26. 09. 2009
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Auswanderer-Porträts

Ein Jahr High School in Florida

Mit nur 16 Jahren verließ Jasmin Holzbecher vor zwei Monaten ihre Heimat Passau und ging alleine nach Florida – weit weg von Freunden und Familie. Dort erlebt die Deutsche derzeit das Abenteuer ihres Lebens: ein Austauschjahr an einer amerikanischen High School.

Autor: Sarah Czuratis

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Wie kamen Sie auf die Idee, für ein Jahr an eine amerikanische High School zu gehen?
Während meiner Zeit in der Abschluss-Klasse der Gisela-Realschule informierte ich mich über alle Möglichkeiten für die Zeit danach. Erst war das Auslandsjahr nur eine Option von vielen, aber nachdem meine Schwester voller Begeisterung von ihrem Au-pair-Aufenthalt in Italien zurückkehrte, entschied ich mich schließlich für das High-School-Jahr in den USA.

Seit wann und wo sind Sie in Florida und wie lange dauert Ihr Aufenthalt?
Ich wohne seit dem 1. August in Titusville. Die Stadt ist etwa eine halbe Stunde von Orlando entfernt und liegt an der Ostküste Floridas. Das Schülervisum erlaubt mir, bis Ende Juni 2010 in den USA zu bleiben.

Wie haben Sie Ihren High-School-Aufenthalt organisiert?
Vieles hat die Organisation AYUSA International für mich übernommen, über die ich den Aufenthalt geplant habe. Sie haben mich optimal auf die High-School-Zeit und die amerikanischen Gegebenheiten vorbereitet. Trotzdem waren noch viele Formulare und Behördengänge notwendig wie z. B. die Beantragung meines Reisepasses oder der Visum-Termin bei der amerikanischen Botschaft (in meinem Fall in München), zu dem jeder Antragsteller persönlich erscheinen muss.

Welche Vorbereitungen mussten Sie vor Ihrer Abreise treffen?
Zuerst bewarb ich mich bei AYUSA. Dazu waren ein ärztliches Attest, ein englischsprachiger Aufsatz mit ausführlichen Beweggründen für meinen Aufenthaltswunsch und eine genaue Beurteilung von meiner Lehrerin notwendig. Anschließend veranstaltete die Organisation ein Vorbereitungstreffen in Würzburg für mich und meine Eltern, wo uns alles Wichtige erklärt wurde. Die richtige Kreditkarte musste gefunden werden. Es waren aktuelle Fotos anzufertigen. Allein die vielen Fragen für den Antrag des Visums über das Internet auszufüllen dauerte mehr als zwei Stunden. Mit den vielen Formularen und Erklärungen musste ich dann alleine – und mit einem etwas mulmigen Gefühl in der Magengegend – zur Botschaft fahren.

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Florida gekommen?
Ich wollte mein Englisch verbessern und eine neue Kultur kennen lernen.

Ihre ersten Eindrücke von Florida?
Die ersten Eindrücke sind traumhaft! Als ich aus dem Flughafen kam, sah ich sofort die schönen Palmen, natürlich ist das Wetter toll.

Wie gefällt Ihnen das Leben in einer amerikanischen Gastfamilie?
Es ist wirklich schön, besonders wenn man eine Gastfamilie hat, die einen so sehr unterstützt wie meine. Meine Gastschwester Eva hat genau die gleichen Interessen wie ich, und es scheint fast so, als seien wir tatsächlich miteinander verwandt. Wir sind uns in vielem sehr ähnlich. Ich habe wirklich "a lot of fun" mit meiner Gastfamilie.

Wie sieht ein typischer Tag in Ihrem High-School-Leben aus?
Zuerst fahre ich mit einem gelben Bus, wie man ihn aus den Filmen kennt, zu meiner Schule. Dort treffe ich mich mit meinen Freunden in der Caféteria. Anschließend gehe ich zum Unterricht in mein Klassenzimmer. Es macht wirklich Spaß, hier zur Schule zu gehen. Alle sind locker und der Unterricht nicht so ernst und bei Weitem nicht so langweilig. Nach der Schule habe ich entweder "Cross Country Training" (Langstreckenlauf) oder ein Clubmeeting. Dann komme ich nach Hause, mache Hausaufgaben, esse Dinner und dann ist es meist schon 24 Uhr.

Wie unterscheidet sich das Leben in den USA von dem in Deutschland?
Das Schulsystem ist wohl der größte Unterschied. Das Wechseln des Klassenzimmers nach jeder Unterrichtsstunde und den verschiedenen Klassengruppen macht die Schule in den USA viel aufregender. Schulstunden dauern hier anderthalb Stunden, die aber viel schneller vorbeigehen als in Deutschland. Der Sport nach der Schule wird hier ganz groß geschrieben. Die große Auswahl an verschiedenen Sportarten oder Clubs ist wirklich erstaunlich.

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