Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich habe von April 2003 bis Ende März 2009 in Amerika gelebt. Seit meiner Kindheit habe ich eine sehr hohe Affinität zu den USA im Allgemeinen und zu Florida im Besonderen, seit dem allerersten Besuch im Sonnenstaat Mitte der achtziger Jahre.
War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Bis auf die Tatsache, dass man Freunde und Familie nicht mehr so oft zu sehen bekommt, fiel es mir eigentlich nicht schwer zu gehen. Aber moderne Technologien wie Email oder das Internettelefon Skype etc. ermöglichen ja einen regelmäßigen Kontakt.
Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Ich besitze sowohl die deutsche als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich lebe derzeit wieder in Deutschland, da sich mein beruflicher Verantwortungsbereich auf die Region Zentral- und Osteuropa fokussiert und meine Präsenz vor Ort notwendig macht.
Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Im Prinzip ja, ich habe als Airline-Mitarbeiter Deutschland verlassen, habe dann mit meinem Geschäftspartner eine gemeinsame Firma in Miami aufgebaut sowie einen florierenden Internetshop gegründet und bin jetzt als Leiter des Passagevertriebs nach Deutschland zurückgekehrt.
Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Das ist eine Kombination aus mehreren Faktoren: den Willen, seine eigenen Träume zu realisieren, und die Zielstrebigkeit, diese Träume auch umzusetzen, egal was sich einem für Hindernisse – vorhersehbar oder nicht – in den Weg stellen. Da gibt es noch einige weitere Faktoren. Hinzu kommen dann natürlich auch noch persönliche und geschäftliche Beziehungen, die man sich unbedingt aufbauen muss. Ohne "Social Networking" wird es sehr schwer.
Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Ich habe ihn in vollen Zügen gelebt und werde es bei meiner Rückkehr in die USA fortsetzen.
Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Als passionierter Wassersportler natürlich das Klima mit Sonne, Strand und Meer. Zudem die Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten, Restaurants und Bars.
Welche Vorteile hat man in Amerika?
Es gibt wirklich von allem etwas und das meistens im Überfluss, aber vor allem gibt dort weniger Neid. Erfolg darf man offen zeigen.
Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Ja, auch da gibt es einige. Zum Beispiel die gute bayrische Küche, die schönen Münchner Biergärten und natürlich die Fußball-Bundesliga (lacht).
Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Nein, eigentlich nicht, da ich in der glücklichen Lage bin, hin- und herpendeln zu können.
Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Die Tatsache, dass nicht alles so genau und pünktlich läuft wie in Deutschland. Toleranz und Geduld sind zwei ganz wichtige Eigenschaften, die man sich in den USA – besonders in Miami – aneignen muss.
Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Die sind abhängig von meiner beruflichen Entwicklung, aber mittel- bis langfristig soll der Hauptwohnsitz wieder nach Miami verlegt werden.
Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Urlaub machen und vor Ort leben sind zwei unterschiedliche paar Schuhe. Sie sollten wissen, dass andere Länder und andere Kulturen ihre Eigenarten haben, die man erst verstehen und dann akzeptieren muss. Es gibt noch andere Wege zum Ziel als den „deutschen“. Sprachkenntnisse sowie Toleranz und Geduld sind ganz wichtige Faktoren, um ans Ziel zu kommen. Der Aufbau eines sozialen Umfelds ist ebenfalls von Bedeutung. Ansonsten gilt: locker bleiben! (lacht)








