20. 06. 2009
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Auswanderer-Porträts

Tausche Schweizer Berge gegen Strände Floridas

Vor über zehn Jahren brach die Unternehmerin Karin Andersen-Haueter mit ihrem amerikanischen Ehemann vom kalten Zürich in die Sonne Miamis auf. Heute genießt die Schweizerin ihr Leben im Sunshine State in vollen Zügen. Gekonnt balanciert sie nicht nur Beruf und Familie, sondern auch ihre Freizeit zwischen den Stränden Floridas und den Bergen der Schweiz.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich lebe seit 1995 in Miami. In den vier Jahren zuvor habe ich mit meinem amerikanischen Mann in Zürich gelebt, bis wir uns entschlossen hatten, in seine Heimatstadt Miami zurückzukehren.

War es schwer, das Leben in der Schweiz hinter sich zu lassen?
Ja, natürlich. Man hatte ja in der Schweiz ein geregeltes Leben, eine gute berufliche Laufbahn usw. In einem anderen Land muss man schließlich wieder neu anfangen. Das war sicherlich auch eine Herausforderung.

Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Ich besaß zum Zeitpunkt der Auswanderung bereits die Green Card. Nach ein paar Jahren erhielt ich dann noch zusätzlich die amerikanische Staatsbürgerschaft. Heute besitzen mein Mann, unsere Zwillinge und ich die doppelte Staatsbürgerschaft – die der Schweiz und der USA.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich bin Inhaberin einer DMC Firma, also einer Destination Management Company. Wir betreuen die Kunden europäischer Reiseveranstalter. Diese Kunden verbringen ihren Urlaub in Nordamerika, Kanada oder einem Teil der Karibik. Unsere Firma besteht seit über 12 Jahren und es macht mir großen Spaß, immer wieder neue Herausforderungen im Bereich Corporate Events, Incentives und Spezialgruppen zu organisieren. Unser mehrsprachiges Team in den verschiedenen Städten der USA (u.a. New York, San Francisco und Los Angeles) sowie unser Team in Miami arbeitet mit viel Engagement, um unseren europäischen Besuchern einen schönen USA-Aufenthalt zu bieten.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ich gehe dem alten Beruf nach, da ich bereits in der Schweiz im Tourismus-Bereich gearbeitet habe.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Wenn man Erfolg haben möchte, zählen die Faktoren Beständigkeit, Optimismus und Zuverlässigkeit. Für mich sind das jedoch die gleichen Faktoren wie in Europa.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"?
Ja, schon. Wir haben ein schönes Eigenheim in Coral Gables, genügend Freizeit um die Strände und Everglades zu genießen, Freiraum mit meiner eigenen Firma. Unsere Kinder sind in einer internationalen Schule und wir haben einen netten Bekanntenkreis. Mittlerweile haben wir uns ein ähnliches Umfeld wie in der Schweiz aufgebaut.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Natürlich das schöne Wetter. Man muss da bei so vielen Sonnenstunden einfach immer zufrieden sein.

Welche Vorteile hat man in Amerika?
Ich denke, dass man sich einfacher selbständig machen kann. Mit dem richtigen Elan kommt man hier gut weiter.

Vermissen Sie Dinge, die Sie aus der Schweiz kennen?
Ich vermisse die Landschaft, die Berge und das Skifahren. Daher fliege ich auch mehrmals im Jahr in die Schweiz, auch aus geschäftlichen Gründen natürlich.

Gibt es Momente, in denen Sie sich nach der Schweiz zurücksehnen?
Aber ja. Heimweh kommt immer am 1. August, an unserem Nationalfeiertag, auf. Oder, wenn der Frühling im Tessin beginnt. Ich habe mir daher ein Stück meiner Heimat nach Miami geholt. Ich wurde vor fünf Jahren Präsidentin des Swiss-American Club Miami und bin zudem Mitglied des Swiss-American Chamber of Commerce. Wir haben eine herzliche Zusammenkunft unter uns Schweizern hier in Miami aufgebaut und pflegen denn auch ein wenig unsere Traditionen, wie eben den Nationalfeiertag oder sogar mal ein Picknick, wo es denn Bratwürste vom Grill gibt.

Was waren die größten Schwierigkeiten, mit denen Sie zu kämpfen hatten?
Eigentlich keine. Man muss wie überall das Positive sehen und vorwärts schauen.

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