10. 06. 2011
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Auswanderer-Porträts

"Neue Location, neues Leben!"

Autor: Sarah Czuratis

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Was machen Sie jetzt in den USA?
Im Oktober 2009 hab ich in New York alles aufgelöst und bin zurück in meine geliebte Wahlheimat Miami Beach gezogen. Wahlheimat: Miami ist einfach ein Land für sich! Oder wie wir es hier formulieren: "Thank God Miami is so close to the United States!" Ich lebe noch immer von der Kunst als Malerin und Fotografin sowie vom Schmuckverkauf und dem Verkauf meines Buches "Mahalo Sunrise", welches ich in deutscher und englischer Sprache im Jahr 2010 geschrieben, selbst editiert und veröffentlicht habe.
Ich wollte keinen Verlag im Hintergrund haben, um so das Copyright dieser wahren Geschichte nicht zu verlieren. Ich habe diese Horrorgeschichte selbst erlebt. Ich werde "Mahalo Sunrise" eines Tages auf die große Filmleinwand bringen und den Kampf um die Filmrechte gegen Verlag & Editoren wollte ich mir ersparen. Das Buch war ein Krampf ohne Ende, aber die Nonstop-Tipperei über Monate hinweg hat sich gelohnt – und wie! Am 11. Mai 2011 wurde "Mahalo Sunrise" in der Kategorie "True Crime/Non-Fiction" mit dem Award 2011 in Los Angeles ausgezeichnet. Noch weiß ich nicht, welcher Moment der Freude mir den Atem mehr raubte? War es die Greencard, mit der ich endlich in den USA bleiben konnte oder der Award 2011, der mir wichtige Türen öffnen wird? In beiden Fällen hab ich mich so gefühlt als hätte ich einen Oscar gewonnen! Aber wer weiss, vielleicht gibt’s ja irgendwann einmal eine Auszeichnung für den Film "Mahalo Sunrise" ...

Monique auf ihrer Book-Awards-Party am 9. Juni im Delano Hotel von South Beach
(Foto: © Monique Wegmueller)

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Die Erfolgsfaktoren sind sicherlich Geduld und Ausdauer. Es benötigt auch etwas Mut und natürlich den Glauben an sich selbst. Man muss wissen, was man will. Jedes Land hat sein eigenes System. Was wir daraus machen, liegt an uns.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Absolut. Ich habe mir den amerikanischen Traum selbst gebastelt! Es war kein Honigschlecken, gewiss nicht, aber es hat sich gelohnt und mehrfach für Herz und Seele ausbezahlt. Ginge es ums Geld, hätte ich die Schweiz niemals verlassen dürfen (lacht).
Hier kann ich jeden Tag so gestalten, wie ich ihn gerne hätte. Ich erhalte meine Rechnungen unter Palmen, lebe am Strand, wo ich regelmäßig entlang jogge, bin Teil der "American und Latin-American Community" und ich habe den Winterpneus ade gesagt.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Amerika, speziell in Florida?
Die Lebenslust der Menschen. Es wird hart gearbeitet, oft von Gehaltscheck zu Gehaltscheck gelebt. Aber die Menschen versprühen eine solche Lebensfreude, die einen ansteckt und inspiriert.
Ich kann von heute auf morgen einen Kurztrip auf die Florida Keys unternehmen, mich vor Ort mit Freunden zum Mojito treffen und die laue Brise und sagenhafte tropische Landschaft am Meer genießen. Oder ich besuche einen der unzähligen Mega-Events, die einem regelrecht die Agenda sprengen. Die Anlässe, Festivals und Ausstellungen sind vollgepackt mit einzigartigem Entertainment und finden immer an traumhaften Locations statt. Auch Details wie das saftige Grün der Palmwedel, das Pfeifen der einheimischen Papageien oder die romantische Stimmung bei Sonnenuntergang sind nicht mehr wegzudenken. Wo kann man denn 12 Monate am Stück (abzüglich der obligatorischen Woche Wintereinbruch) draußen leben?

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Amerika hat mir persönlich sehr viele Türen geöffnet. Nicht, dass einem hier etwas geschenkt wird. Im Gegenteil: Die Sitten sind hart und einen Mittelwert zwischen Erfolg und Misserfolg gibt es hier nicht. Man schafft es oder man geht unter, muss die Zelte abbrechen und zurück in die alte Heimat. Die Menschen hier unterstützen einem mit hilfreichen Ratschlägen und sind offen für Neues, ohne zuerst die Nachteile zu sehen. Sie sind Überlebenskünstler, erfinden sich immer wieder aufs Neue und suchen nach neuen Ideen. Sie leben ganz nach dem Motto: Kommt gut, ich weiß es! Im allgemeinen ist der Amerikaner ein sehr neugieriger Mensch, was es sehr einfach macht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Das führt sehr oft zu Jobs oder neuen Projekten! Und würde ich seit sechs Jahren in den USA leben, wenn die Menschen wirklich so oberflächlich wären, wie gerne behauptet wird? (lacht)

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