09. 07. 2009
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Auswanderer-Porträts

Studieren in Florida: Vom Lernen unter Palmen

Stefanie Jungmann verwirklichte das, wovon viele junge Menschen träumen: ein Vollstudium an einem amerikanischen College. Fünf Jahre lang studierte die Deutsche an der Webber International University in Babson Park in Zentralflorida. Auf dem Lehrplan? Die typisch amerikanische Campus-Atmosphäre und der unverwechselbare Charme des Sunshine States! Heute denkt die 29-Jährige, die mittlerweile als Management Consultant in Österreich arbeitet, noch gerne an ihre Studienzeit in Florida zurück.

Autor: Sarah Czuratis

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Wie kamen Sie auf die Idee, in Florida zu studieren?
Durch ein Gespräch mit einer Bekannten, die selbst mal in Florida studiert hatte, kam ich auf die Idee, mich dort an einer Universität zu bewerben. Sie machte mich darauf aufmerksam, dass man sich das Studium dort durch Sportstipendien zumindest teilweise finanzieren kann. Da ich selbst Tennis spiele, bewarb ich mich auf ein Tennisstipendium.

Was haben Sie studiert?
Ich habe einen B. S. (Bachelor of Science) in International Business als Hauptfach und Hotelmanagement als Nebenfach absolviert und einen MBA (Master of Business Administration) mit Schwerpunkt Management gemacht.

Seit wann und wo waren Sie in Florida und wie lange dauerte Ihr Studienaufenthalt?
Ich habe meine komplette Studienzeit an der Webber International University in Babson Park verbracht, das liegt zwischen Tampa und Orlando. Angefangen hat das Studium im August 2001. Den Bachelor inklusive eines Praktikums habe ich im Dezember 2004 beendet. Der MBA dauerte von Februar 2005 bis Juli 2006.

Wie haben Sie Ihren Studienplatz bekommen?
Ich habe mich direkt an der Universität beworben. Bewerbungsunterlagen, übersetzte Abiturzeugnisse und TOEFL-Test mussten eingereicht werden und wurden ausgewertet. 

Welche Vorbereitungen mussten Sie vor Ihrer Abreise treffen?
Vor meiner Abreise musste ich beim amerikanischen Konsulat in Frankfurt ein Visum beantragen. Die Unterlagen hierzu bekam ich von der Universität zugeschickt. Des Weiteren habe ich mich um ein Zimmer im Studentenwohnheim direkt auf dem Campus bemüht. Denn mir fehlte die Zeit, mich vorher vor Ort um eine Wohnung zu kümmern. So konnte ich direkt in ein möbliertes Zimmer einziehen und hatte Zeit, mich nach meiner Ankunft in Florida erst mal um ein Auto zu kümmern. Ohne Auto ist es in Amerika nahezu unmöglich, sich fortzubewegen.

Mit welchen Erwartungen sind Sie nach Florida gekommen?
Meine Erwartungen an Florida waren immer schönes Wetter, Strand, Meer, Palmen und Mickey Mouse.

Ihre ersten Eindrücke von Florida?
Da ich im August ankam, war es sehr heiß und ich heilfroh, dass es in den Räumen eine Klimaanlage gab. Was mich beeindruckt hat, waren die sinnflutartigen Regenfälle, die nachmittags vom Himmel kamen und für diese Jahreszeit normal sind. So hatte ich mir den Monsunregen in Indien immer vorgestellt.

Wie sah Ihr typischer Studentenalltag in den USA aus?
Ich hatte normalerweise von 8 und 15 Uhr meine Kurse, zum Teil auch abends zwischen 18 und 21 Uhr. Pro Semester habe ich fünf bis sechs Kurse belegt. Nachmittags hatte ich zwischen 15.30 und 17.30 Uhr Tennistraining mit der Mannschaft. In der Vorbereitungssaison wurde morgens vor der Uni noch Konditions- und Muskelaufbautraining absolviert. Um mir etwas Geld dazuzuverdienen, habe ich – wenn möglich – noch ein paar Stunden „Work Study“ auf dem Campus gemacht (ein Programm, das Studenten die Möglichkeit zum Jobben an ihrer Universität bietet.) Zu meinen diversen Jobs in der Studienzeit war von Burgerverkaufen über administrative Jobs bis hin zu Fitnessraumputzen eigentlich alles dabei.
Der Studienalltag war sehr voll gepackt, und man musste bei dem Aufwand sehr diszipliniert sein, um die Uni „nebenher“ meistern zu können. Zugegebenermaßen war es nicht immer ganz einfach.

Wie unterscheidet sich das Studium in den USA von dem in Deutschland?
In den USA ist meiner Meinung nach alles verschulter und praxisorientierter als in Deutschland. Zu fast jedem Studienfach gehörte eine Teamarbeit, die am Ende des Semesters präsentiert werden musste. Diese wurde oftmals anhand von praxisbezogenen Beispielen durchgeführt, teilweise direkt in Kooperation mit Firmen. Auch sonst waren beispielsweise Powerpoint-Präsentationen von Anfang an ein Muss.

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