26. 04. 2011
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Auswanderer-Porträts

Bratwurst on the Road

Erst kam der Urlaub, dann die Geschäftsidee und schließlich der Umzug nach Amerika. Über das E2-Investorenvisum leben Roland Hinz und seine Frau Petra Gnade-Hinz in Miami, wo sie seit einem halben Jahr einen mobilen Grill-Imbiss aufbauen. Ein Unternehmensstart mit Hindernissen ...

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Wir, das sind meine Frau Petra und ich, sind seit dem 24.10.2010 in Miami. Wir hatten die Idee zum Auswandern im Februar 2009, als wir nach einem Aufenthalt in Miami eine Geschäftsidee hatten.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Es war nicht schwer, das Leben hinter sich zu lassen. Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage in Deutschland sogar sehr einfach.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Wir haben als Investoren ein E2-Visum bekommen, welches uns erst einmal für zwei Jahre bewilligt wurde.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Wir sind derzeit im Aufbau unseres Mobile Food Unternehmens "Eat Where You Are LLC". Die Idee ist, auf mobilen Dreirädern BBQ-Produkte - von Bratwurst bis Frikadelle - zu verkaufen. Infos zu den Stellplätzen gibt es auf der Facebook-Seite von Eat Where You Are LLC.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Wir haben ganz neu angefangen. In Deutschland war ich 17 Jahre als Vermögensberater selbstständig.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Der Erfolgsfaktor ist sicherlich einmal mehr aufzustehen, als man hinfällt.

Leben Sie jetzt „den amerikanischen Traum“?
Wir leben noch nicht den amerikanischen Traum, da es in der letzten Zeit sehr viele Stolpersteine gab und wir immer wieder aufstehen mussten. Aber in der nächsten Zeit wird es sicherlich so kommen, das wir den amerikanischen Traum leben und erleben können.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Wir genießen die Freiheit zu arbeiten, wann und wo wir wollen, sofern wir zu tun haben. Das Gefühl nach vollbrachter Arbeit würden wir nicht tauschen wollen.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Für uns liegen die Vorteile im System der Steuern und und in der Abrechnung von Mitarbeitern.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Wir vermissen lediglich die ein oder anderen Lebensmittel. Der Rest ist durch Importfirmen abgesichert.

Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Nein, die gibt es eigentlich nicht.

Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Die Ämter (für die Lizenzen und Zulassung unserer Räder), korrupte Makler und Autohändler, die Garantien aussprechen aber nicht halten (das Auto ist seit fünf Wochen defekt und noch immer nicht repariert).

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Unsere Zukunftspläne sind, das Unternehmen weiter aufzubauen, privat noch mehr geordnet zu werden und einen Investor zu finden, um ein zweites Gewerbe zu eröffnen. Wir planen den Vertrieb von deutschen Backwaren über ein kleines Ladenlokal und auf Wochenmärkten.

Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Diejenigen, die beabsichtigen, nach Amerika auszuwandern, sollten - wie wir auch - mindestens anderthalb bis zwei Jahre Planung einkalkulieren und ein Startgeld von einem Jahr Lebenshaltungskosten ohne Einkommen mitbringen. Zu beachten ist, das hier alles etwas langsamer abläuft als in Deutschland. Allein die Lizenzierung für unser Fahrrad hat sechs Monate gedauert und die anderen Papiere sind auch nicht schnell besorgt. Also viel Zeit und ein finanzielles Polster mitbringen und eine Auswanderung gut überdenken.

 
  
26. 04. 2011
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