Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Im März 2004 bin ich von Italien nach Florida umgezogen. Der Grund dafür war, dass ich ein Jahr zuvor meinen heutigen Mann dort kennen gelernt hatte. Als dann bei mir ein Arbeitswechsel anstand, beschloss ich, es hier in Florida zu versuchen.
War es schwer, das Leben in Deutschland bzw. Italien hinter sich zu lassen?
Nein, eigentlich nicht. Zum einen hatte ich einen ähnlichen Schritt ja schon drei Jahre zuvor getan, als ich von Deutschland nach Italien ging. Es ist ja so viel Neues hier in den USA, speziell in Florida, und ich liebe das Wetter und das Meer. Mit der Zeit jedoch fehlen natürlich Familie und Freunde und auch mal die Berge oder das ein oder andere gute Essen von zu Hause...
Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Ich habe mich von Italien aus nach einer Arbeit umgeschaut und hatte Glück. Nach zirka vier Monaten Suche habe ich eine Position als Marketing-Managerin in einem kleinen, aber global aktiven Unternehmen gefunden. Deren Plan war es, in Europa Fuß zu fassen, und da kamen mein Wissen und meine Sprachkenntnisse gut an. Dieses Unternehmen hat dann mein H1-B-Visum gesponsert.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Nach der Geburt meiner Tochter im Jahr 2007 habe ich mich dazu entschlossen, zu Hause zu sein. Gleichzeitig habe ich mich als Designerin für Webseiten und Printmaterialien (www.reach-mcs.com) selbstständig gemacht und arbeite nun von zu Hause aus.
Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ich bin eigentlich meinem alten Beruf treu geblieben, zumindest in der Arbeit, die ich anfangs hatte. Nun mache ich etwas Verwandtes. Mein Job hat immer noch mit Marketing zu tun, aber er ist spezifischer als vorher, und nun arbeite ich als Dienstleisterin.
Was ist Ihrer Meinung nach der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Man muss offen sein für neue Ideen und Möglichkeiten und man sollte risikobereit sein. In Deutschland gibt einem der Staat viel Sicherheit und nimmt einem Dinge ab, die hier nicht selbstverständlich sind, wie zum Beispiel die Krankenversicherung und gute öffentliche Schulausbildung für die Kinder. Auf der anderen Seite hat man hier auch mehr Möglichkeiten und kann eher etwas Neues und Branchenfremdes anfangen als in Deutschland.
Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Eigentlich hatte ich keinen "amerikanischen Traum". Der wird ja auch immer unterschiedlich definiert. Ich lebe mein Leben so, wie ich es mir gewünscht habe – mit meiner Familie, einer Selbstständigkeit und einem Haus mit Pool in der Nähe vom Meer. Dieses Leben war schon immer ein Traum von mir.
Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Das Wetter und den Pool. Mir gefällt auch das multikulturelle Leben hier – angefangen bei der internationalen Küche, die man hier findet, bis hin zu meinem multikulturellen Freundeskreis.
Welche Vorteile hat man in Amerika?
Man hat eine gewisse Freiheit, wenn man sich beruflich umorientieren möchte. Niemand stört sich daran, wenn man sich neu orientiert. Als Deutsche haben wir den Vorteil, ein gutes Ausbildungssystem sowie einen Ruf der Zuverlässigkeit zu haben. Beides wird hier sehr geschätzt.
Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Neben Freunden und Familie vermisse ich auch die Berge, die Architektur, die historischen Städtchen, Straßencafés und die Fußgängerzonen. In Europa bin ich viel gereist und vermisse diese Vielseitigkeit hier. Südflorida ist ja auch sehr multikulturell, aber eben anders.






