26. 02. 2013
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Auswanderer-Porträts

Impression USA

Anfang der 70er Jahre zog Brigitte Keller mit ihrem Mann nach Amerika. Ein Jahr sollte der Aufenthalt damals dauern. Heute, 42 Jahre später, ist sie noch immer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und sieht die USA längst genauso als Heimat an wie Deutschland. Ihre Zeit teilt die Künstlerin zwischen Ihrem Hauptwohnsitz in Maine und dem Sunshine State Florida. Mittlerweile ist sie Großmutter, aber noch immer aktiv in der Kunstwelt unterwegs. Ihre fast ausschließlich abstrakten Werke wurden schon an vielen Orten der Welt ausgestellt – darunter Deutschland, New York, Japan und Italien. Und natürlich Florida! Derzeit etwa mit ihrer Ausstellung "The Sound of Color" in der UP ART and DESIGN GALLERY - Contemporary in Naples.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Seit 1971. Zunächst sollte es nur für ein Jahr sein oder auch zwei oder drei, daher war es immer ein freier Entschluss, doch noch länger hier zu bleiben.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Wir lebten zunächst in New Jersey, von wo ich täglich nach New York fuhr, um an der Art Student’s League Malerei zu studieren. Ich erhielt ein einjähriges Vollstipendium. Danach studierte ich Malerei mit Victor Candell an der New York University und verbrachte einige Sommer in Provincetown, Massachusetts, um an seinen Workshops teilzunehmen. Später wohnten wir in der Nähe von Boston, wo ich für 2 Jahre ein umfassendes Programm in Printmaking an der Boston Museum School absolvierte. Dann ergaben sich Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. Auch verbrachten wir jedes Jahr viel Zeit in Deutschland mit unseren Familien. Ich habe nicht empfunden, dass ich ausgewandert bin, sondern eher, dass sich mein Leben auf zwei Kontinenten abspielte. So fühle ich auch heute.

Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Durch meinen Mann über ein B2-Visum. Heute haben wir die deutsche und die amerikanische Staatsbürgschaft.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich lebe mit meinem Mann hauptsächlich in York/Maine und einige Monate im Jahr in Naples/Florida. Aktuell bin ich in Florida, denn meine Kunst wird vom 1. bis 31. März 2013 in der Ausstellung “The Sound of Color” in der der UP ART and DESIGN GALLERY - Contemporary in Naples zu sehen sein.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ich habe mich als Kunsterzieher gesehen und war in Berlin im öffentlichen Schuldienst tätig. Das Stipendium an der Art Student‘s League und besonders meine Studien mit Professor Candell haben mein Leben bedeutend in beruflicher Hinsicht verändert.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Ich denke, dass man die Lebensgewohnheiten des neuen Landes einbeziehen und offen für Neues sein sollte.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Das ist so ein Schlagwort. Ich lebe so wie ich in Deutschland auch leben würde –mit Familie, Freunden, Beruf. Man arbeitet und setzt sich für Dinge ein, die einem bedeutsam sind, ob hier oder anderswo.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Ich finde Naples bezaubernd. Besonders, da ich im Augenblick von Schneegestöbern in Maine und Deutschland höre.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Wir lieben unser Haus am Meer in York/Maine, besonders auch, weil die Mainer so sympathisch sind und mich an die Menschen in meiner Heimat Westfalen erinnern. Dann natürlich freuen wir uns auf jährliche Besuche in Florida.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Ja sicher: das Brot, die Wurst, den Regen und das Läuten der vielen Kirchenglocken in Paderborn, meiner Heimatstadt (entweder es regnet oder es läuten die Glocken).

Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Oft, besonders zur Weihnachtszeit.

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26. 02. 2013
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