10. 06. 2011
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Auswanderer-Porträts

"Neue Location, neues Leben!"

Autor: Sarah Czuratis

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Vermissen Sie Dinge, die Sie aus der Schweiz kennen?
Nein, eigentlich nicht. Hier gibt es alles in Hülle und Fülle. So viel wie angeboten wird, kann man gar nicht konsumieren. Die Auswahl auch an Früchten und Gemüse ist kaum mehr zu übertreffen. Sehr viele Köstlichkeiten aus Mittel- und Südamerika haben den Weg nach Miami gefunden. Auch Zutaten aus der karibischen Küche sowie aus Europa werden hier angeboten. Es gibt sogar ein Gourmetgeschäft bei mir um die Ecke, das Camembert vom Feinsten anbietet. Was will man mehr ...

Gibt es bzw. gab es Momente, in denen Sie sich nach der Schweiz zurücksehnen bzw. zurückgesehnt haben?
Klingt furchtbar was ich jetzt sage, aber "Nein", so einen Moment gab es nie. Ich lebe ein so aufregendes und turbulentes Leben, das noch vielfältiger ist, als ich es mir je erträumt hatte. Familie und Freunde aus der Schweiz haben mich in Los Angeles und NY besucht und jetzt natürlich auch wieder hier in Miami. So hab ich oft ein "Full House", was ich sehr genieße. Denn auch dieses Jahr werde ich keinen Abstecher in die Schweiz machen können.

Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Ich bin eine Kämpfernatur. Mich wirft so schnell nichts aus der Bahn. Ich lebe seit Jahrzehnten nach dem Motto: Schwierigkeiten und Probleme gibt es nicht. Es gibt nur Herausforderungen! Je mehr man im Leben anpeilt und verwirklichen will, desto mehr muss man mit Hindernissen rechnen. Meine Geschichte "Mahalo Sunrise" über eine Studentin in Hawaii im Jahr 1998 war eine dieser Herausforderungen. Wenn man vom FBI über Monate beobachtet wird, plötzlich unter Mordverdacht steht und angeblich Drogenhandel, Prostitution und Geldwäscherei im großen Stil betreibet, muss man die Nerven bewahren und in jeder Minute klar denken und funktionieren können. Die Zeit mit den Aborigines in Australien hat mich in dieser Hinsicht auch stark geprägt: Es gibt keine Probleme, sondern nur Ereignisse oder Fragen ohne momentane Lösung. Mein ganzes Leben bestand aus Herausforderungen und Hindernissen, die ich allesamt selbst herbei gerufen habe...

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Ich werde weiterhin malen, fotografieren und meine Werke ausstellen. Meine Schmuckkollektion um neue "Mini-Paintings & Mini-Photographs", die alle von meinen Originalwerken stammen, erweitern. Mit meinem Award 2011 auf die Suche nach einem Filmproduzenten gehen. Weitere Buchlesungen und Signierstunden sind geplant. Jeden Tag zum Postamt flitzen und Exemplare meines Buches in deutsch und englisch an die LeserInnen versenden, die eine Ausgabe mit persönlicher Widmung wünschen. Mich auf die Art Basel Miami Beach vorbereiten und weiterhin als "Girl Next Door"-Modell für diverse Werbefirmen arbeiten. Mein Leben so genießen, wie ich es die letzten sechs Jahre tat. Und weiterhin 7 Tage die Woche arbeiten, um bestehende Projekte aufrecht zu erhalten und neue zu realisieren. Ich würde mein amerikanisches Leben nie mehr hergeben (lacht).

Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Wenn man nicht scheitern will, dann sind eine Top-Vorbereitung und Erspartes Priorität Nummer 1. Man sollte die englische Sprache einigermaßen gut beherrschen, denn die Berufswelt kennt hier kein Pardon! Das amerikanische Leben ist mit dem europäischen nicht zu vergleichen. Man muss wissen, dass die USA niemanden durchfüttern bis bessere Zeiten für einen kommen. Das neue Leben muss klar definiert sein. Die Jobsuche ist zeitaufwendig und kann oft mehr als frustrierend sein, auch wenn man eine Arbeitserlaubnis oder Greencard hat. Wer eine Firma gründen will, sollte sich genau informieren, denn die Visumsbeantragung ist eine Welt für sich. Man sollte sich nicht scheuen, einen Anwalt zu nehmen, auch wenn er ein kleines Vermögen kostet. Es lohnt sich! Und dann vor allem an sich glauben und sich nicht von Neidern die Motivation nehmen lassen! Oft braucht es Nerven wie Drahtseile und viel Geduld, denn Nichts ist wie Zuhause. Und das ist auch gut so ...

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