Auswanderer-Porträts
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Kunst unter Palmen

Auswanderin Angelika Rothkegel lebt seit 17 Jahren in Amerika. "Ich wollte ein Abenteuer erleben", sagt die Künstlerin heute. Mittlerweile hat sich die 43-Jährige fest in ihrer Wahlheimat Miami etabliert und mischt kräftig in der Kunstszene rund um den hippen Design District mit.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich bin vor ungefähr 18 Jahren mit einer Freundin für zwei Monate in die USA gereist. Wir hatten ein so genanntes Standby-Ticket, mit dem wir am Flughafen spontan in Flüge einstiegen, auf denen noch Platz war. Dabei kamen wir auch in den Bundesstaat Florida, den wir mit dem Auto erkundeten.
Auf der Reise lernte ich auch meinen amerikanischen Freund kennen, den ich später heiratete. Ausgewandert bin ich dann erstmal nach New York. Ich wollte ein Abenteuer erleben und etwas anderes sehen. Nach neun Jahren habe ich den "Concrete Jungle" schließlich hinter mir gelassen und bin in die Sonne nach Miami gezogen. 

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Sicherlich. Es war ja ein großes Risiko und ich bin erstmal ins kalte Wasser gesprungen. Zudem bin ich Einzelkind und habe meine Eltern vermisst. Da kamen schon so einige Fragen auf: Was mache ich hier eigentlich, in einem fremden Land und ohne meine Familie? Aber ich hatte ja meinen Freund, der für mich da war.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Erst einmal wollte ich nur schauen, wie es ist, in Amerika zu leben. Mein Freund und ich wollten erstmal nur zusammen sein, aber dann kam doch alles schneller als erwartet. Wir haben geheiratet und ich habe die Greencard erhalten. Im Nachhinein war es eine tolle Zeit. Wir waren 12 Jahre verheiratet.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Anfangs habe ich in den unterschiedlichsten Bereichen gejobbt. Mittlerweile bin ich auf zwei Gebieten tätig. In erster Linie bin ich Künstlerin. Meine Kunst umfasst unter anderem Malereien, Zeichnungen und Fotografien. Meine Werke wurden auf der Art Basel sowie im deutschen Generalkonsulat in Miami ausgestellt.
Mein zweites Standbein ist der Job als Hairstylistin. In Manhattan habe ich in bekannten Hairsalons wie Bumbel & Bumbel, Kim Lepine and Paul Labrecque Salon and Spa gearbeitet und auch heute noch macht mir der Beruf Spaß. 

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ich habe bereits in Deutschland bei Vidal Sassoon den Beruf der Friseurin erlernt. Für die Kunst hatte ich mich auch schon in Deutschland interessiert. Wirklich ernst wurde die Arbeit als Künstlerin jedoch erst in den USA.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Während man in Deutschland sein Können stets mit Zeugnissen und Unterlagen nachweisen muss, zählen in Amerika vielmehr Talent und ein starker Willen. Wenn du etwas kannst und die Leute dich mögen, kannst du hier schnell erfolgreich werden. Amerikaner malen ihre eigenen Talente allerdings auch gerne besonders farbig und blasen sie gerne auf. Oft steckt da nicht viel dahinter. Das muss man erst einmal lernen.
Als Deutscher hat man in Amerika zudem den Vorteil unseres guten Rufes. "Auf Deutsche ist Verlass," sagt man hier.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Ich glaube, diesen amerikanischen Traum gab es mal, aber mit der Wirtschaftskrise haben vielen Leute ihren Traum verloren. Ich selbst hatte nie wirklich einen American Dream. Ich wollte einfach etwas Neues ausprobieren. Mittlerweile bin mein eigener Herr. In diesem Sinne habe ich mir schon einen Traum erfüllt. In Deutschland wäre das sicherlich schwieriger gewesen. Es hätte mehr Hürden gegeben.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Den Strand, das Meer und das Wetter. Miami hat zudem eine spannende Kunstszene, die sich in den letzten Jahren weit entwickelt hat.

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