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Florida ist nicht nur Miami mit seinem
aufregenden Nachtleben und Action rund um die Uhr oder Orlando mit
Vergnügen und Unterhaltung ohne Pause, sondern es gibt auch
wunderschön ruhige und gediegene Plätzchen, wo die Natur oftmals noch
unberührt erscheint und der Puls der Zeit etwas langsamer schlägt. Wer
sich also mehr nach Ruhe und Entspannung sehnt, dem kann der
Nordwesten Floridas mit 150 Kilometern herrlich natürlicher
Küstenlandschaft nur wärmstens ans Herz gelegt werden.
Das historische Städtchen Pensacola – am westlichsten im ganzen Staat
gelegen – ist umgeben von reizenden kleinen Fischerdörfern,
unberührten Naturstränden und hat zudem eine interessante Geschichte.
Nicht umsonst nennt man diesen Küstenstreifen auch die Smaragd-Küste
(Emerald Coast). Der Sand ist fein wie Puderzucker, man findet nicht
nur traumhafte Muscheln, sondern mit etwas Glück sogar den berühmten
Sanddollar. Für Kinder ist diese Gegend besonders geeignet wegen des
flachen und ruhigen Wassers im Golf von Mexiko, wo es sich einfacher
und ungefährlicher planscht als im wilden Atlantik. Überall sind
Picknicktische, Duschen und auch Verkaufsstände zu finden.
Wenn man der Sonne etwas müde geworden ist, wird der Sand aus den
Schuhen geschüttelt, und auf geht’s zur Entdeckungsreise in die
Umgebung. Nur Minuten entfernt vom Strand kann man die farbenfrohe und
interessante Geschichte Pensacolas ergründen. Museen, historische
Stätten und Gebäude als auch architektonische und archäologische Pfade
geben Aufschluss über ein bewegtes Gestern. Beginnen sollte man im
Historic Pensacola Village, in dem der Tatsache Tribut gezollt wird,
dass bereits fünf verschiedene Fahnen über dieser Stadt geweht haben –
die spanische, die französische, die britische, die konföderierte und
natürlich heute die amerikanische.
Am Seville Square kann man 200 Jahre alte kreolische und
viktorianische Häuser bestaunen, die restauriert wurden und in denen
heute hübsche Geschäfte zum Shoppen oder gemütliche Restaurants auf
einen Drink einladen. Außerdem zu empfehlen sind das T. T. Wentworth
Jr. Florida State Museum, das Civil War Soldiers Museum und das
Pensacola Museum of Art.
Und wer sich für das Fliegen interessiert, sollte auf keinen Fall das
National Museum of Naval Aviation verpassen – mit fast einem
Jahrhundert Militärfluggeschichte, dramatischen Filmen in einem
IMAX-Kino, welches sieben Etagen hoch ist, Flugsimulatoren, an denen
auch Kinder große Freude haben, und vieles mehr – oder das U.S. Air
Force Armament Museum mit Kampfflugzeugen, Raketen und Waffen. Jedes
Jahr im Juli und November sind die weltberühmten Blue Angels in einer
Flugshow am Himmel zu bewundern.
Zurück zur Natur und den Naturliebhabern. In dem nicht weit entfernten
Ort Gulf Breeze gibt es einen sehr schönen Zoo, in dem man hautnah 700
Tiere beobachten kann. Ein Besuch im Big Lagoon State Park auf Perdido
Key ist ein Muss. Hier findet man Ruhe und Frieden bei herrlichen
Spaziergängen durch Sumpflandschaften und Wälder, in denen 113
verschiedene Vogelarten, der graue Fuchs, der Weißschwanzhirsch und
auch der Biber zu Hause sind. Hier kann man fischen und auch campen
oder einfach nur die Seele baumeln lassen. Wer das „andere Florida“
entdecken geht, wird an manchen Orten das Gefühl haben, es sei noch
niemand vorher dort gewesen!
www.visitpensacola.com
Geisterspuk in Pensacola
Geistergeschichten, Legenden und spukende Häuser sind in Pensacola
keine Märchen. Der historische Distrikt in Downtown ist verwunschen
und wird von der Vergangenheit heimgesucht. Die Türen des 144 Jahre
alten Leuchtturms öffnen und schließen sich von selbst, man hört
Fußstapfen die Treppen herunterkommen und Pfeifentabakgeruch
schwängert die Luft, als wandere der alte Leuchtturmwärter noch immer
durch sein Reich.
An der Admiral’s Row entlang stehen nah am Wasser zwei weitere
historische Gebäude, in denen es auch spuken soll. Das 1874 erbaute
Quarters A, das Admiralshaus, wird nach wie vor von seinem ersten
Bewohner, einem exzentrischen Kommandanten, besucht, der an Gelbfieber
starb. In Nummer 16 genau gegenüber, dem damaligen Offiziersquarter,
pflegte ein berühmter Kapitän Poker zu spielen. Anwohner schwören,
dass der Klang der fallenden Pokerchips immer noch zu hören sei.
Am Seville Square steht ein griechisches Renaissance-Haus von 1871, in
dem Übernatürliches vorgehen soll – immer wieder bestätigt von
Touristen und Reiseführern. Und auch das Lear Rocheblave House an der
Zaragossa Street soll verwunschen sein. Bei Renovierungsarbeiten sah
ein Maler eine junge Frau in viktorianischen Kleidern Ballett üben,
und jemand anderes entdeckte sie dann später, versteckt hinter einer
Gardine, zum Fenster hinausschauen. Als man das Gebäude durchsuchte,
konnte man nur noch den Duft des Parfüms von dieser Gestalt aus der
Vergangenheit wahrnehmen.
Dies sind nur einige von vielen Geschichten. Jedes Jahr zu Halloween
findet eine Haunted House Walking and Trolley Tour statt, bei der 39
verschiedene Orte besucht werden. Diese Tour lässt auch die größten
Skeptiker nicht mehr zweifeln. Man sollte sich selbst überzeugen.
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