Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich lebe seit Januar 2007 in den USA. Der Gedanke bestand schon länger, da ich im Besitz einer Greencard bin, die meine Eltern 1999 in der Greencard-Lotterie gewonnen haben. Da ich zu jenem Zeitpunkt noch nicht 18 Jahre alt war, habe ich auch eine Greencard erhalten. Meine Eltern sind jedoch beruflich an Deutschland gebunden und sind von daher in Deutschland geblieben. Nach dem ich mein Abitur bestanden habe, bin ich ausgewandert.
War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Es war nicht schwierig, aber es war am Anfang sehr ungewohnt. Ich hatte schon vorher ein paar Freunde in Florida, weil ich mit 16 Jahren für kurze Zeit die Rick Macci Tennis Academy besucht hatte. Soziale Netzwerke wie Studivz oder Facebook haben mir anfangs auch geholfen, andere Deutsche kennenzulernen. Ein paar Freunde aus Deutschland haben mich auch schon in Florida besucht. Das hat mich sehr gefreut und einiges erleichtert.
Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Ich bin im Besitz einer Greencard.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich arbeite als Enterprise Risk Services (ERS) Consultant bei Deloitte & Touche LLP in Boca Raton, FL. Ich habe zwar erst vor zirka einem Monat angefangen, aber bin jetzt schon mit mindestens 50 Stunden pro Woche eingespannt. Momentan arbeite ich an einem Projekt in Paris und Venlo (in den Niederlanden).
Hinzu kam noch ein stressiger Umzug von Tallahassee nach Fort Lauderdale, der mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt hat. Im Mai hatte ich meinen „B.Sc. in Information Technology“ von der Florida State University bekommen. Seitdem war ich in und um Deutschland gereist. Seit August war ich dann in Florida auf der Suche nach einer Wohnung.
Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Da habe ich jetzt keine passende Antwort parat. Da ich ja nach meinem Abitur erst hergekommen bin, musste ich ja etwas Neues anfangen.
Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Ein Faktor ist definitiv, dass man sich an das Land anpassen muss. Viele Dinge werden in den USA anders gemacht als in Deutschland. Anstatt auf alten Methoden zu beharren, muss man sich halt an die neuen Dinge gewöhnen. Wenn man das kann, hat man einen Vorteil, da man das Beste aus beiden Welten miteinander kombinieren kann. Das hört sich vielleicht sehr abstrakt an, aber macht dann vielleicht mehr Sinn, wenn man eine Weile hier ist.
Ein zweiter Faktor ist, sich nicht unterkriegen zu lassen. Viele Sachen verlaufen anfangs nicht gerade wie geplant. Ich hatte auch einige Probleme mit denen ich nicht gerechnet habe. Wenn man aber hart arbeitet und nicht aufgibt, dann wird sich alles am Ende auszahlen.
Leben Sie jetzt „den amerikanischen Traum“?
Ja. Wichtig ist es doch aber, dass man sich dort wohl fühlt, wo man ist und das mache ich.
Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Das Wetter. Wenn einem jeden Tag die Sonne ins Gesicht scheint, dann kann man gar nicht schlecht gelaunt sein. Die meisten Leute sind auch nicht so sehr verbissen wie in Deutschland. Alles hat aber seine Vor- und Nachteile und letzteres gibt es natürlich auch hier.





