15. 06. 2009
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Auswanderer-Porträts

Neustart in Florida

Um ein bisschen Auslandserfahrung zu sammeln, kam Thomas Druck im Oktober 1998 nach Florida. Ursprünglich wollte er nur ein Jahr in Miami bleiben. Inzwischen sind daraus fast elf Jahre geworden, denn er hat sich nicht nur in Florida verliebt, sondern auch in Linda, mit der der selbstständige Immobilienmakler seit 2006 glücklich verheiratet ist.

Autor: Anja Liesner

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Seit Oktober 1998. Als mein damaliger Arbeitgeber ein Büro in Miami eröffnete, habe ich ganz spontan den Geschäftsführer gefragt, ob es dort eventuell eine Position für mich gäbe, und glücklicherweise eine Zusage bekommen.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Nicht wirklich, wobei man dazu sagen muss, dass ich nicht geplant hatte, langfristig hier zu bleiben. Meine ursprüngliche Idee war nur für ein Jahr zu bleiben, um etwas Auslandserfahrung zu sammeln.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Ich hatte lange Zeit ein E2-Visum (durch meinen Arbeitgeber). Das Visum war leicht zu bekommen und leicht zu verlängern, hatte aber den entscheidenden Nachteil, dass es nicht in eine Greencard umgewandelt werden kann. Glücklicherweise ist meine Frau amerikanische Staatsbürgerin, wodurch ich die Greencard bekommen habe.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Seit drei Jahren bin ich als Immobilienmakler tätig und unterstütze meine Kunden beim Kauf und Verkauf von Eigentumswohnungen in Miami Beach. Ich genieße es sehr, selbstständig zu arbeiten. Da ich selbst aus Deutschland komme, habe ich natürlich auch viele Kunden aus Deutschland.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ich habe etwas ganz Neues angefangen. Ich war hier ursprünglich in der Bekleidungsindustrie als Production Manager für eine amerikanische Bekleidungsfirma tätig und jetzt arbeite ich – wie bereits erwähnt – als Immobilienmakler.

Was ist Ihrer Meinung nach der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Deutsche Zuverlässigkeit kommt auch hier gut an. Man muss aber definitiv der amerikanischen Mentalität gegenüber offen sein und sich dem "American Way of Life" anpassen. Wenn man alles genauso macht, wie man es von zu Hause in Deutschland kennt, wird man höchstwahrscheinlich auf großen Widerstand treffen.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Haha ... kommt darauf an, wie man den definiert. Ich war noch nie Tellerwäscher und bin leider noch kein Millionär, also laut dieser Definition wäre die Antwort nein. Wenn man den "amerikanischen Traum" als die Freiheit, zu tun was man will und trotzdem gut davon zu leben, definiert, dann ist die Antwort eindeutig ja.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Das Wetter bzw. die Tatsache, dass man eigentlich nie an das Wetter denken muss. Shorts und T-Shirt sind an 300 Tagen im Jahr vollkommen ausreichend. Die Tatsache, dass ich das Meer und den Strand vor der Tür habe, ist natürlich auch ein positiver Faktor. Seit ich vor 30 Jahren das erste Mal das Meer zu Gesicht bekam, war es mein Traum, am Meer zu leben. Außerdem schätze ich die geografische Lage und die Nähe zur Karibik. Die positive Lebenseinstellung der Leute ist auch immer wieder sehr angenehm.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
In Amerika hat man mehr Freiheit und weniger Bürokratie als in Deutschland.
Hier kann man mit Leistung etwas erreichen, auch ohne das richtige Studium/Diplom absolviert zu haben.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Hauptsächlich meine Freunde, die man natürlich nicht ersetzen kann. Hin und wieder gewisse Lebensmittel, zum Beispiel spezielles Brot und – als Münchner – natürlich die Biergärten.

Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Natürlich, vor allem wenn man Freunde oder Familie vermisst.

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