Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
1995 bin ich mit meinem damaligen Freund (einem Amerikaner) nach New York ausgewandert.
War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Ja und nein. Ich habe eine sehr enges Verhältnis zu meiner Familie, das war und ist wohl mein größtes Problem. 1995 waren Übersee-Telefongespräche noch sehr teuer, und wir hatten bis Ende 1996 auch noch kein Internet. Als frischgebackener Anwalt hatte es mein Freund anfangs nicht leicht, in New York Fuß zu fassen. Abgesehen davon war ich aber bereit, die "Herausforderung Amerika" anzunehmen und freute mich auf dieses Abenteuer.
Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Ich bin ein paar Mal mit einem Touristenwaiver eingereist, und 1996 beschlossen wir zu heiraten. Dadurch habe ich natürlich die Greencard bekommen.
Was machen Sie jetzt in den USA?
2005 habe ich meinen Traumberuf ergreifen können und bin seitdem Maklerin in Sarasota. Sarasota liegt zwischen Fort Myers und Tampa an Floridas bezaubernder Westküste.
Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ganz neu nicht, da Marketing in meinem Beruf eine große Rolle spielt. Ich war in München und in New York in der Werbebranche tätig. Als ich 1997 die Arbeitserlaubnis bekam, fing ich in einer Werbeagentur als Übersetzerin und Editorin an.
Was ist Ihrer Meinung nach der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Fleiß und Ausdauer sind fundamental. Ich bin der Überzeugung, dass sich harte Arbeit, Fleiß und stetige Weiterbildung hier auf jeden Fall auszahlen.
Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Ich denke, diesen Traum lebe ich mehr oder weniger, seitdem ich in diesem Land angekommen bin. Ich habe New York sehr geliebt und auch die Wohnung und mein Leben im Greenwich Village in Manhattan sehr genossen. Nach einem kurzen Wochenendbesuch in Sarasota (meine Eltern hatten 2003 dort eine Ferienwohnung auf Siesta Key gemietet) war ich von dieser Stadt, ihrer Kultur und ihren Trauminseln begeistert und beschloss, Sarasota zu meiner neuen Heimat zu machen.
Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Die Sonne, das Meer und Sarasotas Kultur & Flair. Diese Stadt ist ein Juwel.
Welche Vorteile hat man in Amerika?
Für mich bietet Sarasota einfach genau das richtige Umfeld für meine Lebensfreude und meine beruflichen Ambitionen. Ich verwirkliche mir hier meinen Lebenstraum und genieße das Klima und mein tropisches Zuhause.
Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Natürlich. Am meisten vermisse ich nach wie vor meine Familie. Außerdem liebe ich mein Heimatland: Ich vermisse die Berge und das Voralpenland. Ich vermisse die Biergärten und München generell.
Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Immer wieder, besonders wenn mir mein jährlicher Urlaub in Deutschland viel zu kurz vorkommt. Trotzdem weiß ich, dass ich mich langfristig hier wohler fühle.
Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten? Abgesehen von der emotionalen Hürde, die ich bereits beschrieben habe, ist die Frage in dieser Form schwer zu beantworten. Im Nachhinein sehen alle Schwierigkeiten kleiner aus.
Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Beruflich: Erfolg in Real Estate. Für mich gibt es nichts Befriedigenderes als für meine Kunden die besten Konditionen zu verhandeln und sie bestens zu betreuen. Weiterempfehlungen glücklicher Kunden sind die beste Werbung und obendrein noch kostenlos.
Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Ich würde diesen Leuten empfehlen, bei der Greencard-Lotterie teilzunehmen, die Chancen stehen wirklich nicht schlecht. Außerdem sollten sie ihre "Homework" machen und vorab feststellen, mit welcher Erwartungshaltung sie hierherkommen und welches Visum für sie in Frage kommt. Man kann sich damit schon viel Zeit, Geld und Verzweiflung sparen. Man muss auch eine positive Einstellung haben und aus allem das Beste machen wollen, sonst geht es sicherlich nicht. Es kommt wirklich auf die individuelle Situation an.
Weitere Informationen:
Anja Deichmann









