24. 02. 2009
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Auswanderer-Porträts

Mit zwei Koffern und etwas Wechselgeld nach Amerika

Vor 14 Jahren kam Susanne Diepers mit lediglich zwei Koffern und, wie sie selbst sagt, "etwas Wechselgeld" nach Amerika. Inzwischen lebt die frischgebackene Mutter eines kleinen Sohnes in Naples und ist erfolgreiche Unternehmerin.

Autor: Anja Liesner

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Die Firma, für die ich in Deutschland gearbeitet habe, hat ihre Pforten geschlossen. Eine Freundin hat mich während eines Gesprächs auf die Stellenausschreibung bei einem Unternehmen in New York aufmerksam gemacht. Nach einem kurzen Telefonat mit den Leuten in New York habe ich mir einen Flug gebucht und bin zum Vorstellungsgespräch geflogen. Mittwochs hin und samstags wieder zurück. Am Montag habe ich dann alles storniert und meine Visums-Unterlagen zur amerikanischen Botschaft geschickt. Drei Monate später war ich in den USA mit zwei Koffern und ein bisschen Wechselgeld. Und heute, 14 Jahre später, bin ich immer noch glücklich über meinen Entschluss.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Keineswegs. Es ein neues Leben und ein Neuanfang.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen? Über ein Visum. Ich habe damals das E1-Visum beantragt.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Im Mai 2008 habe ich mein eigenes Reisebüro World Travel Services gegründet. Das Reisebüro wird im deutschen Stil geführt, mit direkter und persönlicher Kundenberatung.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
14 Jahre lang habe ich in Deutschland als Reiseverkehrskauffrau gearbeitet, nun bin ich wieder in meinem alten Beruf tätig und genieße das sehr.

Was ist Ihrer Meinung nach der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Um in den USA erfolgreich zu sein, sind viele Faktoren wichtig. In meinem Fall war es die deutsche Ausbildung, die intensive und persönliche Kundenbetreuung und eine ausführliche Eingewöhnungsphase am Anfang des Aufenthaltes.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Hoffentlich bald.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Die Sonne, die freundlichen Nachbarn und dass das Meer direkt vor der Tür ist. Außerdem liebe ich meine Arbeit und den täglichen Umgang mit meinen Kunden.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Hier hat wirklich jeder die Chance, seinen Traum zu verwirklichen. Mit harter Arbeit, Ausdauer und den richtigen Verbindungen kann man es hier weit bringen.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Nein, ich vermisse eigentlich nichts. Fast alles, was man in Deutschland kaufen kann, gibt es inzwischen auch hier, und die Familie kommt mehrmals im Jahr zu Besuch.

Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Nein, eigentlich nicht. Ich kann überall auf der Welt arbeiten und leben, solange ich glücklich bin.

Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Anfangs war die Umstellung, von einer deutschen Kleinstadt ins riesige New York zu ziehen, sehr schwierig und gewöhnungsbedürftig. Auch der Unterschied zwischen New York und Naples war nicht einfach zu verkraften, aber inzwischen bin ich sehr froh, hier zu sein, und genieße es, in Florida zu leben.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Mit meinem neugeborenen Baby und meiner jungen Firma World Travel Services sieht unsere Zukunft in Amerika sehr positiv aus. Ich genieße die Mutterrolle, und mein Reisebüro ist ebenfalls gut angelaufen. Wir haben viele Buchungen aus Europa, und die Kunden sind sehr zufrieden mit uns. Ich freue mich auf viele neue Erfahrungen – beruflich wie privat – und sehe der Zukunft sehr positiv entgegen.

Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Jeder sollte sich genau überlegen, was zu erwarten ist. Wenn man nicht gewillt ist, sehr hart zu arbeiten, ist Amerika nicht das richtige Land für Auswanderungspläne. Auch sollte man sich rechtzeitig um eine gute Krankenversicherung kümmern.

 
  
24. 02. 2009
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