Auswanderer-Porträts
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Auswandererpaar startet neues Leben als stolze Hotelbesitzer

Sabine und Rolf Braun wollten sich vor ihrem Jobwechsel eine Auszeit in Amerika nehmen und dann in Deutschland richtig durchstarten. Durchgestartet sind sie – allerdings nicht in ihrer alten Heimat, sondern in Florida, wo sie heute erfolgreich unter anderem ihr eigenes Hotel betreiben.

Autor: Anja Liesner

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Wir leben seit 1997 in den USA. Wir beide standen vor einem Jobwechsel in Deutschland. Vorher wollten wir noch eine sechsmonatige Reise quer durch die USA mit einem Wohncamper machen, das war im Jahr 1996. Allerdings mit dem leichten Hintergedanken – na, mal sehen was kommt, wenn sich eine Gelegenheit bietet ...

Vorab wollten wir noch ein Konto in den USA eröffnen, also riefen wir einen zu dieser Zeit flüchtigen Bekannten an, der uns dabei helfen sollte. Das war der Beginn unserer (nie angetretenen) "Reise" quer durch die USA in Ocala. Wir wollten eigentlich nur ein paar Tage zu Besuch bleiben, doch dann bot man uns eine einmalige Gelegenheit an, um hier Fuß zu fassen – und das haben wir dann auch getan. Wir sind dann sechs Monate in Ocala geblieben und haben hier auch standesamtlich geheiratet. Dann sind wir zurück nach Deutschland, haben alles verkauft und sind Ende 1997 komplett ausgewandert, um in Ocala eine Wohn- und Golfanlage zu erbauen.

Bis zum heutigen Tag sind wir überzeugt, dass das die beste Entscheidung unseres Lebens war, wir würden es immer wieder tun.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Für meinen Mann Rolf sicher etwas schwerer als für mich, da er zu diesem Zeitpunkt eher ein sehr familienverbundener Mensch war, mehr als ich. Heute bin ich das auch, da ich selbst eine Familie habe, aber damals überhaupt nicht. Bereits als junges Mädchen wollte ich ins Ausland und weit weg von meiner Heimat sein, da ich nicht sehr viel damit verbinde.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Es war ein Riesenpapierkrieg, bei dem uns die Firma, für die wir arbeiteten, und eine Anwältin sehr geholfen haben. Wir haben mit einem H1B-Visum angefangen, dann kam 2001 die Greencard und im letzten September sind wir sogar amerikanische Staatbürger geworden – haben aber die deutsche Staatbürgerschaft ebenfalls behalten.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Wir betreiben eine kleine Hotelanlage mit Ferienwohnung, die "Villa Venezia" in Fort Lauderdale. Und dann betreiben wir noch unsere eigene Design- und Baufirma, mit der wir in den letzten Jahren während des Immobilienbooms sehr erfolgreich waren.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Rolf ist/war staatlich geprüfter Datentechniker und ich bin/war Maschinenbauingenieurin. Das kommt uns allerdings inzwischen so weit weg vor wie ein fremdes, anderes Leben, und wir haben absolut keinen Bezug mehr dazu. Hier in Amerika sind wir per Zufall Hotelmanager geworden. Außerdem hat Rolf die Baulizenz erworben, und ich habe mich im Bereich Innenarchitektur weitergebildet. Doch auch das wird noch nicht das Ende unserer Geschichte sein. Unser eigentlicher amerikanischer Traum kommt noch...

Was ist Ihrer Meinung nach der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Man sollte seine deutsche Gründlichkeit und Zuverlässigkeit nicht vergessen, diese mit der amerikanischen Flexibilität und Risikobereitschaft mischen – offen, aber realistisch bleiben, eine kleine Prise Verrücktheit schadet sicher auch nicht. Und dann kann es losgehen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Was für uns auch sicher ein guter Schritt war, dass wir erst einmal sechs Monate hier waren und uns alles angeschaut und vieles erlebt haben. Dann zurück nach Deutschland sind und erst danach alle Zelte abgebrochen haben und nicht einfach blind ins Ungewisse aufgebrochen sind. Daran scheitern viele.

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Leserkommentare (3)
Antje Schätzle (12.10.2010 11:37)
Schulfreundin

Liebe Sabine, lieber Rolf, früher hieß ich mit Nachnamen Besser. Du liebe

Sabine erinnerst Dich bestimmt an unsere "wilde Jugend". Ich hoffe

wirklich, daß wir bald Kontakt haben und wenigstens über e-mail in

Verbindung bleiben. Irgendwann werde ich euch sicher besuchen.

Ansonsten wünsche ich euch weiterhin viel Glück bei euren Vorhaben

und natürlich weiterhin viel Erfolg. Es freut mich wirklich, daß ihr euer Glück gefunden habt und es auch leben könnt. Eure Antje

Stefan (12.10.2009 16:29)
Seelenverwandte

Liebe Familie Braun,

 

ich bin aus Rheinstetten (bei Karlsruhe) und reise schon seit 1992 nach Amerika (überwiegend nach Florida). Inzwischen haben wir auch schon einige Bekannte in Florida. Meine Frau und ich haben schon länger festgestellt, dass wir von unserer Lebenseinstellung her genau in dieses Land passen, ohne unsere eigenen Wurzeln zu vergessen. Wir werden sicherlich in den nächsten Jahren mit guter Vorbereitung ernsthaft in Erwägung ziehen, mit unserem Sohn nach Florida auszuwandern. Daher finde ich Euren Bericht einfach klasse und vor allem sehr realistisch! Wir wünschen Euch nur das Beste und weiterhin viel Glück, Freude und vor allem Gesundheit.

 

Liebe Grüße aus Deutschland

Stefan Heiß

Nicky Fritz (05.10.2009 12:23)
Die coolste Familie

Ich freue mich sehr für die Brauns, dass sie ihren American Dream gefunden haben. Sie sind die coolste Familie überhaupt und sie leben genau das, was sie im Interview sagen. Ich vermisse sie sehr und hoffe, dass sich alle ihre zukünftigen Ideen - und es werden nicht wenige sein - verwirklichen. Lieben Gruß Nicky - eine sehr gute Freundin aus Deutschland