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Florida Sun Magazine - Das Insiderjournal aus Florida

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Auf einer Ente durch Palm Beach

                   Von Daniela Boettcher

 Was stellt man sich unter einem
Amphibienfahrzeug vor?

Landläufig doch am ehesten ein in Tarnfarben
gehaltenes Vehikel, das zu Wasser und zu Lande fahren kann. Aber ein
als Ente verkleidetes Amphibienfahrzeug hat die Welt wohl noch nicht
gesehen. Die DivaDuck ist Floridas erste und einzige amphibische Tour - und führt sowohl über “echte” als auch über Wasserstraßen!


So richtig konnte ich mir noch nicht vorstellen, was mich erwarten würde, als ich in meinem Mustang um die Ecke bog. Da stand sie, die divahafte Ente - blau und gelb und lustig anzusehen. Beim Näherkommen kann man nun doch erahnen, dass sich unter der bunten Verkleidung ein panzerartiges Fahrzeug verbirgt, dass so einige Belastungen aushalten kann. Am Bug ziert die Panzer-Ente ein dicker, fetter Schnabel. Vor ihr steht die Reiseleiterin Judy, ganz in entengelb gekleidet, mit einem Wikingerhut auf dem Kopf, aus dem zwei ebenfalls quietschgelbe Zöpfe heraus baumeln. Beim Einstieg über die Leiter in das fünf Meter hohe Gefährt verteilt Judy ponchoartige Umhänge mit einem Entenkopf als Hut – “falls es ‘mal nass wird!” Das nächste Survival-Utensil ist eine Trillerpfeife in Form eines Schnabels, die jeder der 40 Fahrgäste gleich einmal ausprobiert. Begleitet vom “Quakkonzert” setzt sich die DivaDuck jetzt in Bewegung. Von Hand beschriftete Papp-Schildchen bieten preisgünstige Erfrischungen, Snacks und Regenschirme feil.

Die kommentierte Tour beginnt an der Clematis Street im Herzen von West Palm Beach. Die verkehrberuhigte Straße hat sich in den letzten zehn Jahren zum Kultur- und Unterhaltungsviertel gemausert; die Restaurants und Cafes sind in den Abendstunden und an Wochenenden so bevölkert, dass der Bürgermeister über eine Besteuerung der Gastronomie auf Gehwegen nachdenkt. Vorbei an der wunderschön gestalteten Innenstadt, am Hafen von Palm Beach, über den spektakulären Blue Heron Causeway bahnt sich die Enten-Diva – mal tuckernd, mal flitzend – ihren Weg zum kristallklaren Wasser des Intracostal Waterways, wo sie ihre Räder gegen Schwimmflossen eintauscht. Müde vom Quaken, schlängeln wir uns zwischen mehreren Familien hindurch, die gerade ihre Boote von der Anhängerkupplung ihrer Autos lösen, um sie zu Wasser zu lassen.

Unsere Ente, gar nicht faul, fährt unverhohlen zwischen allen Autos und Booten hindurch, direkt aufs Wasser zu. Das ist schon ein komisches Gefühl, in einem Straßenfahrzeug genau aufs Meer zuzufahren, bei nicht zu verachtender Geschwindigkeit... Glücklicherweise werden wir vor dem Zu-Wasser-Lassen noch informiert, dass die US-Küstenwache der DivaDuck mehr Stabilität anerkannt hat als ihrem unmittelbaren Vorgänger, der zehn Fuß breiten LARC, die als Militär-Modell im weiten Weltkrieg gebaut wurde. Dann platschen wir einfach ins Wasser.
Angekündigt war die Tour als Musical-Tour, aber die Gute-Laune-Musik aus der Stereoanlage sollte noch nicht alles gewesen sein. Judy webt eine Anekdote in ihre Tour-Erklärungen mit ein, sie sei in einem früheren Leben einmal Opernsängerin gewesen. Zurufe und Klatschen der Fahrgäste spornen sie dann schließlich zu einem akustischen Bonbon an: Puccinis “O Mio Bambino”-Arie schallt vom schwankenden Boot zu beiden Seiten des weiten Kanals herüber zu den prunkvollen Häusern. Vor jeder der Villen, an denen unsere DivaDuck vorüber schwimmt, ist jeweils eine mittelgroße Yacht an den privaten Anlegesteg gebunden.

Oft trennt Haus und Yacht eine meterhohe, wie mit dem Lineal gezogene Heckenwand zum Schutz vor den Blicken neugieriger Ausflugs-Shipper. An Peanut Island, heute ein Camper-Paradies, machen wir halt und versuchen, durch Zelte und Wohnwagen hindurch John F. Kennedys Luftschutzbunker zu erspähen. Der Bunker wurde für den Präsidenten und seine Familie, die in Palm Beach ihre Winterresidenz hatten, während der Kubakrise als Schutz vor atomarer Bedrohung gebaut. Außerdem halten wir Ausschau nach in der Sonne dösenden Manatees - zum Anfassen sitzen wir allerdings zu hoch zu “Ente”. Auch Schildkröten, Pelikane und Fischreiher begegnen uns auf der etwas anderen Kreuzfahrt. Dann steuert der Kapitän die DivaDuck wieder in Richtung Festland, weiter geht’s gen Süden auf der Strandpromenade Flagler Drive, zurück in die Innenstadt von West Palm Beach.

In 90 Minuten haben wir nun einige der vielseitigen Vorzüge von Palm Beach County kennen gelernt: das von Frühjahrs-Shoppern bevölkerte Zentrum und die gepflegten Grünanlagen des Städtchens, die Wasserstraßen, die West Palm von Palm Beach trennen, der Heimat der Reichen und Schönen, und die subtropische Tier- und Pflanzenwelt, in die wir im wahrsten Sinne des Wortes eingetaucht sind.
 

Mehr Informationen

Weitere Informationen: www.divaduck.com  Tel: (561) 844-4188
Abfahrtzeiten ändern sich täglich, deswegen vorher anrufen.
Abfahrtsort: 501 Clematis Street in Downtown West Palm Beach
Ticket: $ 19.95 (plus Tax), Kinder bis zu
10 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen frei.
Informationen über Palm Beach County:
Fremdenverkehrsamt Palm Beach County in Frankfurt, Tel: +49-69-435664


Reiseleiterin Judy und die DivaDuck


Judy unterhält mit “quak-quak” und Puccini-Arien


Impressionen von Palm Beach zu Land und
zu Wasser


Vor dem nass werden geschützt
mit “Enten-Ponchos”

 

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