Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich bin 1966 in die USA gekommen. Von 1966 bis 1998 habe ich in Long Island in New York gelebt und danach sind wir nach Leesburg/Florida in der Nähe von Orlando gezogen. 1966 habe ich meine Schwester in New York, die damals gerade ein Kind bekommen hat, besucht und hatte eigentlich gar nicht geplant auszuwandern. Während meines Aufenthalts machte mir die Lufthansa ein Angebot, in der Passagierabteilung des JFK Flughafens für sie zu arbeiten – und ich blieb.
War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Nein, nicht wirklich, ich war jung und neugierig, und meine Schwester lebte ja bereits in Amerika.
Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
1966 kam ich mit einem Besucher-Visum in die USA. Danach konnte ich ohne Probleme die Greencard beantragen und habe sie nach kurzer Zeit bekommen. Damals war es alles noch ein wenig leichter als heute.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich habe das Glück, dass ich nicht mehr arbeiten muss. Jetzt genießen mein Mann und ich den Ruhestand in Florida.
Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
In Deutschland hatte ich den Beruf der Kindergärtnerin erlernt. In Amerika habe ich jedoch etwas anderes gemacht. Ich habe 23 Jahre lang für die Lufthansa gearbeitet und danach noch sechs Jahre für Bertelsmann in Manhattan.
Was ist Ihrer Meinung nach der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Auf alle Fälle muss man in Amerika mehr arbeiten, um es zu etwas zu bringen, aber wer dazu gewillt ist, immer nach vorne schaut und eine positive Einstellung hat, kann sich hier viele Träume erfüllen.
Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Ja. Mein Mann und ich sind bereits seit sehr langer Zeit Florida-Fans. 1976 kauften wir uns eine Wohnung in Miami Beach, um die Winter in New York ein wenig zu verkürzen. Während dieser Zeit lernten wir Florida kennen und beschlossen, den Rest unseres Lebens im sonnigen Süden zu verbringen. 1998 machten wir diesen Traum schließlich wahr. Wir bauten uns ein schönes Eigenheim mit Pool in Zentralflorida. Nachdem wir so viele Jahre am Wasser gewohnt hatten (in Long Island und in Miami Beach) wollten wir nun weiter landeinwärts leben.
Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Das schöne Wetter und der Sonnenschein machen jeden Tag aufs Neue gute Laune. In etwa einer Stunde können wir sowohl am Atlantik als auch am Golf von Mexiko sein. Wir haben hier vier Jahreszeiten, und im Winter kann es durchaus auch mal Frost geben.
Welche Vorteile hat man in Amerika?
Das Leben in den USA ist viel bequemer. Einer der zahlreichen Vorteile in Amerika sind zum Beispiel die Ladenöffnungszeiten. Wenn man etwas braucht, hat man immer die Möglichkeit, es zu bekommen, da viele Geschäfte rund um die Uhr geöffnet haben. Ich erinnere mich an einen Besuch vor einigen Jahren in Deutschland, da wollten wir am Abend noch etwas kochen. Es fehlten ein paar Zutaten, und ich wollte sie schnell besorgen. Leider hatte ich vergessen, dass die Läden in Deutschland nicht 24 Stunden am Tag geöffnet sind. So schnell gewöhnt man sich an diesen "Luxus".
Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Natürlich vermisse ich einige Dinge, die ich in Deutschland hatte, auch wenn ich schon so viele Jahre hier bin. Besonders die deutsche Küche, das Brot und die Feiertage wie zum Beispiel Ostern und Weihnachten.







