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Was stellt
man sich unter einem
Amphibienfahrzeug vor?
Landläufig
doch am ehesten ein in Tarnfarben
gehaltenes Vehikel, das zu Wasser
und zu Lande fahren kann. Aber ein
als Ente verkleidetes Amphibienfahrzeug hat die Welt wohl noch nicht
gesehen. Die DivaDuck ist Floridas
erste und einzige amphibische Tour - und führt sowohl über “echte” als
auch über Wasserstraßen!
So richtig konnte ich mir noch nicht vorstellen, was mich erwarten
würde, als ich in meinem Mustang um die Ecke bog. Da stand sie, die
divahafte Ente - blau und gelb und lustig anzusehen. Beim Näherkommen
kann man nun doch erahnen, dass sich unter der bunten Verkleidung ein
panzerartiges Fahrzeug verbirgt, dass so einige Belastungen aushalten
kann. Am Bug ziert die Panzer-Ente ein dicker, fetter Schnabel. Vor
ihr steht die Reiseleiterin Judy, ganz in entengelb gekleidet, mit
einem Wikingerhut auf dem Kopf, aus dem zwei ebenfalls quietschgelbe
Zöpfe heraus baumeln. Beim Einstieg über die Leiter in das fünf Meter
hohe Gefährt verteilt Judy ponchoartige Umhänge mit einem Entenkopf
als Hut – “falls es ‘mal nass wird!” Das nächste Survival-Utensil ist
eine Trillerpfeife in Form eines Schnabels, die jeder der 40 Fahrgäste
gleich einmal ausprobiert. Begleitet vom “Quakkonzert” setzt sich die
DivaDuck jetzt in Bewegung. Von Hand beschriftete Papp-Schildchen
bieten preisgünstige Erfrischungen, Snacks und Regenschirme feil.
Die kommentierte Tour beginnt an der Clematis Street im Herzen von
West Palm Beach. Die verkehrberuhigte Straße hat sich in den letzten
zehn Jahren zum Kultur- und Unterhaltungsviertel gemausert; die
Restaurants und Cafes sind in den Abendstunden und an Wochenenden so
bevölkert, dass der Bürgermeister über eine Besteuerung der
Gastronomie auf Gehwegen nachdenkt. Vorbei an der wunderschön
gestalteten Innenstadt, am Hafen von Palm Beach, über den
spektakulären Blue Heron Causeway bahnt sich die Enten-Diva – mal
tuckernd, mal flitzend – ihren Weg zum kristallklaren Wasser des
Intracostal Waterways, wo sie ihre Räder gegen Schwimmflossen
eintauscht. Müde vom Quaken, schlängeln wir uns zwischen mehreren
Familien hindurch, die gerade ihre Boote von der Anhängerkupplung
ihrer Autos lösen, um sie zu Wasser zu lassen.
Unsere Ente, gar nicht faul, fährt unverhohlen zwischen allen Autos
und Booten hindurch, direkt aufs Wasser zu. Das ist schon ein
komisches Gefühl, in einem Straßenfahrzeug genau aufs Meer zuzufahren,
bei nicht zu verachtender Geschwindigkeit... Glücklicherweise werden
wir vor dem Zu-Wasser-Lassen noch informiert, dass die US-Küstenwache
der DivaDuck mehr Stabilität anerkannt hat als ihrem unmittelbaren
Vorgänger, der zehn Fuß breiten LARC, die als Militär-Modell im weiten
Weltkrieg gebaut wurde. Dann platschen wir einfach ins Wasser.
Angekündigt war die Tour als Musical-Tour, aber die Gute-Laune-Musik
aus der Stereoanlage sollte noch nicht alles gewesen sein. Judy webt
eine Anekdote in ihre Tour-Erklärungen mit ein, sie sei in einem
früheren Leben einmal Opernsängerin gewesen. Zurufe und Klatschen der
Fahrgäste spornen sie dann schließlich zu einem akustischen Bonbon an:
Puccinis “O Mio Bambino”-Arie schallt vom schwankenden Boot zu beiden
Seiten des weiten Kanals herüber zu den prunkvollen Häusern. Vor jeder
der Villen, an denen unsere DivaDuck vorüber schwimmt, ist jeweils
eine mittelgroße Yacht an den privaten Anlegesteg gebunden.
Oft trennt Haus und Yacht eine meterhohe, wie mit dem Lineal gezogene
Heckenwand zum Schutz vor den Blicken neugieriger Ausflugs-Shipper. An
Peanut Island, heute ein Camper-Paradies, machen wir halt und
versuchen, durch Zelte und Wohnwagen hindurch John F. Kennedys
Luftschutzbunker zu erspähen. Der Bunker wurde für den Präsidenten und
seine Familie, die in Palm Beach ihre Winterresidenz hatten, während
der Kubakrise als Schutz vor atomarer Bedrohung gebaut. Außerdem
halten wir Ausschau nach in der Sonne dösenden Manatees - zum Anfassen
sitzen wir allerdings zu hoch zu “Ente”. Auch Schildkröten, Pelikane
und Fischreiher begegnen uns auf der etwas anderen Kreuzfahrt. Dann
steuert der Kapitän die DivaDuck wieder in Richtung Festland, weiter
geht’s gen Süden auf der Strandpromenade Flagler Drive, zurück in die
Innenstadt von West Palm Beach.
In 90 Minuten haben wir nun einige der vielseitigen Vorzüge von Palm
Beach County kennen gelernt: das von Frühjahrs-Shoppern bevölkerte
Zentrum und die gepflegten Grünanlagen des Städtchens, die
Wasserstraßen, die West Palm von Palm Beach trennen, der Heimat der
Reichen und Schönen, und die subtropische Tier- und Pflanzenwelt, in
die wir im wahrsten Sinne des Wortes eingetaucht sind.
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Weitere
Informationen: www.divaduck.com Tel: (561) 844-4188
Abfahrtzeiten ändern sich täglich, deswegen vorher anrufen.
Abfahrtsort: 501 Clematis Street in Downtown West Palm Beach
Ticket: $ 19.95 (plus Tax), Kinder bis zu
10 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen frei.
Informationen über Palm Beach County:
Fremdenverkehrsamt Palm Beach County in Frankfurt, Tel:
+49-69-435664 |
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Reiseleiterin Judy und die DivaDuck

Judy unterhält mit “quak-quak” und Puccini-Arien



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Impressionen von Palm Beach zu Land und
zu Wasser

Vor dem nass werden geschützt
mit “Enten-Ponchos”
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