17. 01. 2011
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Auswanderer-Porträts

"Eine ganze Weile weg" - Austauschjahr in Amerika

Mit nur 15 Jahren machte sich die Hamburgerin Johanna Jeske auf ins Abenteuer Ausland. Bepackt mit einem US-Visum, einem Reisekoffer und jeder Menge Erwartungen ging es für die Schülerin nach Titusville/Florida. Dort lebt die Deutsche bei einer amerikanischen Gastfamilie und besucht für ein Jahr eine typische U.S. High School.

Autor: Sarah Czuratis

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Wie kamen Sie auf die Idee, für ein Jahr an eine amerikanische High School zu gehen?
Meine Freunde hatten die Idee, ins Ausland zu gehen und als dann einer von ihnen aus den USA zurück kam und er so tolle Geschichten erzählte, habe ich mich dazu entschieden, auch ein Auslandsjahr in den USA zu verbringen. Ich wollte schon immer mal das amerikanische Leben kennenlernen.

Seit wann und wo sind Sie in Florida und wie lange dauert Ihr Aufenthalt?
Ich bin seit Ende Juli in Titusville und werde hier auch noch bis Ende Mai oder Anfang Juni mein amerikanisches Leben genießen.

Wie haben Sie Ihren High-School-Aufenthalt organisiert?
Ich habe damit angefangen, meine Mutter zu überzeugen, dass ich ein Schuljahr in den USA verbringen möchte. Natürlich musste ich auch den anderen Familienmitgliedern beibringen, dass ich für eine ganze Weile weg sein werde. Danach musste ich die Formulare ausfüllen und warten, bis sich eine Gastfamilie findet.

Welche Vorbereitungen mussten Sie vor Ihrer Abreise treffen?
Ich habe mich erst einmal ausgiebig erkundigt, welche Auslandsorganisationen es gibt und welche mir am besten gefällt. Nach einer Weile habe ich gemerkt, dass ich mich bei AYUSA am wohlsten fühle. Danach ging das Planen aber erst richtig los, da ich mich für Stipendien beworben habe, mein Visum beantragen musste und Veranstaltungen von AYUSA besuchte. Das Wichtigste war jedoch die Vorbereitung auf den Gedanken, ein Jahr von zu Hause weg zu sein. Um den Flug musste ich mich nicht kümmern, das hat die Organisation für mich übernommen. Mit einer Gruppe von anderen Austauschschülern bin ich dann für drei Tage nach New York geflogen und habe dort mit den anderen die Stadt erkundigt. Über AYUSA konnten die amerikanischen Gastfamilien mich auch als ihre Austauschschülerin wählen. Das Einzige, was ich noch machen musste, war den Kontakt zur neuen Gastfamilie aufbauen, meine Sachen packen und mich dann von Familie und Freunden verabschieden.

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Florida gekommen?
Meine Erwartungen waren, dass ich ein super Auslandsjahr haben würde, mit sehr viel Spaß und vielen tollen Erfahrungen. Darüber hinaus wollte ich auch meine Sprachkenntnisse verbessern und eine nette Familie kennenlernen.

Ihre ersten Eindrücke von Florida?
Dass es hier fast immer sonnig ist und dass die Leute sehr nett und offen sind.

Wie gefällt Ihnen das Leben in einer amerikanischen Gastfamilie?
Super! Ich fühle mich schon nicht mehr als eine Austauschschülerin, sondern als ein Mitglied dieser amerikanischen Familie.

Wie sieht ein typischer Tag in Ihrem High-School-Leben aus?  
Nachdem ich mich für die Schule fertig gemacht habe, warte ich auf dem gelben Schulbus, der mich zur Schule bringt. Bis zum Nachmittag bin ich in der Schule und fahre dann mit dem Schulbus wieder zurück nach hause. Dort warte ich bis meine Gastschwester und mein Gastvater wiederkommen, sodass meine Gastschwester und ich etwas zusammen unternehmen können, wie zum Beispiel auf dem Trampolin springen. Dann warten wir auf die Gastmutter und gehen manchmal Shoppen. Abends essen wir gemeinsam und schauen TV.

Wie unterscheidet sich das Leben in den USA von dem in Deutschland?
Ein großer Unterschied ist, dass man in Deutschland auch ohne Auto flexibel ist. Was ich in den USA jedoch besser finde ist, dass die Schulen viel mehr Angebote haben als in Deutschland. Hier gibt es viel mehr Sportteams und der sogenannte “school spirit”, also der Teamgeist in der Schule, ist viel besser als in Deutschland. Darüber hinaus gibt es in den USA viel interessantere Fächer zur Auswahl.

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17. 01. 2011
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