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Cape Canaveral
Die Erde bebte, als die Discovery in den Weltraum flog
 

Auf der Startrampe
Rund um Cape Canaveral weiß es jeder: Um 8.53 Uhr startet die "Discovery" vom Spaceport zur ihrer Weltraummission. Dafür sorgen die nicht zu übersehenden Hinweisschilder entlang der Highways.
Der Tag des Starts beginnt für uns sehr früh. Gegen 6 Uhr stehen wir im Stau, denn viele wollen wie wir dabei sein. Doch nur wenige dürfen die Einfahrt zum Spaceport passieren; akkreditierte Journalisten und NASA-Angestellte; später dann kommen die Gäste, Verwandten und Freunde der Discovery-Crew dazu. Der Rest bleibt draußen, was allerdings keinen der Betroffenen zu stören scheint. Als Zaungäste säumen sie die Straßen, nach einer im Auto verbrachten Nacht und hoffen auf gute Sicht.

Stück für Stück nähern wir uns dem Vehicle Assembly Building, volumenmäßig mit 3 664 833 Kubikmetern eines der größten Gebäude der Welt. Hier werden die Raumfähren in flugbereite Raumschiffe umgewandelt, bevor man sie zur Abschussrampe bringt. Gleich neben dem gigantischen Bau befindet sich die "Press Site" mit Informations- und Pressezentrum, Pressetribüne und den fest installierten Studios von NBC, CBS, ABC und AP.

Gut zwei Stunden vor dem Start sind wir da, über die zahlreichen Monitore hält man uns auf dem Laufenden zu dem, was in der Raumfähre passiert. Die steht bereits auf der Abschussrampe, die im Morgengrauen in ein Lichtermeer getaucht ist - Amerikas Gespür für Effekte. Die Crew ist schon an Bord und mit dem Ankleiden beschäftigt. Wohl ein langwieriges und schwieriges Unterfangen, denn diese brauchen die Hilfe von NASA-Mitarbeitern. Nachdem wir uns im Pressezentrum ausgiebig umgeschaut haben, beginnt das Warten auf den einen Augenblick, - Warten, frieren, gähnen, essen, schauen auf den Monitor - das ist der Lauf der Dinge im Morgengrauen.
 

Als nur noch Minuten auf der riesigen Digitalanzeige unmittelbar vor der Pressetribüne aufleuchten, beginnen wenigstens die Fotografen und Kameraleute ihr geschäftiges Tun. Auf der Suche nach dem besten Blickwinkel fürs Festhalten der entscheidenden Startsekunden scheint mancher dieser Kollegen Kilometerstrecken zurückzulegen; von links nach rechts und wieder zurück, weiter nach vorn oder hinauf auf die Pressetribüne - die Herren und die wenigen Damen sind im Stress. Fernseh- und Rundfunkleute beginnen nun ihrerseits den Countdown, es gibt erste Liveübertragungen mit dem Space-Shuttle im Background. Die Zeitungsreporter indes warten ab und schauen leicht gelangweilt in die Runde. Interessanterweise hatten nicht wenige Redakteure ihre Berichte schon so gut wie drin in den Zeitungsspalten, da war die Crew noch bei der Morgentoilette.

Gerade diese Journalisten bekommen Sorgenfalten auf die Stirn, als neun Minuten vor dem geplanten Abschuss der Countdown wegen Witterungsproblemen gestoppt wird. Um gut eine Stunde verzögert sich das ganze Unternehmen. Inzwischen liegt der US-Spaceport im hellen, wärmenden Sonnenlicht. Es dauert seine Zeit, bis die Startvorbereitungen fortgesetzt werden. Erleichterung nicht nur bei den Presseleuten, als auf der Digitalanzeige die Sekunden "in Bewegung" kommen. Plötzlich erneut Stop bei 3:00 min. Was nun? Nach einer bangen Minute des Wartens geht es weiter. Über den Monitor nehmen wir war, wie sich von der drei Meilen entfernten Abschussrampe zeitlupenartig die Sicherheits- und Zugangsarme vom Shuttle wegbewegen.


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