14. 08. 2009
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Auswanderer-Porträts

Kultureller Austausch im Sonnenstaat

Christin Hackbarth liebt die Arbeit mit Kindern. Ein Jahr im Ausland stand schon lange auf ihrer Liste. Warum also nicht beides miteinander verbinden? So suchte sich die 20-Jährige kurzerhand eine Au-pair-Organisation, die ihr eine Gastfamilie in Florida vermittelte. Dort kümmert sich die Deutsche nun ein Jahr lang um ihre Au-pair-Kids.

Autor: Sarah Czuratis

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Wie kamen Sie auf die Idee, als Au-pair-Mädchen nach Florida zu gehen?
Es war schon immer mein Traum, nach meinem Abitur ins Ausland zu gehen. Da ich Kinder sehr gern mag und mir der Umgang mit ihnen viel Freude bereitet, entschied ich für mich, ein Jahr als Au-pair in den USA zu verbringen. Außerdem wollte ich die Sprache und die Kultur kennen lernen.

Seit wann und wo sind Sie in Florida und wie lange dauert Ihr Aufenthalt?
Ich bin seit dem 14. Januar 2009 in Miami, Florida. Mein Aufenthalt dauert ein Jahr – also bis zum 14. Januar 2010.

Wie haben Sie ihren Au-Pair-Aufenthalt organisiert?
Ich habe mir im Internet eine geeignete und in meiner Umgebung liegende Agentur gesucht, diese angeschrieben, die nötigen Unterlagen ausgefüllt und dann wurde auch schon eine Familie gefunden.

Welche Vorbereitungen mussten Sie vor Ihrer Abreise treffen?
Meine Agentur hat sich fast um alle Vorbereitungen gekümmert. Sie haben die Flüge, den Orientierungsaufenthalt in Newark und den Weiterflug zu meiner Gastfamilie organisiert. Ich musste mich nur um mein Visum kümmern. Hierfür bin ich zur Amerikanischen Botschaft gefahren, wo ich dann interviewt wurde. Außerdem musste ich noch eine Mappe mit persönlichen Dingen anlegen, mit der ich mich bei den Gastfamilien vorgestellt habe. So konnten die Familien sehen, mit wem sie es zu tun haben.

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Florida gekommen?
Zum einen wollte ich natürlich meine Sprachkenntnisse ausbauen, zum anderen eine neue Kultur und neue Menschen kennen lernen. Ich wollte meine Behauptung, gut mit Kindern umgehen zu können und Spaß am Umgang mit ihnen zu haben, unter Beweis stellen.

Ihre ersten Eindrücke von Florida?
Ich war vom ersten Moment an von Florida fasziniert. Das war, als mich meine Gastmutter vom Flughafen abholte. Ich sah die Palmen am Straßenrand, das herrliche Wetter, die netten Menschen. Darunter auch eine Vielzahl von "ausgefallenen" Menschen… Mein erster Gedanke war: "Ich arbeite da, wo andere Urlaub machen." (lacht)

Wie gefällt Ihnen das Leben in einer Gastfamilie?
Das Leben in meiner Gastfamilie gefällt mir sehr. Ich würde meinen, dass ich die besten Gasteltern, die man sich überhaupt wünschen kann, erwischt habe. Ich fühle mich dort sehr wohl, die Kinder sind mir sehr ans Herz gewachsen, und ich werde immer in ihr Leben einbezogen. Es ist ein sehr freundliches und familiäres Verhältnis zwischen uns allen.

Wie sieht ein typischer Tag in Ihrem Au-pair-Leben aus?
Ein typischer Tag in meinem Au-pair-Leben sieht in meiner Gastfamilie ziemlich stressig aus. Ich stehe um 7 Uhr auf und dann beginnt der Tag auch schon mit Frühstück machen, Kinder für die Schule vorbereiten und schauen, ob alles da ist, wo es sein soll. Dann fahren sie mit meiner Gastmutter zur Schule und in den Kindergarten. In der Zeit habe ich eine kleine Verschnaufpause, in der ich meist im College bin (zum Au-pair-Aufenthalt gehören auch ein paar Kurse an einem amerikanischen College). Am Nachmittag sind dann alle wieder zu Hause und das große Spielen beginnt. Wir unternehmen viel mit den Kindern. Ich erledige die Hausaufgaben mit Johannes, danach gibt es einen Snack – und die Spielerei geht weiter. Abends wird dann gebadet und gegessen. Am Ende eines solchen Tages falle ich meist total erschöpft ins Bett.

Wie unterscheidet sich das Leben in den USA von dem in Deutschland?
Das Leben in Deutschland ist wesentlich ruhiger und langsamer als in den USA. Die Deutschen haben einfach eine ganz andere Lebenseinstellung. Das Leben in den USA ist auch wirklich mit Leben ausgefüllt. Man ist ständig unterwegs, hat viel zu erledigen, ist immer mit Menschen zusammen, hat auch immer viel Menschen zu Hause und um sich herum. Man hat dort einfach nie das Gefühl, sich zu langweilen. Diese ständige Bewegung macht das Leben in den USA meiner Meinung nach lebenswerter als in Deutschland.

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