Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Seit März 2005. Der Gedanke kam uns, weil wir die USA schon vorher bereist hatten und hier schnell sehr viele Freunde gefunden hatten, darunter viele Amerikaner.
War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Für meine Frau war es schwieriger als für mich. Die Muttergefühle eben. Unser Sohn lebt in unserem Haus in Bayern und wir haben ihn im Alter von 20 Jahren zurückgelassen. Er hat die Situation sehr gut gemeistert. Mittlerweile ist er 25 und sehr selbständig.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich bin bei der Luftwaffe in Pensacola und dort als Staffelfeldwebel für die deutschen Flugschüler zuständig. Ich war auch an den Hilfsmassnahmen während Hurrikan Katrina in New Orleans beteiligt. Ich war verantwortlich für die Steuerung der deutschen Hilfsmassnahmen und Verteilung der Lebensmittel. Meine Frau ist gelernte Zahnarzthelferin, arbeitet jedoch seit unserer Versetzung nicht in ihrem Beruf. Einmal im Jahr veranstaltet die deutsche Einheit in Pensacola auf der Navy Base ein Oktoberfest, wozu wir 500 US-Gäste einladen.
Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Wir sind mit dem NATO 2 Visum in USA das nächstes Jahr im Oktober ablaeuft.
Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Derzeit bin ich noch als Soldat in meinem alten Beruf. Ich bin nebenbei bei JH Amerika-Heller als Motorrad-Tourguide tätig, für das ich schon USA-Touren geführt habe. Diese Tätigkeit würde ich gerne nach meinem Ausscheiden aus der Luftwaffe im nächsten Jahr weiterführen. Meine Frau und ich sind beide aktive Sportler und Outdoor-Fans.
Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Wie überall auf der Welt: Auf die Einheimischen zugehen und offen für Neues sein.
Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Derzeit ja. Wir sind sehr anerkannt in unserem Bekanntenkreis.
Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Das Wetter und Unabhängigkeit sowie die Anerkennung als Soldat in den USA, was in Deutschland leider immer noch sehr anders ist.
Welche Vorteile hat man in Amerika?
In meinem Beruf hat man als Uniformträger sehr viele Vorteile im alltäglichen Leben, was die Amerikaner als selbstverständlich ansehen.
Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Deutschland kennen?
Nein, aber das liegt wohl an unserer Art, zu leben. Wir essen und trinken, was es hier gibt. Sportlich habe ich mich auf Football und Basketball umgestellt und bejuble die New Orleans Saints und die Boston Celtics.
Gibt es Momente, in denen Sie sich nach Deutschland zurücksehnen?
Ja, wenn wir Kontakt zu unserem Sohn haben und zu den Eltern.
Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Die Verwaltungsangelegenheiten bei den Umzügen und die deutsche Bürokratie, die nicht zum Leben hier passt.
Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Ich möchte als Tourguide oder Reiseleiter arbeiten und deutschen und europäischen Touristen das Land USA nahe bringen, wie es nicht bei McDonalds zu finden ist. Derzeit bin ich auf der Suche nach interessanten Jobangeboten für die Zeit nach meinem Bundeswehreinsatz.
Was raten Sie Leuten, die mit dem Gedanken spielen, nach Amerika auszuwandern?
Loslassen können und nicht allzuviel dem deutschen Bier und und dem Schweinebraten nachweinen.







