18. 09. 2009
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Auswanderer-Porträts

In den 80ern nach Florida ausgewandert

"Damals war alles noch leichter", erzählt die Deutsche Elisabeth Lahner über ihre Auswanderung nach Amerika. 1981 zog die heute 52-Jährige aus Bayern nach Florida, wo sie als Reisekauffrau tätig ist.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich bin 1981 offiziell in die USA ausgewandert. Gründe für die Auswanderung gab es viele. Einer war sicherlich die Freiheit, die man hier in Amerika erlebt.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Mein Leben in Deutschland zurückzulassen habe ich damals nicht als schwer empfunden. Ich bin ja im Alter von 24 Jahren hier rüber gekommen, da hat man noch nicht so viel, was man aufgeben muss.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Ich bin mit einer "grünen Karte" in die USA gekommen. Die Greencard habe ich über meine Stiefschwester bekommen, die bereits in den USA lebte. Damals war das alles noch leichter mit der Einwanderung. Heute sind die Gesetze ja viel strenger.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich arbeite als Reiseverkehrskauffrau in Cape Coral an der Westküste Floridas.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ich habe etwas ganz Neues angefangen. In Deutschland hatte ich den Beruf "Bürokauffrau" gelernt und dort bei einer Schuhfirma gearbeitet.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Meiner Meinung nach gibt es mehrere Faktoren, um in Amerika Erfolg zu haben. Zum einen gehört dazu schon mal eine Portion Glück, aber zum anderen auch eine Menge harter Arbeit. Hier wird dir nichts geschenkt.

Leben Sie jetzt den amerikanischen Traum?
Das ist nicht einfach zu beantworten. Aber wenn ich mir mein Leben so anschaue, würde ich schon sagen, dass ich den "American Dream" lebe.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
An Florida genieße ich vor allem das Wetter – Sonne das ganze Jahr hindurch. Aber ich genieße es auch, dass ich hier weniger Stress habe, wenn ich morgens zur Arbeit fahre.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Der große Vorteil ist meiner Meinung nach die Freiheit, von der ich anfangs gesprochen habe. Man kann hier machen, was man will, und als das arbeiten, was man sich wünscht. Aber, wie schon gesagt: Für seine Ziele muss man hart arbeiten.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Dinge, die ich an Deutschland vermisse? Die gibt es im Grunde nicht. Manchmal vermisse ich den süßen Senf aus Bayern – meiner alten Heimat – und manchmal auch die Weißwürste und die leckeren Brezeln.

Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Ganz ehrlich: Solche Momente gibt es eigentlich nicht.

Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Die größten Schwierigkeiten gab es zu Beginn meiner Auswanderung bei der Arbeitssuche. Alle meine Zeugnisse waren ja auf Deutsch. Damit konnte hier drüben niemand etwas anfangen. Die Arbeitgeber waren immer der Meinung, dass ich keine Erfahrung hatte. So musste ich mich erst einmal eine Weile durchkämpfen, bis ich mich im Berufsleben etabliert hatte.

Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Wer auch in die USA kommen möchte, muss in jedem Fall die Augen offen halten. Ein Urlaub in Florida ist etwas ganz anderes, als hier drüben zu wohnen und zu arbeiten. Potenzielle Auswanderer sollten sich vorher gut informieren und sich bei Leuten erkundigen, die bereits ausgewandert sind. Aber man sollte auch Amerikaner zu Rate ziehen. Wichtig ist außerdem, dass man sich schon bei der Auswanderung in der englischen Sprache wohl fühlt. Noch ein Tipp ist, dort hinziehen, wo hauptsächlich Amerikaner wohnen. So ist man gezwungen, im Alltag Englisch zu sprechen. 

 
  
18. 09. 2009
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