Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich kann es selber kaum glauben, lebe ich doch nun mittlerweile seit 13 Jahren in Miami. Damals kamen mein Mann Yves und ich aufgrund seines Wunsches nach Amerika. Ich wollte eigentlich gar nicht wirklich mit, hatte ich mich doch gerade in Zürich als PR-Beraterin selbständig gemacht und kümmerte mich um das neue Snowboard-Sponsoring von McDonald's, was für mich ein richtiger Traumjob war. Außerdem gefiel mir die tolle Stadt am Zürichsee schon immer hervorragend und Familie und Freunde zu verlassen, fand ich auch nicht gerade verlockend.
Schlussendlich hat dann doch die Liebe gesiegt. Ich hab mir einen Ruck gegeben und mir gesagt: "Jetzt sei nicht so schweizerisch, sondern wage etwas! Zurück kann man ja immer." Und damit war die Sache besiegelt. Yves nahm eine Stelle als SAP-Unternehmensberater bei einer Firma in Fort Lauderdale an und wir bezogen unsere erste USA-Wohnung in einer “Gated Community” in Aventura bei Miami.
War es schwer, das Leben in der Schweiz hinter sich zu lassen?
Als der Entschluss einmal gefasst und die Koffer gepackt waren, ging es ziemlich schmerzlos über die Bühne. Das Ganze wandelte sich eher in ein "Abenteur" oder in eine "große Reise" um. Wir waren damals auch überzeugt, in 2 bis 3 Jahren wieder in die heimische Schweiz zurückzukehren. In den ersten Jahren flog ich jeweils alle drei Monate nach hause, um meine Eltern und Geschwister sowie meine engsten Freunde zu treffen. Außerdem musste ich die Schweizer Vorräte an Schokolade, Aromat, Streumi usw. wieder auffüllen (die gab es nämlich damals hier noch nicht zu kaufen).
Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Mein Mann erhielt sein H-1B Visum von seiner Firma. Und ich durfte als Ehefrau ebenfalls hier leben, jedoch nicht arbeiten. Nach ein paar Jahren machte sich Yves selbständig und wir erhielten ein E2-Investoren-Visum, welches wir auch heute noch haben und alle fünf Jahre neu beantragen müssen.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Anfangs hat sich mein Miami-Alltag nur um die Schweizer Besucher gedreht. Es war ziemlich verrückt: Die Gäste haben sich wortwörtlich die Türklinke in die Hand gegeben. So war ich in null Komma nichts von der PR-Beraterin zur Köchin, Chauffeurin, Hotelmanagerin, Entertainerin, Shopping-Begleiterin und Fremdenführerin "aufgestiegen". Das machte natürlich alles viel Freude, war aber auch sehr anstrengend. Unsere Wohnung in Aventura wurde schnell mal zu eng für all den Besuch und wir kauften ein Haus in Surfside, in welchem wir noch heute wohnen.
Kurz darauf kam dann unsere Tochter Stella Mia auf die Welt und stellte diese auch prompt auf den Kopf. Der kleine Wirbelwind hielt mich ganz schön auf Trab und da mein Mann als Consultant immer unterwegs war, waren die ersten Jahre alleine mit dem Kind sehr ausgefüllt. Das leben mit einem Baby/Kleinkind war für die Schweizer Freunde natürlich nicht mehr so interessant und demzufolge wurde es in dieser Hinsicht etwas ruhiger bei uns. Zum Haushalt gesellten sich als bald eine ganze Bande Katzen.
Die nächste Challenge ließ nicht lange auf sich warten. Mein Mann und ich starteten mit einem Teak-Import ein ganz neues Business. Unsere Liebe zu schönem Holz und den Wunsch, all die Balkone und Terrassen der Amerikaner zu verschönern, brachte uns auf die Idee. Der Anfang war ganz schön hart und wir haben einige Fehler gemacht. Mittlerweile floriert die Infinita Corporation und importiert und vertreibt neben erstklassigen Outdoor-Teak-Möbeln auch viele andere Produkte, welche von nahezu 100 Händlern in den ganzen USA verkauft werden. Neben Kind, Haushalt und Business organisiere ich regelmäßig Movie-Nights, Trunk-Shows, Swap-Parties für meine zahlreichen Miami-Freundinnen - das Organisieren und Hosten bereitet mir viel Vergnügen und die Anlässe machen den Ladies und mir jede Menge Spaß.





