Seit wann leben Sie in den USA, und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich bin im Jahr 2007 von Wien nach Los Angeles und dann Ende 2007 weiter nach Miami gezogen. Der Grund für den Umzug war, dass ich ein Jobangebot als erster österreichischer Rennfahrer in der NASCAR-Serie bekommen habe.
War es schwer, das Leben in Österreich hinter sich zu lassen?
Nein, eigentlich nicht. Ich wollte immer schon auswandern, und das war meine Gelegenheit.
Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Als Sportler habe ich das P1-Visum erhalten. Das habe ich zu etwa 90 Prozent meinem Rennteam zu verdanken.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich bin NASCAR-Rennfahrer. Zur Erklärung: NASCAR ist der größte nationale Motorsport und stellt die Formel 1 hier in den Schatten.
Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ja und nein. Ich bin in Europa Formelrennwagen gefahren. Deshalb blieb eigentlich nur die Berufsbezeichnung gleich, aber sonst nichts.
Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Der Unterschied ist, dass Fleiß in Amerika schneller oder höher honoriert wird als in Österreich. Klare Ziele sind aber von sehr großem Vorteil. Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, die auch in die USA auswandern wollen, und manche denken, dass ihnen hier alles in den Schoß fällt. Das ist aber ganz sicher nicht der Fall.
Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Fast. Meine Bank ist letztes Jahr Pleite gegangen und ich habe fast alles verloren, daher muss ich wieder dafür kämpfen.
Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Natürlich erst mal das Wetter, aber auch die Unbeschwertheit der Menschen hier. Des Weiteren lebe ich in einem Urlaubsort und daher ist rund um die Uhr was los. Das liebe ich an Miami.
Welche Vorteile hat man in Amerika?
Nach wie vor ist es der Vorteil, alles zu erreichen, was man sich in den Kopf setzt. Vorausgesetzt man hat den unbändigen Willen dazu.
Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Österreich kennen?
Eigentlich gibt es da nichts.
Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Österreich zurücksehnen?
Natürlich gibt es die. Man lässt ja Familie und Freunde zurück, die man hin und wieder doch vermisst.
Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Ehrlich gesagt, war es die Sprache. Mein erstes Rennteam, bei denen ich unter Vertrag stand, saß in Toccoa/Georgia, zirka 150 Kilometer von Atlanta entfernt. Mein einziger Gedanke war: "Ich kann kein Englisch". Diese Jungs hatten einen derart starken Dialekt, bei dem mir permanent durch den Kopf ging: Wenn die jetzt sagen "Komm in die Box! Du musst tanken", werde ich es nicht verstehen und wohl mit einem komplett trockenen Tank auf der Strecke liegenbleiben.
Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Natürlich möchte ich mich in dieser Rennserie etablieren und mich langfristig als Rennfahrer empfehlen. Ausländische Fahrer haben es sehr schwer in dieser Serie. Von den 43 Fahrern sind es derzeit nur drei Ausländer.
Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Sehr wichtig ist, klare Vorstellungen von dem zu haben, was man machen möchte. Ich hatte einen entscheidenden Vorteil, denn ich kam in ein Team, das fast alles für mich erledigte wie zum Beispiel die Wohnungssuche, Visumsbeantragung etc. Auch die Versicherungen sind ein wichtiges Thema, über das man sich informieren sollte, denn die sind sehr viel teurer als bei uns.










