09. 02. 2009
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Auswanderer-Porträts

Leben und Lernen in Fort Lauderdale

"Lernen mit Kopf, Herz und Hand", das ist das Motto von Svenja Iglesias und ihrer Deutschen Schule in Fort Lauderdale. Die gebürtige Essenerin lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern inzwischen seit neun Jahren in Florida, liebt das schöne Wetter, vermisst aber auch Dinge wie Karneval, Biergärten und die deutsche Gemütlichkeit.

Autor: Anja Liesner

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Seit wann leben Sie in den USA, und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich lebe seit Februar 2000 in Florida. Meinen Mann habe ich in Düsseldorf kennen gelernt. Nach meinem Lehramtstudium und anschließendem Referendariat sind wir gemeinsam übergesiedelt. Meinem Mann war es in Deutschland zu kalt. Hätte es mir in Florida nicht gefallen, wäre Spanien unsere Alternative gewesen, aber dazu kam es nie.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Es war schon ziemlich schwer, vor allem der Abschied am Flughafen. Es gab viele Tränen, aber ich habe es nie wirklich bereut. Die ersten drei Jahre waren am schwersten, mit viel Heimweh, weil ich auch zwei sehr kleine Kinder und keine Familie hier hatte. Mittlerweile ist Florida mein wirklich neues Zuhause. Ich freue mich, wenn ich jeden Sommer nach Deutschland fliege, der Rückflug "nach Hause" ist aber auch immer wieder schön.

Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Durch die Heirat - mein Mann ist Amerikaner - habe ich die Green Card schon in Deutschland beantragen können.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich bin Gründerin, Schulleiterin und Lehrerin der German School of Ft. Lauderdale. Wir bieten Deutschunterricht für Muttersprachler und "Deutsch als Fremdsprache"-Kurse für Kinder und Erwachsene an. Der Unterricht findet die Woche über am Nachmittag statt und samstags. Die Schule ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Ich genieße es, dass ich meinen Beruf hier so ausüben kann, wie ich es auch in Deutschland tun würde, denn ich bin Lehrerin mit Leib und Seele.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Zum Glück übe ich den Beruf aus, den ich mir ausgesucht habe, denn ich liebe ihn. Mein Beruf ist mein Hobby! Ich bekomme von meinen Schülern sehr viel meines Einsatzes zurück.

Was ist Ihrer Meinung nach der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Am wichtigsten ist es, der neuen Kultur mit viel Toleranz zu begegnen. Sehr viele Dinge sind anders, werden anders gehandhabt. Menschen haben andere Sichtweisen, Essgewohnheiten, Freizeitverhalten, Erziehungsmethoden, die Liste ist endlos. Um sich in einer neuen Kultur zurecht zu finden, muss man einen Weg finden, eigene Ideale mit denen im neuen Land zu vereinbaren. Für mich war es außerdem sehr wichtig, dass ich meinen Beruf ausüben kann.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
In gewisser Weise ja, denn in Florida ist immer schönes Wetter! Wir leben in einem schönen Haus am See mit Pool. Diesen Luxus könnten wir uns in Deutschland nicht leisten.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Das Wetter. Außerdem gefällt es mir, dass in den Metropolen Miami, Ft. Lauderdale oder Palm Beach immer viel los ist. Konzerte, Musicals, Ballett, egal wer oder was es ist, es wird auch zu uns kommen. Auch finde ich es interessant, in einer kunterbunt gemischten Gesellschaft zu leben. In Südflorida kommen die Menschen aus allen Himmelsrichtungen.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Ich habe gelernt, die Dinge aus verschiedenen Sichtweisen zu betrachten. Ich glaube, nur Menschen, die wirklich in zwei oder sogar mehreren Kulturen gelebt haben, können das verstehen. Das Wetter ist toll, ich bin in drei Stunden in Key West, in vier Stunden in Orlando und in 20 Minuten am Strand. Für die Freizeitgestaltung bieten sich hier wesentlich mehr Möglichkeiten.

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