16. 02. 2010
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Auswanderer-Porträts

German "Mädel" in Florida

Vor sechs Jahren wanderte Sandra Arowood mit ihrem amerikanischen Ehemann nach Florida aus. Dort gründete sie zusammen mit anderen deutschen Ehefrauen die Gruppe "Verrückte German Mädels". Derzeit hat die 27-Jährige jedoch eine ganz andere Priorität: Im Sommer erwarten ihr Mann Kenneth und sie ihr zweites Kind.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Wir leben seit Mai 2004 in Florida. Erst waren wir für acht Monate in Callahan und seit Januar 2005 leben wir in Bryceville. Beide Orte liegen in der Nähe von Jacksonville. Auf den Gedanken auszuwandern kam ich durch meinen Mann Kenneth, der durch die US-Armee in meiner Heimatstadt Bamberg stationiert war. Nach anderthalb Jahren wurde er dann nach Colorado versetzt. Im August 2002 flog ich zum ersten Mal mit ihm nach Florida in den Urlaub, um seine Familie und Freunde kennenzulernen.

Anschließend waren wir jedoch erstmal für 14 Monate getrennt. In dieser Zeit wurde er auch für sechs Monate in den Irak eingezogen, was wirklich schwer für mich war.

Er entschloss sich, nach vier Jahren die Army zu verlassen. Da wir beide zu diesem Zeitpunkt schon sehr viel in die Beziehung investiert hatten, entschieden wir uns am Telefon zur Hochzeit in meiner Heimatstadt.

Im Oktober 2003 kam er wieder nach Bamberg zurück und sechs Wochen später haben wir geheiratet. Seine Eltern und Geschwister sind extra nach Deutschland geflogen, um mit uns zu feiern. Das war unser schönstes Hochzeitsgeschenk.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Ja schon, denn ich bin das Nesthäkchen in meiner Familie. Es war sehr schwierig, meine Eltern - vor allem meine Mutter, der ich sehr nahe stehe - zurückzulassen. Natürlich vermisse ich auch meine Freunde. Schließlich war Deutschland 22 Jahre lang meine Heimat und ich kannte nichts anderes.

Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Ich habe nach der Hochzeit meine Papiere für die Green Card beantragt und nach nur drei Monaten hatte ich die Einreiseunterlagen in meinem Reisepass. Zuerst bekam ich eine zweijährige Aufenthaltsgenehmigung, aber mittlerweile besitze ich die zehnjährige Permanent Resident Card.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich bin Hausfrau und Mutter. Unsere Tochter Leona wird im März drei Jahre alt und im Juni/Juli erwarten wir unser zweites Kind.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ich bin gelernte Rechtsanwalts-Fachangestellte, aber nun wie gesagt Hausfrau und Mama.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Für uns war es der Faktor, dass wir wieder zu Kenneths Wurzeln zurückgekehrt sind. Zudem wusste er schon in Deutschland, dass er hier durch seinen Vater einen Job haben würde. Das mussten wir auch beim Konsulat nachweisen.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Ich denke für jeden bedeutet dieser Traum etwas anderes. Für mich war es wichtig, hier Fuß zu fassen, mit meinem Mann ein glückliches Leben aufzubauen und mich gut einzuleben. Ganz von vorne anzufangen ist ja nie einfach. Nun haben wir ein Haus mit einem großen Grundstück und ich habe ein schönes Auto. Solche Sachen sind in Deutschland wahrscheinlich nicht so einfach möglich wie hier.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Am Anfang haben wir die Nähe zu Orlando und den Themenparks oft ausgenutzt und natürlich auch die Nähe zum Strand. Nun sind wir auf der Suche nach Hobbys für unsere Tochter. Durch meine lokale Spielgruppe lerne ich immer wieder neue Orte kennen und schließe feste Freundschaften, was manchmal nicht so einfach sein kann.

Durch die Yahoo-Gruppe "ScrapFabulousChics" habe ich das Hobby Scrapbooking gelernt, welches mir sehr viel Freude und natürlich wieder weitere neue Freundschaften in meiner nahen Umgebung bringt.. Ich liebe besonders den Frühling und Herbst in Florida und die Tatsache, dass man hier im "Winter" nur im Pullover gekleidet in den Zoo gehen kann, macht doch in Deutschland jeden sehr neidisch. Aber den Schnee und die vier Jahreszeiten vermisse ich hin und wieder schon. Auf die hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer könnte ich gerne verzichten, aber man gewöhnt sich ja an alles.

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16. 02. 2010
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