Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Mein Onkel war Ernst Leitz, der Besitzer der Leitz Werke in Wetzlar, bekannt durch die Herstellung von Leica Cameras und medizinischen Instrumenten wie Mikroskopen. Durch ihn bin ich als Praktikant nach New York gekommen und blieb schließlich hier, als mir eine interessante Stelle angeboten wurde.
War es schwer, das Leben in Österreich hinter sich zu lassen?
Nur in Hinsicht auf meine Freunde, die ich in München und Salzburg zurücklassen musste.
Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Ich bin 1973 über ein Praktikantenvisum eingereist. Später habe ich dann die Greencard erhalten.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich arbeite an verschiedenen Investitionen wie Immobilien, Restaurants und Aktien. Zudem besitze ich ein Studio, in dem ich meine Kunst herstelle. All meine Werke sind von Automobilen inspiriert. Schon als Kind in Österreich habe ich Spielzeugautos gesammelt. Autos haben mich einfach schon immer fasziniert.
Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Nachdem ich Leitz nach sieben Jahren verlassen habe, bin ich 1981 von New York nach Florida gezogen und habe bei Sotheby’s International Real Estate als Immobilienhändler gearbeitet.
Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist eine gute Ausbildung, und damit ist nicht unbedingt ein Hochschulabschluss gemeint, sondern auch Berufsausbildungen.
Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Ja, aber ohne eine fundierte Ausbildung und den Willen, hart zu arbeiten (ein Angestellter hat in den USA maximal zwei Wochen Urlaub) geht man hier unter.
Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Ich mag das Wasser, den heißen Sommer und den Strand ehrlich gesagt nicht. Dafür liebe ich die Leute, die aus aller Welt kommen, den unterschiedlichsten Religionen angehören und interessante Berufe haben.
Welche Vorteile hat man in Amerika?
Man kann so ziemlich jede Art an Unternehmen gründen - ohne einen großen Behördeneinfluss. So kann man zum Beispiel auch ohne eine Ausbildung auf dem Gebiet eine Autowerkstatt, ein Restaurant oder ein Geschäft eröffnen.
Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Österreich kennen?
Den "Professionalism" (also in etwa den "Stolz") bei der Arbeit. Außerdem die deutsche Küche, die Sauberkeit und den Charme der Landschaft und Orte in Bayern und Österreich.
Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Österreich zurücksehnen?
Ja, ich ziehe auch zurück, sobald wir in den USA wieder einen "Bush"-ähnlichen Präsidenten wählen.
Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Man muss hier mit dem Marketing stets auf dem Laufenden bleiben, sonst überrollt einen die Konkurrenz.
Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Ich werde auch weiterhin meine Investitionen und meine Kunst betreiben. Alles so weiter wie bisher.
Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Es wird den deutschen Auswanderern oft nachgesagt, dass sie "alles besser wissen" und sie sich beschweren, dass "zu Hause alles viel besser sei". Eine solche Einstellung sollte man besser nicht mitbringen.





