27. 01. 2011
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Auswanderer-Porträts

Schritt für Schritt nach Amerika

Lars Pottgiesser hat das geschafft, wovon viele Deutsche träumen: Er ist erfolgreich in den USA. Als Sales und Marketing Manager arbeitet der 29-Jährige in Floridas Wirtschaftshauptstadt Miami und hat sich damit einen Traum erfüllt. Doch der Weg zum beruflichen und privaten Glück kam nicht von ungefähr. Mit viel Disziplin und Engagement ging es für den Deutschen Schritt für Schritt zum Erfolg: Nach einem High School Aufenthalt und Bachelorstudium in Missouri folgten der MBA, ein Praktikum und der Berufseinstieg in Tampa bis es schließlich zum Karrierestart nach Miami ging. Im Interview mit Florida Sun berichtet Pottgiesser von der Liebe zu den USA, kulturellen Unterschieden und davon, was es braucht, um hier erfolgreich zu sein ...

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?

Da meine Eltern mich immer zum Reisen motivierten und mein älterer Bruder Torben ein Austauschjahr in Denver, Colorado absolvierte und mich durch seine USA-Geschichten begeisterte, habe ich mich 1998 während meiner Gymnasialzeit in Hattingen, NRW, für das Parlamentarische Patenschafts-Programm http://www.bundestag.de/bundestag/europa_internationales/internat_austausch/ppp/161291.html(PPP) beworben und wurde von Adi Ostertag, MdB, ausgewählt, Deutschland als einer von 360 jungen Botschaftern im Rahmen eines einjährigen High School Austauschjahres zu vertreten und „einen dauerhaften Beitrag zu einer besseren Verständigung zwischen jungen Deutschen und Amerikanern zu leisten“.

Ich wurde also von Sommer 1998 bis Sommer 1999 nach St. Louis, Missouri geschickt und habe dort meine ersten Erfahrungen mit der amerikanischen Kultur gemacht, für die High School Fußball und Tennis gespielt, Englisch gelernt, sehr viele Freunde kennengelernt und meinen amerikanischen High School Abschluss gefeiert.

Dieser Aufenthalt verlief über das J-1 Visum. Ich war sofort von der Offenheit der Amerikaner begeistert und wusste, dass ich nach meinem Abitur und Zivildienst, gerne wieder in die USA zurückkehren würde. Außerdem mochte ich, wie sich die Schulen und Gemeinden durch den Sport identifizieren und zusammenfinden. Da ich schon mein ganzes Leben Fussball spiele, fand ich das amerikanische Model, in dem man Bildung und Leistungssport verbindet, sehr gut und wollte es auch für mich in Betracht ziehen.

Nach Abschluss des Abiturs, Zivildienstes und einer erfolgreichen Fußballzeit in der Oberliga Westfalen hatte ich dann 2002 die Möglichkeit, für die Truman State University in Kirksville, Missouri durch ein sportliches wie akademisches Stipendium zu spielen, darüber die Studiengebühren zu finanzieren und gleichzeitig eine sehr gute Ausbildung von einer der besten Liberal-Arts-Universitäten der USA zu bekommen. Ich habe dann bis 2006 in Kirksville studiert (inklusive eines Auslandssemesters in Sevilla, Spanien im Frühling 2005) und meinen Bachelor in Business Administration mit Schwerpunkt Marketing mit cum laude abgeschlossen.

Die kleinen Klassen und persönlichen Beziehungen zu den Professoren haben mich sehr begeistert. Gleichzeitig hatte ich die Möglichkeit, durch den Fussball viele neue Leute kennenzulernen und viel zu reisen. Durch die Doppelbelastung Uni/Leistungssport musste ich schnell ein Profi im Zeitmanagement werden, da jeden Tag bis zu vier Stunden trainiert wurde, und gleichzeitig ein voller Uniplan anstand. Die Disziplin, die man erlernt, um in der Uni und auf dem Platz Topleistungen zu bringen, hilft mir noch heute sehr weiter.

Während dieser Zeit habe ich das erste Mal einige Zeit in Florida verbracht, da mein Bruder Torben am Tampa General Hospital und an der University of South Florida ein Teil seines Medizinstudiums absolvierte und ich ihn dort für ein paar Tage besucht habe. Sofort gefiel mir die Atmosphäre, der Mix von vielen verschiedenen Kulturen und Sprachen, die lockere Art der Menschen und natürlich das gute Wetter, die zahlreichen Strände und Möglichkeiten, draußen aktiv zu sein.

Während meines Bachelor Studiums an der Truman State University war mir schnell klar, dass ich mein Fachwissen vertiefen wollte und direkt den Master of Business Administration (MBA) abschließen würde.

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