16. 10. 2009
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Auswanderer-Porträts

Abenteuer High School in Florida

Eine andere Kultur, eine fremde Sprache, ein neues Land. Seit August 2009 lebt die Deutsche Miriam Wahl bei Titusville an der Space Coast, wo die 16-Jährige eine amerikanische High School besucht.

Autor: Sarah Czuratis

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Wie kamen Sie auf die Idee, für ein Jahr an eine amerikanische High School zu gehen?
In Deutschland wird es immer beliebter, für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Ich hatte schon vor vielen Jahren von dieser Möglichkeit gehört. Mit der Zeit wuchs dann der Wunsch, diese Erfahrungen selber zu machen. Ich wollte etwas erleben und meine Sprachkenntnisse und meinen Horizont erweitern. Außerdem wollte ich das amerikanische High-School-Leben kennen lernen. Ich war gespannt, ob es wirklich so ist, wie in all den Teenager-High-School-Filmen.

Seit wann und wo sind Sie in Florida und wie lange dauert Ihr Aufenthalt?
Ich bin jetzt seit Anfang August in Florida. Ich lebe in einem relativ kleinen Ort bei Titusville, zirka 30 Meilen von Orlando entfernt. Hier werde ich das ganze Schuljahr verbringen, also insgesamt zehn Monate.

Wie haben Sie Ihren High-School-Aufenthalt organisiert?
Die Organisation, mit der ich nach Amerika gekommen bin, heißt AYSUSA International. Ich habe mich dort beworben und einen Platz im Programm bekommen. Nach einiger Zeit wurde mir dann meine Gastfamilie zugewiesen. Eine Woche später saß ich im Flieger auf dem Weg in die Vereinigten Staaten von Amerika. Meine Organisation ist eine sehr gute Austauschorganisation. Man wird vom Anfang bis zum Ende betreut und hat immer einen Ansprechpartner. Wenn man sich für ein sogenanntes "Paketprogramm" entscheidet, ist die Buchung der Flüge inklusive, und man hat außerdem die Möglichkeit, an einem Sightseeing- und Vorbereitungswochenende in New York teilzunehmen. Drei Tage lang waren wir in New York unterwegs und haben uns alle wichtigen Sehenswürdigkeiten angesehen. Es war toll!

Welche Vorbereitungen mussten Sie vor Ihrer Abreise treffen?
Da meine Organisation den Flug gebucht und die Gastfamilie gesucht hat, musste ich nur noch mein Visum beantragen. Dafür musste ich viele Formulare ausfüllen und nach Frankfurt zur amerikanischen Botschaft fahren, wo ich interviewt worden bin. Ein paar Tage später bekam ich mein Visum zugeschickt.

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Florida gekommen?
Als ich erfuhr, dass ich nach Florida kommen würde, konnte ich es gar nicht fassen. Alle Austauschschüler wollen entweder nach Kalifornien oder nach Florida. Ich hatte eigentlich gesagt, dass es mir relativ egal ist, wohin ich komme, hatte nun also das große Los gezogen. Ich dachte sofort an Palmen, Meer, Strand, tropisches Klima und ganz viel Sonne und konnte mein Glück kaum fassen. Meine Erwartungen an das Jahr sind, dass ich selbstbewusster und lockerer werde. Ich glaube, für diese Vorsätze bin ich hier genau richtig. Wie soll man bei diesem Wetter nicht lockerer werden? Alle Menschen sind hier "easy going". Das gefällt mir und davon möchte ich etwas mitnehmen.

Ihre ersten Eindrücke von Florida?
Meine ersten Eindrücke von Florida waren, dass alles viel größer und weiter ist als in Europa – die Entfernungen zwischen Orten, zwischen Häusern, zwischen Geschäften. Die vorherrschenden Farben in der Natur sind grün und blau. Grün sind die kleinen Ansammlungen von Bäumen, die beinahe so aussehen wie im tropischen Regenwald und die Rasen- und wilden Grünflächen zwischen den Häusern. Blau ist der Ozean und meistens auch der Himmel. Einfach schön! 

Wie gefällt Ihnen das Leben in einer amerikanischen Gastfamilie?
Das Leben mit meiner Gastfamilie ist wunderbar. Ich habe eine Gastmutter, einen Gastvater und eine Gastschwester, die neun Jahre alt ist. Alle drei sind super nett und haben mich von Anfang an wie einen Teil der Familie behandelt. Ich fühle mich sehr wohl bei ihnen. Das Haus, in dem sie leben, ist auch wunderschön. Ich habe mein eigenes Zimmer, und wir haben einen großen Pool. Wir gehen häufig essen, was sehr viel Spaß macht, weil man sich dann sehr gut unterhalten kann. Meine Gasteltern fragen viel über Deutschland, und meine Gastschwester kringelt sich vor Lachen, wenn ich ihr etwas auf Deutsch vorlese.

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