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Offene
Geheimnisse
Viele
Besucher von Florida sehen diesem Staat wie einem Zwielicht entgegen.
Da sind einmal Sonne, Sand und Meer - berechtigterweise zu erwarten.
Andererseits wohnen dort viele Stars und Berühmtheiten, über die man
in den Klatschspalten immer eine Menge Lügen oder auch wahre
Geschichten zu lesen bekommt. Mit ein bisschen journalistischem
Geschick gibt die "Yellow Press" immer Storys zum Besten, die sicher
beides enthalten: Dichtung und Wahrheit. Wer am Abend Miami anfliegt,
wird mit dem Blick auf ein vermeintliches Märchenland belohnt -
überall kleine Inseln mit farbenfreudiger Beleuchtung - eine
zauberhafte Begrüßung!
Millionärsinsel Fisher Island
Das Haus von Gloria Estefan findet man auf einer der ersten
Millionärsinseln - die kubanische Sängerin macht aber nicht einen so
großen Rummel um sich selbst. Sie besitzt auch noch ein kubanisches
Restaurant, das Bongos Café, neben dem neuen Headquarter für American
Airlines und den berühmten Miami-Heat-Stars (das beste Basketball-Team
hier), wo sie erst kürzlich ihren 43. Geburtstag gefeiert hat.
Al Capone, der große Gangster
aus Chicago, hatte hier ein Haus - man sieht aber fast nur das kleine
Bootshaus, wo sein Bodyguard gewohnt hat. Al Capone war aus dem
Gefängnis entlassen worden und starb hier auf der Insel.
Boris
Becker hat auf Fisher Island gelebt, sein Apartment (kein Haus - nur
ein Apartment!) hat ihn eine Million Dollar gekostet - heute gehört es
seiner Ex-Frau Barbara. Auf der gleichen Insel wohnt Liz Taylor - ihr
Apartment ist dekoriert wie im Film Cleopatra. Sie alle genießen
unbegrenzte und unbeobachtete Freiheit auf ihrer Insel - kein
Normalsterblicher darf rauf, man muss eine persönliche Einladung haben
oder dort wohnen!
Da gibt es noch einen, den aber kaum jemand kennt, da er sich außer
mit Geldgeschäften noch nie als ein Künstler hervorgetan hat - Thomas
Kramer. Erzählt wird folgende Geschichte: Thomas Kramer ist der
Schwiegersohn des Besitzers des Burda-Verlags, er hat von seinem
Schwiegervater ein paar Millionen Steuergelder mitgenommen und hier
investiert und den Portofino Tower gebaut, das südlichste Hochhaus in
Miami Beach. Verkauft wurde es natürlich per Parzelle, also per
Apartment - eine Menge Geld wurde dabei verdient. Er konnte sich
danach ein pompöses Haus auf Star Island leisten - das Haus hat sogar
Klimaanlage im Garten, damit seine Gäste sich auch richtig wohl fühlen
- Sonne von oben und Erfrischung von unten! - Die Klimaanlage hat ja
nur 80 000 Dollar gekostet!
Rang und Namen vertreten
Julio Iglesias hat gleich zwei Residenzen in Miami - eine auf Hibiscus
Island und eine am Indian Creek in Miami Beach. Das tolle Haus auf der
Insel ist so groß, dass es angeblich für jede seiner ehemaligen
Geliebten ein Zimmer gibt.
Madonna
ist zwar inzwischen nach England gezogen, um ein Familienleben mit
Mann und Kind zu führen, aber dennoch hat sie hier Geld und Spuren
hinterlassen. Einen Besuch im berühmten Delano-Hotel - ganz im
bizarren Madonna-Stil - an der 17. Straße und Collins Avenue sollte
man sich nicht entgehen lassen. Und an der Washington Avenue und 15.
Straße findet man den Nacht- beziehungsweise Stripklub Madonna.
Sylvester Stallone hat vor kurzem erst sein Haus an der Biscayne Bay
verkauft, da er sein Begehren, die öffentliche Straße vor seinem
Anwesen in eine Privatstraße zu verwandeln, damit ihm lästige Gaffer
und Tourbusse nicht mehr auf die Nerven gehen, bei den Behörden nicht
durchsetzen konnte.
Die
ehemalige Villa von Gianni Versace, dem italienischen Modedesigner,
zwischen 11. und 12. Straße am Ocean Drive - dem berühmten Partystrip
in Miami Beach -, wurde kürzlich für 18,5 Millionen Dollar als
teuerstes Anwesen in Miami Beach verkauft. Vom neuen Besitzer ist wohl
geplant, die mediterrane Villa mit 16 Schlafzimmern wieder als Hotel
anzubieten.
Die hier
gestartete Aufzählung könnte fast unbegrenzt fortgesetzt werden. Heino
(siehe Kasten) hat sich an der Westküste Floridas in Cape Coral
niedergelassen, Otto Waalkes in Fort Lauderdale, Howard Carpendale in
der Nähe von Palm Beach und das Model Markus Schenkenberg in Miami.
Und wer kann es diesen Stars auch verdenken, dass sie sich verhalten
wie alle anderen Schneevögel, wie die Besucher aus dem Norden hier
genannt werden, die nur das Winterhalbjahr in Florida verbringen? Das
wäre ja wohl der Traum eines fast jeden wechselwarmen Menschenkindes,
oder etwa nicht? Dennis Rodman, der drei oder vier Mal im Jahr hier
ist, der Basketballstar, der immer für Aufmerksamkeit und Sensationen
sorgt, hat es ganz treffend ausgedrückt: "Hey, Südflorida ist ein
cooler Ort. Die Frauen sind sexy, das Wetter ist schön, und die Klubs
sind toll. Hier kann ich ich selbst sein."
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Foto: Greater Miami Convention & Visitors Bureau
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