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Epcot Center

                        Von Daniela Boettcher


Mickeymäuse, Kultur und Feuerwerk
In Walt Disney World’s Epcot Center wird jeden Tag der ureigenste Menschheitstraum einer glücklichen und besseren Zukunft wahr. Besucher erleben eine spannende und traumhafte Reise durch unsere Vergangenheit sowie eine imaginäre Zukunft in Future World und sehen elf Nationen unserer Erde an einem Tag. Spektakulärer Abschluss ist das abendliche Feuerwerk, eine beeindruckende Ode an den Weltfrieden.

Mit dem frühesten Shuttlebus fahren wir vom Hotel zum Epcot Center – morgens um halb neun sind Besucherandrang und Klima noch sehr angenehm. Einladend empfängt uns die riesige, runde, silberne Epcot-Ikone, die auf Postkarten immer aussieht wie ein kleiner Golfball, in deren gigantischem Inneren jedoch Platz ist für eine Zeitreise vom Urknall bis zur High-Tech-Ära des dritten Jahrtausends. Da sagt man, die Amerikaner hätten nichts für Bildung und Kultur übrig. Selbst im vermeintlich kulturfernen Wald Disney World können nicht nur Kinder auf kurzweilige Art und Weise kulturgeschichtliche Eindrücke sammeln, auch zum Auffrischen von Kunstepochen oder Daten großer Erfindungen ist eine Schwebebahnfahrt durch die Menschheitsgeschichte auf einen Blick mehr als sinnvoll. Die liebevoll und bis ins kleinste Detail modellierten, designten und dekorierten Figuren und Schaubilder versetzen den Besucher immer wieder in Erstaunen, wie viel Hingabe und perfektionistische Kleinstarbeit in den auf den ersten Blick oft kitschig wirkenden Szenarien steckt. Aber muss Kitsch eigentlich immer gleich schlecht sein? Für das Erlebnis, einen ganzen Tag lang einmal mit völlig sorgenfreiem Herzen und großen Kinderaugen durch den alle Sinne einnehmenden Park zu flanieren und mich ständig aufs Neue faszinieren zu lassen, nehme ich die bonbonfarbene Glitzerkulisse gerne in Kauf. Die Disney-Marketingstrategen kreieren wohl einige der wenigen Werbespots, die man im Fernsehen sieht und dann hinterher denkt: Das war ja wirklich so.

Nachdem wir in den um die Kugel angesammelten interaktiven Wissens-Pavillons den menschlichen Körper von innen betrachtet haben und auf einem Hometrainer mit 3D-Leinwand wahlweise über die Chinesische Mauer oder über den kalifornischen Highway No. 1 geradelt sind, um uns nachher die abgestrampelten Kalorien ausdrucken zu lassen, geht’s zum „World Showcase“, einer Art hannoverscher Expo, nur in größer und schöner.

In diesem interessanten Mikrokosmos unserer Welt fahren wir mit einem Wildwasserboot durch kühle, norwegische Grotten, essen scharfe Tamales in einer permanent auf Sonnenuntergang gestylten mexikanischen Taverne, sehen japanischen Artisten bei Schaukämpfen zu und lassen uns vor der Kulisse des in der Abenddämmerung angestrahlten Miniatur-Eiffelturms beim Café au Lait von französischer Ziehharmonikamusik à la Amélie verzaubern... Natürlich ist der deutsche Pavillon das Highlight unseres Besuchs. Obwohl schon öfters als Kind durchlaufen, hat man irgendwie immer wieder eine positive Erwartungshaltung an das kleine Disney-Deutschland, ganz nach dem Motto: „Nein, dieses Jahr können sie nicht wieder nur Christbaumschmuck und Kuckucksuhren als made-in-Germany anpreisen...“ – und sie tun es doch. Der Schuhplattler-Dirndl-Tanz ist der Höhepunkt des Nachmittags. Mit einem Stückchen Heimat zuviel als Abschluss haben wir nun also die ganze Welt gesehen.

Zum Tagesabschluss startet im World Showcase rund um den See das große Feuerwerk „Illuminations: Reflections of Earth“. Der Himmel erstrahlt in allen Regenbogenfarben, Laser und Special Effects mischen sich in perfekter Choreographie mit bunten Fackeln, begleitet von vertrauter Disneymusik… Ungewollt lässt man die Gänsehautatmosphäre Herr über sich werden und wird angesteckt vom Glitzern in den Augen tausender begeisterter Kinder und auch vieler Erwachsener. Dann bringt die Fähre mich und ei-ne ganze Menge anderer müder, kleiner und großer Gäste zurück in die Realität, hinaus aus der Traumwelt, in die man jederzeit wiederkehren kann, um für einen Tag noch mal ein Kind zu sein.

Der Park ist in zwei Abschnitte unterteilt: Future World und World Showcase.
Länder im World Showcase: China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Marokko, Mexiko, Norwegen, USA.
Die wichtigsten Attraktionen in Future World: Spaceship Earth, Universe of Energy, The Living Seas, The Land, Circle of Life, The Making of Me, Wonders of Life, Body Wars, Test Track, „Honey, I Shrunk The Audience“
Eintrittspreise vor Ort: $ 50, Kinder unter 10 Jahren $ 40. Wer plant, zusätzliche Disneyparks zu besuchen, sollte ein Kombinationsticket kaufen.
Informationszentren im Park halten Karten in deutscher Sprache bereit. Für einige Attraktionen gibt es auch Übersetzungsgeräte. Hierfür muss im Informationszentrum eine Kaution von $ 100 pro Gerät hinterlegt werden.
Tel: (407) 824-4321, www.disney.com
 


Die Epcot-Ikone: Innen ist Platz für eine Zeitreise vom Urknall bis zur High-Tech-Ära.


Schnorcheln in
„The Living Seas“


China ist eines von
11 Ländern, die man in nur einem Tag besuchen kann.


Test Track

Im August 2003 wird
„Mission: SPACE“ eröffnet: Ein simuliertes Weltraumabenteuer,
in dem man Schwerelosigkeit erlebt.

 

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