Auswanderer-Porträts
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Deutsch-amerikanisches Familienglück

Mit seiner amerikanischen Ehefrau zog Uwe Döringer vor zehn Jahren von Deutschland nach Südflorida. Der Unternehmer schwärmt vom Familien- und Arbeitsleben in Amerika und von der kulturellen Vielfalt seiner neuen Heimat Miami.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA, und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich lebe seit 1999 in den USA. Gelandet bin ich hier durch meine Frau Gillian, die Amerikanerin ist. Sie hat mehrere Jahre in Deutschland gelebt, wo wir uns auch 1993 kennen lernten. Nachdem wir beide beruflich - und auch wegen des Wetters - in Deutschland nicht wirklich glücklich waren, haben wir uns 1999 entschieden, zunächst probehalber für zwei bis drei Jahre in die USA zu ziehen, um zu sehen, ob es uns dort besser gefällt.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Das Schwierigste war wohl zu wissen, dass die Familie und viele alte Freunde von nun an weit entfernt sein würden. Man lässt zudem sein ganzes soziales Netzwerk hinter sich und muss sich komplett neu orientieren – angefangen mit ganz einfachen Dingen wie verlässlichen Handwerkern, die man hier in Miami nur schwer findet.

Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Über ein Visum, nachdem meine Frau und ich 1998 geheiratet haben.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Zusammen mit einem amerikanischen Geschäftspartner arbeite ich im Bereich des nachhaltigen Tourismus. Unsere Firma Dragonfly Expeditions bietet Touren und Mehrtagesreisen an, auf denen die Natur, Geschichte, Kultur und auch die kulinarischen Seiten Floridas und der Karibik erforscht werden.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Anfangs hatte ich versucht, in meinem alten Geschäftsbereich Non-Profit Fuß zu fassen. In Deutschland hatte ich für die Bischöfliche Aktion Adveniat in Essen gearbeitet. Das ist die Hilfsorganisation der katholischen Bistümer in Deutschland, welche die pastorale Arbeit der Kirche in Lateinamerika und der Karibik unterstützt. Die gesamte Weihnachtskollekte in Deutschland fließt diesem Zweck zu. Da Miami stark von Lateinamerika und der Karibik beeinflusst ist, dachte ich mir vor meinem Umzug hierher, dass sich dadurch für mich Anknüpfungspunkte bieten könnten.

Doch ich habe schnell gemerkt, dass der Non-Profit Bereich hier in den USA völlig anders funktioniert. Er erhält in den USA weniger staatliche Unterstützung als in Deutschland, und darüberhinaus ist es besonders in Florida sehr schwer, einen bezahlten Vollzeitjob in diesem Bereich zu bekommen, von dem man auch leben kann. Vieles läuft über ehrenamtliche Mitarbeiter, oder das Gehalt ist sehr klein. Das gilt hier auch für die Kirchen, die, anders als in Deutschland, nur sehr wenige hauptamtliche Mitarbeiter bezahlen können. Zudem ist die Spendenbereitschaft und generell die Anzahl von Hilfsorgansationen in Miami im Vergleich zu anderen Städten in den USA eher gering, was daran liegt, dass dieses Konzept in der lateinamerikanischen Kultur nicht sehr verbreitet ist.

Nach einem kurzen Zwischenspiel bei einer Softwarefirma bot sich mir 2002 die Möglichkeit, mich mit meiner Firma in einem völlig neuen Sektor selbständig zu machen.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Zugegebenermaßen hatte ich den großen Vorteil, dass meine Frau Amerikanerin ist, und es uns darum leichter fiel, hier Wurzeln zu schlagen. Sie fand schneller als ich einen Job und kam in der Karriere besser vom Fleck.

Einer der größten Erfolgsfaktoren ist der Drang, den eigenen Lebenstraum verwirklichen zu wollen. Neben dem Wunsch, "nach den Sternen zu greifen", gehört auch eine gehörige Portion Ehrgeiz dazu. Das Wichtigste dabei ist jedoch, dass man sich den Job aussucht, der einem wirklich Spaß macht. Dann spielt es auch keine so große Rolle, dass man hier weniger Urlaubstage als in Deutschland hat. Man braucht nicht so viel Freizeit, wenn man tagtäglich das tut, was einen erfüllt. Der Übergang zwischen Arbeit und Privatleben ist hier fließender.

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