24. 06. 2011
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Auswanderer-Porträts

Florida: "Ein Paradies für Selbständige"

Ein schlimmer Autounfall ihres Mannes bewog Gabriele Petersen und ihre Familie dazu, einen beruflichen Neustart zu wagen und nach Coral Springs im Sunshine State auszuwandern. Im Florida Sun Interview erzählt die 48-Jährige von den Vorteilen der Selbständigkeit in den USA und verrät, warum sie sich auch nach 15 Jahren noch nicht an das amerikanische Essen gewöhnen kann ...

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Wir sind 1996 in die USA eingewandert. Ausschlaggebend war ein Verkehrsunfall meines Mannes im Jahr zuvor. Er hatte einen schlimmen Autounfall, der ihn berufsunfähig machte. Er war Pilot. Ebenso rieten Ärzte dazu, in ein wärmeres Klima zu wechseln, was meinem Mann besser täte. Da mein Mann seine Flugausbildung in Fort Lauderdale machte, kannten wir die Gegend ziemlich gut.

War es schwer, alles in Deutschland hinter sich zu lassen?
Diese Frage kann ich mit einem klaren Nein beantworten. Allerdings bin ich eine Person, die man so ziemlich überall "hinsetzen" kann. Da mein Leben, wie wir es uns vorgestellt haben, sowieso nicht mehr in Deutschland existierte, war die Auswanderung eine neue Aufgabe.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Wir sind über das Investitions-Visum E2 eingereist. Allerdings mit den größten Schwierigkeiten, die ich hier nicht erläutern kann, da diese Geschichte allein mindestens 100 Seiten füllen würde. Dazu muss ich sagen, dass wir zu gutgläubig und nicht gut genug informiert waren. Kurz gesagt: Wir hatten den falschen Rechtsanwalt, der uns zusätzlich ein Vermögen gekostet hat.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Angefangen haben wir hier mit einem kleinen Hotel, da ich aus der Hotelbranche komme. Heute besitzen wir Apartments, die wir jährlich vermieten.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Ich würde sagen, dass der Erfolgsfaktor ist für jeden anders ist. Wenn etwas für den einen funktioniert, muss es nicht heißen, es funktioniert auch für den anderen. Man muss in der Lage sein, sich dem jeweiligen Land und Gewohnheiten anzupassen, sich gründlich zu informieren. Auf keinen Fall sollte man hier zwei Wochen Urlaub machen und sich daraufhin entscheiden, hierhin auszuwandern.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Als amerikanischen Traum würde ich es nicht bezeichnen. Diesen Ausdruck gibt es für mich nicht. Jedes Land hat seine Vor-und Nachteile. Amerika hat auch Nachteile, die in meinem Fall akzeptabel sind. Wir haben ein gutes Leben hier. Wir haben das beste aus unserer Situation gemacht, sind glücklich hier und bleiben auch in den USA. Allerdings gab es auch viele Schwierigkeiten zu überwinden, die man in Deutschland nicht gehabt hätte.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Amerika, speziell in Florida?
(Lacht) Das Wetter, den Strand und die Sonne! Wir lieben es, mit unserem Boot aufs Meer rauszufahren und genießen unseren Pool. Das sind Dinge, die wir nicht mehr missen möchten.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Für Selbstständige ist es ein Paradies im Vergleich zu Deutschland, wo es auf Grund der Steuern schwer ist, selbständig zu sein. Allerdings würde ich es mir zweimal überlegen, hier als Angestellte zu arbeiten. Was ich so von meinen Freunden hier höre ... Da ist man in Deutschland – so glaube ich – besser dran.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Am meisten vermisse ich das Essen. Ich habe mich nach 15 Jahren immer noch nicht an das Essen hier gewöhnt. Ich liebe meine deutschen Kuchen, Wurst, Brot, Spätzle etc. Ebenso vermisse ich die kleinen gemütlichen Lokale, wo man mit Freunden gemütlich sitzen und nur etwas trinken kann und nicht gleich die Rechnung vorgelegt bekommt.

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