11. 05. 2011
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Auswanderer-Porträts

Bio-Farm im Paradies

In den 50er Jahren wanderte Gabriele Marewskis Familie von Donaueschingen in die USA aus. Gabriele war damals zwei Jahre alt. Ihre Kindheit verbrachte die Deutsch-Amerikanerin inmitten der atemberaubenden Natur Nordamerikas. Im Laufe der Jahre wurde diese Natur zu ihrer Passion: Die 57-Jährige leitet heute eine Bio-Farm im tropischen Homestead/Florida.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Meine Familie wanderte 1957 in die Vereinigten Staaten aus. Ich war damals 2 1/2 Jahre alt. Meine Eltern arbeiteten in einem Schloss und als die Besitzer verstarben, suchten meine Eltern nach etwas Neuem. Sie entschlossen sich dazu, in die USA auszuwandern.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Unsere Verwandten lebten alle in Deutschland. Meine Eltern hatten mit ihren drei jungen Kindern daher keinerlei Rückhalt in den USA.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Wir haben damals unmittelbar die Greencard erhalten.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Meine Eltern kauften 40 Acre Land an der Ostküste von Maryland. Mein Vater war Tischlermeister, also haben wir das Land an einen lokalen Bauern vermietet. Ich habe die freie Natur geliebt und absolvierte schließlich ein Studium an der University of Maryland in Agrarwissenschaften. Heute bin ich Bio-Farmerin.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Das Tolle an den USA ist, dass jeder, der Antrieb und Entschlossenheit besitzt, hier alles erreichen kann.

Leben Sie jetzt „den amerikanischen Traum“?
Ich lebe auf meinem Betrieb, der Paradise Farms heißt. Die Farm ist 7,5 Acre groß und ein wahres Paradies. Wir liefern Gemüse und essbare Blumen an die besten Köche Miamis. Wir sind von einem tropischen Wald umgeben und ich kann jeden Tag die guten Bioprodukte meiner Farm essen. Meine besten Tage sind die Tage, an denen ich meine Farm nicht verlassen muss.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Ich liebe die Vegetation und das Wetter. Man kann das ganze Jahr über aus unserem Garten ernten. Ich lerne immer noch so viel über die tropischen Früchte und Gewächse Südfloridas.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Die “just do it”-Einstellung, die man hier gegenüber dem Erfolg hat.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Mohnkuchen!

Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Ich fliege sogar im September nach Deutschland und werde von Prag nach Freiburg wandern: 964 Kilometer! Im letzten Oktober bin ich 655 Kilometer durch Nordspanien gelaufen und nun bin ich süchtig nach Wandertouren. Ich freue mich schon darauf, die Wildblumen zu sehen und mich von der deutschen Landschaft inspirieren zu lassen. Und natürlich darauf, Deutsch zu sprechen und meine Verwandten in Freiburg zu besuchen.

Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Für meine Eltern war das größte Problem wohl die Abgeschiedenheit von der Heimat und die Tatsache, die Sprache anfangs noch nicht beherrscht zu haben. Als ich in die Schule kam, sprach ich schon gut Englisch. Meine ältere Schwester hingegen musste den Einstieg in die Schule ohne Englischkenntnisse bewältigen.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Wir bieten Abendessen auf unserer Farm an und haben einige Bungalows für “Bed und Breakfast”-Übernachtungen gebaut. Außerdem bauen wir unsere Produktlinie weiter aus. Wir möchten auf der Farm mehr Events anbieten und Gästen die Möglichkeit bieten, eine kleine Bio-Farm live zu erleben. Eine Farm, die in den Subtropen liegt und diese einzigartige Vegetation bietet. Die Events finden Gäste auf unserer Webseite.

Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Die USA sind wahrhaft ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten und es gibt viele wunderbare Menschen, die einen unterstützen und mit einem arbeiten wollen. Ich glaube, es hängt vieles davon ab, offen für Neues und optimistisch zu sein.

 
  
11. 05. 2011
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