15. 06. 2012
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Auswanderer-Porträts

Fürs Leben lernen: Highschool-Jahr in Florida

Eine neue Umgebung, eine neue Kultur, eine neue Sprache. Es sind viele spannende Veränderungen, die ein Auslandsaufenthalt mit sich bringt. Das weiß auch Ellen Hajduk, die ein Jahr lang eine High School im Nordwesten Floridas besuchte. Dabei lernte die 16-jährige Nürnbergerin, wie man die "Herausforderung Auslandsjahr" annimmt und zu einer unvergesslichen Zeit macht.

Autor: Sarah Czuratis

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Wie kamen Sie auf die Idee, für ein Jahr an eine amerikanische High School zu gehen?
Mich haben andere Kulturen und Länder schon immer gereizt. Ich dachte, das wäre eine tolle Weise, etwas Neues kennenzulernen. Ich habe mich mit Freunden unterhalten, die ein High School-Jahr gemacht haben und da ich meistens die Antwort "Es war toll, wenn du die Chance hast dann mach es!" erhalten habe, wollte ich es unbedingt machen. Das Lernen der Sprache war auch ein schöner Bonus.

Wann und wo waren Sie in Florida und wie lange dauerte Ihr Aufenthalt?
Ich habe mich dort im Schuljahr 2010/2011 aufgehalten und zwar in einer Kleinstadt namens Milton im Nordwesten Floridas.

Wie haben Sie ihren High-School-Aufenthalt organisiert?
Durch eine Organisation.

Welche Vorbereitungen mussten Sie vor Ihrer Abreise treffen?
Ich musste mich für eine Organisation entscheiden, die sich dann um fast alles gekümmert hat: Schule, Familie, Flug. Nur um das Visum musste sich jeder selber kümmern.

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Florida gekommen?
Mit ganz vielen. Und wenn ich zurück blicke, mit zu vielen. Ich habe mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht, dass es eventuell schwer sein könnte, beispielsweise in ein Sporteam zu kommen oder auch in der Gastfamilie seinen Platz zu finden. Meine Erwartungen waren sehr hoch und naiver Weise dachte ich, alles an diesem Jahr würde toll werden. So war es natürlich nicht. Es gab Höhen und Tiefen. Aber im Nachhinein war es einfach toll. Man muss mit einigen Herausforderungen klarkommen. Das gehört einfach dazu. Aber wenn man offen ist, kann einfach nichts schief gehen.

Was waren Ihre ersten Eindrücke von Florida?
HEISS! Ich kam im August an und es war beinahe unangenehm heiß. Aber ich war überwältigt von der Umgebung, den Häusern, der Weite. Aber am meisten hat mir "the Southern Way of Life" gefallen. Die Leute waren so nett und offen, wie sie nur in den Südstaaten sind.

Wie gefiel Ihnen das Leben in einer amerikanischen Gastfamilie?
Sehr gut, wenn es auch sehr anders ist. Für mich war die Familiensituation neu und ich musste mich erst einfinden, aber das ging schnell und ich hatte dann auch ganz viel Spaß.

Wie sah ein typischer Tag in Ihrem High-School-Leben aus?  
Es war nicht nur Schule. Es war eine Mischung aus Gilmore Girls, One Tree Hill und High School Musical. Ehrlich! Viele Klischees stimmen. Mit dem Schulbus vor der Tür abgeholt werden, super nette Lehrer haben, das Chaos in der Cafeteria. Nach der Schule, die immer viel zu lang war, ging’s für mich entweder ab in die Turnhalle, auf den Rasen oder auf den Tennisplatz. Der Sport war für mich das Beste an der amerikanischen High School!

Wie unterscheidet sich das Leben in den USA von dem in Deutschland?
Amerikaner sind so viel optimistischer, offener und lebensfroher. Ich wurde von mehreren Familien wie eine Tochter behandelt. "I love you" war so gängig wie "How are you?" und das fand ich toll.

Was haben Sie in Ihrer Freizeit in Florida unternommen?
Sport, Sport, Sport. Wir haben aber auch viel mit der Familie gemacht, darunter Reisen durchs Land.

Was haben Sie am meisten am Leben in Florida genossen?
Das Wetter und die Freundlichkeit der Amerikaner.

Haben Sie Dinge vermisst, die Sie aus Deutschland kennen?
Ich habe das Essen ein wenig vermisst. Das Brot und Mamas Spaghetti. Der Vater meiner amerikanischen Freundin hat mir sogar superteures Sprudelwasser gekauft, weil ich es so vermisst habe.

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