16. 02. 2009
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Auswanderer-Porträts

In der Welt zu Hause: Berlin, Nykøbing und Miami Beach

Die Berlinerin Katrin Bassin studiert derzeit im dänischen Nykøbing und nutzt das von der Uni vorgeschriebene Pflichtpraktikum, um den nordischen Winter gegen die Sonne Floridas einzutauschen.

Autor: Sarah Czuratis

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Wie kamen Sie auf die Idee, ein Praktikum in Florida zu absolvieren?
Es war schon immer mein größter Traum, einen etwas längeren Zeitraum in Amerika zu verbringen. Da in meinem Studiengang "Bachelor of Leisure Management" an der CELF-Higher Education im dänischen Nykøbing Falster im sechsten Semester ein Praktikum vorgesehen ist, habe ich ausschließlich nach Praktika in den USA gesucht und bin dann letztendlich hier in Miami Beach gelandet.

Welche Art Praktikum machen Sie?
Meine Praktikumsfirma Villazzo LLC vermietet Luxusvillen an Klienten aus aller Welt. Momentan gehören neun Villen in ganz Miami Beach und Miami zum Portfolio. Ich bin hier als Operations Manager Assistant tätig und helfe bei der Koordination.

Seit wann und wo sind Sie in Florida, und wie lange dauert Ihr Praktikum?
Ich bin erst vor drei Wochen angekommen. Es ist also alles noch ganz neu. Mein Büro befindet sich mitten im beliebten Stadtteil South Beach, was wirklich super schön ist. Mein Praktikum dauert insgesamt sechs Monate.

Wie haben Sie ihren Praktikumsplatz gefunden?
In einer Praktikumsbörse im Internet (www.wiwo.de).

Welche Vorbereitungen mussten Sie vor Ihrer Abreise treffen?
Die Vorbereitungen waren sehr langwierig und nervenaufreibend. Ich musste ein J-1-Visum, das so genannte Non-Immigrant Working Visa, beantragen. Das Visum erlaubt mir, offiziell in den USA Geld zu verdienen und sechs Monate lang hier zu leben. Die Beantragung hat sehr lange gedauert, da meine Universität in Dänemark erst zustimmen musste, und ich zudem noch einen "Sponsor" finden musste, der meinen Aufenthalt offiziell finanziert. Vorort habe ich dann zuerst knapp drei Wochen im Hotel gewohnt, bis ich ein Apartment gefunden hatte.

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Florida gekommen?
Mit großen Erwartungen – vor allem in Bezug auf das Wetter. Ich war mir schon vorher sicher, dass mein Praktikum toll sein wird. Und in South Beach zu wohnen, ist ja auch nicht gerade übel. Außerdem hatte ich mir erhofft, bei der Arbeit viele nette Leute kennen zu lernen, und so war es dann auch. Ich werde hier jede Sekunde genießen und ganz viel Sonne und Kraft tanken.

Ihre ersten Eindrücke von Florida?
Es war kälter als erwartet! Dass ich anfangs meinen Wintermantel aus dem Koffer hervorkramen würde, hätte ich nie gedacht. Ansonsten bin ich begeistert vom lebendigen Flair und den schönen Landschaftseindrücken. Besonders aufgefallen ist mir auch die Sauberkeit und Freundlichkeit der Amis. Da können wir Deutschen uns noch eine Scheibe von abschneiden.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag in den USA aus?
Ich stehe morgens um 7 Uhr auf, mache mich fertig und fahre zu Arbeit. Dort bin ich dann von 9 bis 17 Uhr und erledige meine täglichen Aufgaben: Meistens besuche ich einige Villen, um nach dem Rechten zu sehen oder erledige Büroarbeiten. Danach fahre ich entweder nach Hause oder ich treffe mich mit meinen Freunden in einer netten Bar.

Wie unterscheidet sich das Berufsleben in den USA von dem in Deutschland?
Ein "richtiges" Berufsleben hatte ich in Deutschland noch nicht, da ich gleich nach meinem Abitur 2006 zum Studieren nach Dänemark gegangen bin. Aber ich denke mal, dass hier alles lockerer ist und man manche Dinge nicht ganz so ernst nimmt wie in Deutschland.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit in Florida?
Meistens liege ich am Strand oder schlürfe einen Frappuccino bei Starbucks.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Das Multikulti-Flair, das ich schon aus meiner Heimatstadt Berlin gewohnt bin. Ich liebe es einfach, durch die Straßen zu gehen und den Mix aus Kulturen und die Leute zu beobachten. Das kann sehr unterhaltsam sein. Weitere Pluspunkte sind natürlich das Wetter und die günstigen Shoppingmöglichkeiten. Wenn ich mir überlege, dass meine Familie in Deutschland bei null Grad Celsius frieren muss oder mein Freund, der sein Praktikum gerade im englischen Leeds macht, jeden Tag von Neuschnee erzählt, kann ich mich nicht beklagen .

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