09. 07. 2009
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Auswanderer-Porträts

Studieren in Florida: Vom Lernen unter Palmen

Autor: Sarah Czuratis

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Was machten Sie in Ihrer Freizeit in Florida?
Wenn an den Wochenenden Zeit war, sind wir oft nach Orlando gefahren. Dort gibt es diverse Malls, Downtown Disney, Citywalk und vieles mehr. Oder wir fuhren nach Clearwater Beach an den Strand und manchmal nach Miami, um Freunde zu besuchen. Wir machten auch Ausflüge nach Sanibel Island zum Kanufahren. Ich muss allerdings zugeben, dass ich selten viel Zeit hatte. Durch das Tennis waren die Wochenenden zumindest im Frühjahrs-Semester für Turniere verplant. Wenn ich unter der Woche Freizeit hatte, habe ich mich abends mit Freuden zum Grillen verabredet.

Was haben Sie am meisten am Studium und am Leben in Florida genossen?
Ich habe sehr viele Freunde fürs Leben gewonnen, die aus den unterschiedlichsten europäischen Ländern stammen. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, Tennis und Studium verbinden zu können. Das hat mir einen guten Ausgleich geboten. Florida hat viel zu bieten. Das Wetter ist immer schön und die Menschen sehr freundlich.

Haben Sie Dinge vermisst, die Sie aus Deutschland kennen?
Man kann die USA und Florida schwer mit Deutschland vergleichen. Was ich vermisst habe, ist zum Beispiel die deutsche Esskultur. In Amerika geht man zum Essen meist in ein Restaurant. Man wartet manchmal bis zu anderthalb Stunden auf einen Tisch und bekommt noch mit dem Essen die Rechnung serviert. Das "Socializing" kommt so zu kurz. Es gibt in Florida auch kaum Cafés, in denen man sich nachmittags einfach mal mit Freunden verabreden kann. Es gibt im Übrigen in den seltensten Fällen einen richtigen Stadtkern, in dem so etwas überhaupt möglich wäre.

Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Schwierigkeiten waren, dass man ohne Auto nirgendwo hinkommt, sich erst mal an der Uni zurechtfinden, einen Führerschein machen und Versicherungen abschließen muss – eigentlich alles, was mit Bürokratie zu tun hat. Man muss all diese Dinge erst einmal herausfinden und sich durchfragen.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Nach meinem Studium habe ich sehr schnell einen Job als Management-Beraterin in einer Consultingfirma bekommen. Ich arbeite mittlerweile seit knapp drei Jahren in dieser Firma.

Was raten Sie Leuten, die in den USA studieren möchten?
Mittlerweile hat sich sicherlich vieles geändert. Aber man sollte sich z. B. genau erkundigen, welche Möglichkeiten es für Stipendien gibt. Es gibt oft mehr Optionen, als man denkt. Zudem ist jede Universität anders. Daher würde ich raten, sich an unterschiedlichen Unis zu bewerben und genau auszuloten, was möglich ist.
Ein ausländischer Student darf in Amerika leider nicht außerhalb des Campus arbeiten. Wenn man sich noch etwas Geld dazuverdienen möchte, unbedingt die "Work Study" an der Uni in Anspruch nehmen. Ich habe es damals erst zu spät erfahren, dass man so etwas machen kann.
Auch sollte man sich direkt vor Ort ein amerikanisches Mobiltelefon zulegen. Es ist in den USA im Vergleich zu Deutschland sehr günstig, ein Mobiltelefon zu besitzen. Manchmal muss man allerdings mit 500 Euro Kaution rechnen, wenn man noch keine "Credit History" hat. Um nach Deutschland zu telefonieren, sollte man unbedingt Telefonkarten nutzen, die auch von jedem US-Handy funktionieren. Auf diese Weise spart man viele Kosten.

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