26. 11. 2010
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Auswanderer-Porträts

Glücklich in Florida

In Deutschland war Fotograf Dan Fischer schon seit Jahren nicht mehr zufrieden. Der Umzug in die USA war für ihn daher ein "logischer Schritt". In Cape Coral fand der 41-Jährige sein neues Zuhause und hat dort nicht nur sein Hobby zum Beruf gemacht, sondern auch sein Glück gefunden.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich wollte schon seit vielen Jahren Deutschland verlassen. Die soziale Ungerechtigkeit, die Belohnung von Faulheit, die ungeregelte Einwanderung, die gezielte Abschaffung des Mittelstandes, die selbstherrlichen und eigene Interessen verfolgenden Politiker, das irrsinnige Steuersystem (was natürlich nötig ist, um den eben genannten Blödsinn zu finanzieren) haben mich dazu getrieben. Ich lebe seit 2008 in den USA.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Da ich mich schon sehr lange damit beschäftigt hatte, war es nur ein logischer Schritt. Es war eine Erleichterung.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Als Erstes wollte ich die USA besuchen, um meine Optionen zu testen. Ich bin ganz normal über ein B-Visum eingereist, um mir Land und Leute genauer anzuschauen.
Die Möglichkeiten waren so umwerfend, dass ich mein B-Visum in ein E-2 umgewandelt habe.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich habe mich auf High End Fotografie (Outdoor und Indoor) spezialisiert. Ebenso biete ich Videoproduktion an. Meine Frau hat eine Hausverwaltungsfirma gegründet.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Fotografie habe ich tatsächlich einmal gelernt, auch wenn es in Deutschland immer nur ein Hobby blieb. Hier habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Geld ist die Basis. Ohne Kapital schafft man es auch hier in Amerika nicht. Das muss dann sinnvoll und vorsichtig investiert werden und man muss natürlich fleißig sein.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Diese Phrase höre ich so oft. Aber mal ehrlich: Was ist das? Wenn der amerikanische Traum die Rockefeller-Story ist, dann "Nein".  Aber es geht mir gut und ich bin glücklich.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Das Wetter hat natürlich seine Reize - die Strände, die Palmen, abends draußen sitzen zu können, wenn in Deutschland Regenmantel-Wetter herrscht …

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Die Möglichkeiten sind tatsächlich grenzenlos. Klingt komisch, ist aber so. Hier kann man sich selbst neu erfinden.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Oh ja, es gibt viele Dinge, die ich vermisse. Da wären: Freundschaft, die schönen Städte, Nougat, Alpicin. Hm, die Liste würde sehr lang. Aber ich bin trotzdem gern hier.

Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Ich vermisse meine Oma, und ich wäre gern öfter bei ihr.

Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Man muss aufpassen, dass man nicht abgezockt wird. Unser Handwerker sollte die Decke verkleiden und als ich zum Haus zurück kam, hatte er die Wasserpumpe ausgegraben und demoliert, um eine neue in Rechnung stellen zu können. Viele Immigrationsanwälte (ich hatte vier, bis ich die Richtige gefunden hatte) nehmen viel Geld und machen ihre Arbeit schlecht. Wenn man einmal aus dem Land verwiesen wurde, kann man sie für ihren Pfusch nicht belangen.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Ich unterstütze mit einer eigenen Zeitschrift "The Modelbook" lokale Models und helfe ihnen, Jobs zu bekommen. Ab nächstem Jahr starte ich zusammen mit Hubertus Freiherr von Falkenhausen eine eigene Fernsehserie. Ob die auch in Deutschland zu sehen sein wird? Ich weiß es noch nicht. Sicher werden wir versuchen, die auch da "an den Mann" zu bringen.

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26. 11. 2010
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