Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Wir leben nun seit gut einem Jahr in Clearwater. Angefangen hat alles mit einem Kindheitstraum von mir. Ich wollte entweder auf einem Segelschiff die Welt umsegeln oder irgendwann einmal in diesem großen weiten Land, den USA, leben. Als kleines Mädchen habe ich immer von einer reichen Tante in Amerika geträumt, die mich eines Tages einlädt, zu sich zu kommen. Leider habe ich diese Tante bis heute nicht gefunden.
Dafür haben mein damaliger Lebenspartner und heutiger Ehemann Andy und ich Ende 2003 in einem TV-Werbespott die Agentur "The American Dream" kennen gelernt. Da auch er gerne auswandern wollte, meldeten wir uns noch am gleichen Tag online für die Greencard-Verlosung 2003 an. Wir setzten uns zum Ziel, spätestens am 3. Dezember 2013 in Florida zu leben. Das war das große Versprechen, welches wir uns gegenseitig gaben und auch täglich vor Augen halten wollten. Wir haben uns eine Landkarte von Florida ausgedruckt und diese mit "unserem Ziel", dem Datum und unserer Unterschrift versehen. Jeder von uns hängte sich sein Ziel im eigenen Büro auf und täglich, wenn wir unsere Büroarbeiten in unserem Fahrschulzentrum erledigten, konnten wir unser Ziel aufs Neue ins Auge fassen.
War es schwer, das Leben in der Schweiz hinter sich zu lassen?
Da wir uns vier Jahre lang tagtäglich mit dem Auswandern beschäftigt haben, fiel uns dieser Schritt, die Schweiz zu verlassen, überhaupt nicht schwer. Wir haben beide zwar die ganze Familie in der Schweiz, aber wir sind ja nicht auf einem anderen Planeten, und es gibt ja noch Flugzeuge. Übrigens sehen wir seit unserer Auswanderung unsere Familien viel häufiger als vorher, da wir nämlich regelmäßig skypen (Anm. d. Red.: das Online-Bildtelefon).
Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Am 20. April 2007 habe ich von der Agentur The American Dream eine E-Mail erhalten, dass ich eine glückliche Gewinnerin der Greencard-Verlosung bin. Eine Woche später hatte ich bereits alle Antragsunterlagen von den US-Behörden aus Kentucky im Briefkasten. Das Dumme war jedoch, dass ich bei einer zweiten Verlosung gezogen wurde (bei der ersten Runde wurden nicht alle Gewinne eingelöst), was bedeutete, dass ich nur sechs Monate Zeit hatte, um alle Formulare auszufüllen und alle notwendigen Unterlagen zusammenzustellen, um schließlich das Visum DV-1 auf der US-Botschaft in Bern in der Schweiz zu erlangen. Bis zum 30. September 2007 hieß es für mich also "Gas geben"! Letztlich konnten wir sogar schon am 20. August 2007 vom Botschafter persönlich unsere Visum-Zusagen entgegennehmen. Ich hatte alle Anforderungen voll erfüllt.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Seit unserer Ankunft sind wir am Aufbau einer großen Schreinerei, der Spacewerks Inc., beteiligt. Da es hier keine ausgebildeten Fachkräfte gibt, wie wir sie aus der Schweiz gewohnt sind, leiten wir die Painter-Finishing-Abteilung selbst. Das heißt, wir sind verantwortlich für das Schleifen und Lackieren der hergestellten Möbel. Da Andy gelernter Autolackierer ist und hier noch keiner so einen Finish gesehen hat, wie er das macht, gilt er heute bereits als der beste Finisher von ganz Florida. In der Zeitschrift „Florida Homebuyer Tampa Bay“ erschien sogar ein zweiseitiger Bericht mit Bildern über unsere Arbeit. Wenn wir Ende dieses Monats unser Haus in der Schweiz verkauft haben, werden wir uns an der Firma Spacewerks Inc. finanziell beteiligen und offiziell als Partner auftreten können.
Als zweites Standbein werden wir noch eine zweite Firma im Immobilien-Bereich gründen. Wir werden dann Ferienwohnungen vermitteln über unsere Homepage. Damit in Zukunft mehr deutschsprachige Touristen das wunderbare Zentralflorida zu günstigen Bedingungen, mit deutschsprachiger Betreuung versteht sich, kennen lernen können. Jedoch sind wir erst in der Planung und benötigen sicher noch ein paar Monate, bis alles so läuft, wie wir uns das vorstellen.








