Auswanderer-Porträts
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Auswandern nach Florida? Einfach mal ausprobieren!

Corinna Doerrenbaecher ist eine der glücklichen Menschen, die in der amerikanischen DV-Lotterie eine Greencard gewonnen haben. Dabei hatte sie eine Auswanderung nie wirklich geplant. Seit anderthalb Jahren wohnt die 30-Jährige nun schon in Tampa an der Westküste Floridas und baut dort ihr neues Leben im Sonnenstaat auf.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich wohne seit Januar 2008 in den USA. Ich habe vor ein paar Jahren bei der Greencard-Lotterie mitgespielt, nachdem ich online davon gelesen hatte. Ich wollte es einfach mal probieren.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Vor meinem Umzug in die USA hatte ich schon ein Jahr in England gelebt und dachte, dass es mir dadurch leichter fallen würde, nach Übersee zu gehen. Aber ich muss gestehen, dass mir der Abschied von Deutschland schon sehr schwer gefallen ist.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Wie gesagt: mit der Greencard, die ich in der Lotterie gewonnen habe.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich lebe und arbeite hier. Ich bin angestellt und arbeite als Sole Proprietor/Freelancer.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Leider arbeite ich bisher nicht in meinem eigentlichen Beruf, Dipl.-Ing. (FH) Innenarchitektur. Ich mache kleinere Beratungen, aber leider habe ich noch keine feste Anstellung oder feste Freelancer-Tätigkeit in meinem Berufsfeld gefunden. Dennoch habe ich unmittelbar nach meiner Einreise angefangen zu arbeiten, da amerikanische Berufserfahrung und vor allem Referenzen bei der hiesigen Jobsuche sehr wichtig sind.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Sich darüber im Klaren zu sein, dass es einfach ein anderes Land ist, und es nicht ständig mit Deutschland und „wie die Dinge dort laufen“ zu vergleichen. Vieles mag uns komisch, unnötig oder unausgereift vorkommen, aber so läuft das hier – anders eben. Wenn man das erst mal akzeptiert, wird der Alltag leichter. Ansonsten würde ich sagen, dass man einfach alles, was man nutzen kann, auch wirklich nutzen sollte. Das meine ich gerade in Bezug auf das Arbeitsleben. Hier wird vieles nicht ganz so streng genommen wie in Deutschland, und man kann in viele Arbeitsbereiche hineinkommen, ohne Zertifikate dafür vorzeigen zu müssen. Nur Mut!

Leben Sie jetzt „den amerikanischen Traum“?
Ich persönlich hatte den eigentlich nie, deshalb kann ich diese Frage nicht beantworten. Wenn Sie den klassischen Traum – „vom Tellerwäscher zum Millionär“ – meinen, dann bisher wohl eher nicht.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Die Sonne, die Nähe zum Strand und Meer und natürlich die sommerlichen Temperaturen.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Als Deutscher hat man den Vorteil, dass generell der Deutsche als sehr gute Arbeitskraft angesehen wird und die typisch deutschen Eigenarten (Pünktlichkeit, Genauigkeit usw.) sehr geschätzt werden, was bei der Jobsuche durchaus behilflich sein kann. Auch kommen deutsche Ausbildungen gut an. Im Vergleich zu Deutschland hat man hier in den USA den Vorteil, dass Karriere, Berufswahl, Weiterbildung und alles, was dazugehört, hier kein wirkliches Alter kennt. Man muss sich nicht als Teenager festlegen, was man beruflich machen möchte. Man hat hier die Möglichkeit, auch noch später ein Studium oder Aufbaustudium anzufangen oder sich beruflich neu zu orientieren, ohne dass jemand den Kopf schüttelt oder lacht. Bei Bewerbungen interessiert hier auch erst mal kein Alter oder Foto, was ich  persönlich sehr gut finde. Zudem ist die optimistische „You-can-do-it!“-Einstellung der Amerikaner sehr motivierend.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Erstaunlicherweise kaum. Ich vermisse aber meine Familie und Freunde sehr. Ansonsten eher die typischen Sachen wie zum Beispiel deutsches Brot, ab und an mal einen guten Aufschnitt und die Vielfalt an Milchprodukten. Günstiges Mineralwasser wäre auch nicht schlecht. Das ist hier nämlich recht teuer. Ach ja, dass man sich in Restaurants Zeit lassen kann, vermisse ich doch sehr. Hier läuft in der Gastronomie alles auf Zeit und Umsatz hinaus, während man sich in der Heimat auch mal stundenlang „festquatschen“ kann, ohne komisch angeschaut zu werden.

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