schwieriges

  • Fourth and long: etwas fast Aussichtsloses

  • Hail Mary (ja, kommt ursprünglich aus der Religion): eine Verzweiflungstat mit geringen Erfolgsaussichten

  • To be sacked: gefeuert werden

 


Touchdown... die Miami Dolphins in Aktion

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