Auswanderer-Porträts
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Ein Schuljahr in den USA

"Sonnenstaat auf Zeit" lautet die Divise von Laura Windsberger, die zurzeit in einer Gastfamilie in Zentralflorida lebt. Dort erfährt die 16-Jährige alles über die Eigenheiten des Schulalltags in den USA und die spannenden Unterschiede zwischen der deutschen und amerikanischen Kultur.

Autor: Sarah Czuratis

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Wie kamen Sie auf die Idee, für ein Jahr an eine amerikanische High School zu gehen?
Ich hatte die Idee eigentlich schon seit mehreren Jahren. Ich war schon immer von anderen Sprachen, Ländern und Kulturen fasziniert und wollte unbedingt einmal auf eine High School gehen. Ich habe damals nicht damit gerechnet, dass der Zeitpunkt, meine Idee in die Tat umzusetzen, so schnell kommen würde.

Seit wann und wo sind Sie in Florida und wie lange dauert Ihr Aufenthalt?
Ich lebe seit dem 15. August 2009 in einer kleinen Nachbarschaft in Ocoee (die Stadt liegt in der Nähe von Orlando) und werde voraussichtlich bis Mitte Juni 2010 hier bleiben.

Wie haben Sie ihren High-School-Aufenthalt organisiert?
Organisiert habe ich den Austausch über AYUSA International. Die Organisation hat für mich die Gastfamilie und die Schule gefunden und die Flüge gebucht.

Welche Vorbereitungen mussten Sie vor Ihrer Abreise treffen?
Ich musste mich erst einmal für einen Platz bei AYUSA bewerben. Dafür habe ich einen Aufsatz über mich geschrieben und Einiges an Fragebögen ausgefüllt. Außerdem musste mein Englischlehrer meine Sprachkenntnisse und ein Arzt meine Gesundheit auswerten. Danach hatte ich ein persönliches Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Organisation – sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.

Weiterhin musste ich einen Test ablegen, der dazu diente, mich in einen amerikanischen Jahrgang einzustufen und meine Sprachkenntnisse zu überprüfen. Als ich mich für das Austauschjahr qualifiziert hatte, dauerte es nicht mehr lange bis zum Vorbereitungswochenende, wo wir Einiges über die Besonderheiten der amerikanischen Kultur erfuhren. Danach musste ich mein Visum beantragen, wofür ich zur amerikanischen Botschaft nach Berlin gefahren bin. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, wurde mir das Visum nach wenigen Tagen per Post zugeschickt – und schon kurze Zeit später bin ich ins Flugzeug nach Florida gestiegen.

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Florida gekommen?
Ich habe versucht, für alles offen zu sein. Ich konnte nicht einschätzen, wie es werden würde und wollte es auch gar nicht versuchen. Ich habe allerdings erwartet, dass das Wetter eine Umstellung für mich sein würde. Mittlerweile habe ich die heißesten Tage wahrscheinlich hinter mich gebracht und bin ein bisschen froh darüber. Aber da hier sowieso alles klimatisiert ist, war es gar nicht so schlimm, wie ich zuerst befürchtet hatte. Ansonsten habe ich einfach gehofft, dass ich hier eine unvergessliche und tolle Zeit haben würde. Dieser Wunsch ist schon jetzt in Erfüllung gegangen.

Ihre ersten Eindrücke von Florida?
Vieles erscheint mir hier viel weitläufiger als in Deutschland. Wenn man aus den bewohnten Gebieten herausfährt und auf das flache Land schaut, sieht man manchmal lange Zeit keine Häuser mehr. Das ist bei uns in Deutschland praktisch nie so. Das Wetter sowie die Tier- und Pflanzenwelt sind hier auch ganz anders. Ich habe bisher sehr viele nette Menschen kennen gelernt und festgestellt, dass die Leute hier oftmals offener und gesprächiger sind.

Wie gefällt Ihnen das Leben in einer amerikanischen Gastfamilie?
Mir gefällt alles ziemlich gut. Ich habe ein "Single-Person Placement" bekommen. Das bedeutet, dass ich bei einer alleinstehenden Person lebe. Ich komme mit meiner Gastmutter aber gut klar. Wir versuchen stets, einander zu helfen. Ich unterstütze sie im Haushalt und sie hilft mir bei meinen Hausaufgaben. Sie versucht sogar, ein wenig Deutsch zu lernen.

Wie sieht ein typischer Tag in Ihrem High-School-Leben aus?
Ich stehe bereits um 5.45 Uhr auf und eine Stunde später werde ich von einem Jungen aus meiner Nachbarschaft mit dem Auto abgeholt. Mit uns fahren noch zwei andere Jugendliche, die bei mir in der Nähe wohnen. Wir versuchen uns dann durch den allmorgendlichen Schulverkehr zu drängeln und sind zwischen 7.05 Uhr und 7.10 Uhr in der Schule. Bevor der Unterricht um 7.20 Uhr beginnt, treffe ich mich meist noch schnell mit meinen Freunden.

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