16. 06. 2010
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Auswanderer-Porträts

Investieren in einen Traum

"Etwas ganz Neues, eine Herausforderung" suchten Markus und seine Frau Jane, als sie vor zwei Jahren nach Palm Beach County auswanderten. Dort baut sich der 38-jährige Deutsche derzeit mit einem Investorenvisum seine eigene Firma auf und genießt in seiner Freizeit mit seiner Frau die Vorzüge des Sonnenstaates.

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Wir leben seit Februar 2008 in Florida. Den Gedanken hatten wir schon seit vielen Jahren. Ich persönlich schon seit meiner Kindheit.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Es ist nicht allzu schwer gefallen. Es gab so viel zu tun und zu lernen, als wir in die USA kamen, da hatten wir nicht viel Zeit zum Nachdenken.

Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Wir sind über das E2-Visum hierher gekommen, ein Visum das fünf Jahre Gültigkeit hat und eventuell verlängert werden kann.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich arbeite in der Gartengestaltung und Gartenpflege. Meine Frau hat hier in Florida ein Onlinebusiness eröffnet und tritt als Jazzsängerin in Hotels und Country Clubs auf.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Es ist etwas ganz Neues, eine neue Herausforderung, jedoch etwas, dass ich schon immer machen wollte, da ich sehr naturverbunden bin.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Sich so schnell wie möglich auf die Menschen und die Umgebung einstellen zu können, und dabei versuchen zu erkennen, wie man mit seinen eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen, die Konkurrenz hinter sich lässt.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Nachdem der Anfang kein wirklicher Traum war, kann ich nach mehr als zwei Jahren sagen, dass es jetzt so ist, wie ich mir immer den amerikanischen Traum vorgestellt habe.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Ohne Zweifel die Gelassenheit der Menschen. Außerdem das Gefühl, immer im Urlaub zu sein, egal wo man ist. Und dann das wunderbare Wetter, wenn es auch im Sommer sehr heiss ist.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Die Leichtigkeit des Seins. Es scheint so, als würde einem alles etwas leichter fallen als anderswo auf der Welt. Man kann sich mehr entfalten und hat auch die Möglichkeit, im Job und in der Freizeitgestaltung Dinge zu tun, die vor allem in Europa nicht möglich wären.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Die Kommunikation und Pünktlichkeit in Florida lassen sehr oft zu wünschen übrig. In Europa kann man sich wirklich auf ein vereinbartes Datum oder eine Uhrzeit verlassen. Hier ticken die Uhren ganz anders.

Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Die Momente gibt es, wenn man vergeblich auf jemanden wartet und derjenige kommt nicht oder viel, viel später oder man wartet vergeblich auf eine wichtige Email und muss erst mehrmals nachfragen, bis man eine sehr, sehr kurze und meist überhaupt nicht aussagekräftige Antwort erhält.

Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Es war schwierig, anfangs all die Ausweise zu beantragen, Versicherungen abzuschließen und Amtswege zu erledigen sowie all das zu bekommen, was man braucht, um hier leben zu können. Ebenso war es nicht einfach, die ganz anderen Gewohnheiten der Menschen hier kennenzulernen und zu verstehen.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
So weiter zu machen, wie es jetzt gerade läuft, konkurrenzfähig bleiben und vor allem auch zu sehen, wie es nach dem Ablauf unseres Visums weitergeht.

Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Man sollte die Region, in die man auswandern möchte, schon sehr gut kennen und sich schon im Urlaub überlegen, was man dort beruflich machen kann. Vorbereitungen und Rechtsbeistand sind ganz wichtig. Zudem Menschen, auf die man sich verlassen kann. Auch sollte man schon mindestens zwei Monate in dem Land sein, bevor man mit seiner regelmäßigen Arbeit beginnt. Solange braucht man, um alles beisammen zu haben, was man für das Leben hier braucht.

 
  
16. 06. 2010
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