05. 04. 2011
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Auswanderer-Porträts

Unternehmensgründer im Sonnenstaat

Es war ein neues Abenteuer, eine wahre Herausforderung. 2003 zogen Katja Rauhe und ihr Mann Sascha nach Memphis/Tennessee, um dort den Sprung in die amerikanische Selbstständigkeit zu wagen. Mittlerweile hat das Unternehmer-Ehepaar ein zweites Büros in Fort Lauderdale und lebt mit seinen zwei Söhnen im sonnigen Dania Beach.

Autor: Sarah Czuratis

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Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Mein Mann und ich leben seit Ende 2003 in den USA. An Auswanderung dachte keiner von uns beiden. In die USA zu gehen war vielmehr ein Abenteuer. Der Plan war, vorerst nur zwei bis fünf Jahre zu bleiben.
Mein Mann - und später auch ich - arbeiteten für eine junge, kleine IT-Firma in Deutschland, die sich aus einem Projekt heraus auf SAP-Consulting spezialisiert hatte. Die erste Möglichkeit, die wir in Angriff nehmen wollten, war nach Australien zu gehen. Leider fiel das Projekt ins Wasser und nach kurzer Enttäuschung kam dann ganz schnell die zweite Chance, welche uns innerhalb von ein paar Wochen nach Memphis, Tennessee brachte.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Überhaupt nicht. Alles war aufregend und neu und eine echte Herausforderung. Ich war gelangweilt in meinem vorherigen Job, wir hatten noch keine Kinder und somit war das Timing perfekt. Selbstverständlich war das erste Jahr sehr hart, wenn man so ohne Hilfe und Erfahrung eine Firma gründet in einem fremden Land. Aber wir waren sehr motiviert und arbeiteten hart, fanden schnell Anschluss und waren begeistert von der Freundlichkeit und der Gastfreundschaft, die uns im „Mid-West“ entgegenschlug.
Natürlich vermissen wir unsere Freunde und Familie, aber wir hatten immer reichlich Besuch und fliegen jedes Jahr nach Hause.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen?
Nachdem die Firma gegründet war, konnten wir nach schwierigen acht Monaten das Visa-Waiver-Program durch ein L1-A/L-2 Visum eintauschen, was zu Beginn nur einige Monate gültig war. Parallel zur Verlängerung beantragten wir durch die Firma unsere Permanent Residency (Greencard), die wir 2005 nach relativ kurzer Zeit erhielten. Mein Mann ist zurzeit im Prozess, die doppelte Staatsbürgerschaft zu beantragen. Ich selbst muss die deutschen Behörden noch davon überzeugen, dass ich die deutsche Staatsbürgerschaft behalten kann, wenn ich die Amerikanische annehme.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Wir sind nach wie vor im SAP-Bereich selbständig tätig, haben zu dem Büro in Memphis 2008 ein zweites Büro in Fort Lauderdale eröffnet. Seit 2009 biete ich über meine eigene Firma verschiedenen Klienten Business Consulting an, hauptsächlich in den Bereichen Firmengründung, US-Einwanderung, Marketing, Social Media, Übersetzung und diverses Administratives wie Gehaltsabrechnung, Steuerangelegenheiten oder Vertretung als Registered Agent. Zudem ich bin Notary Public in Florida. 

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ich komme ursprünglich aus dem Einzelhandel. Ich war zehn Jahre bei der Kaufhof/Metro-AG tätig, habe also in den USA eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Man nennt Amerika nicht zu Unrecht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Mut, Fleiß, Freundlichkeit, Höflichkeit und Ausdauer. Sich nicht so einfach geschlagen geben. Man muss schon etwas pfiffig sein, eine positive Einstellung und am besten eine gute Business-Idee haben. Leider kommt man hier ohne Beziehungen nicht sehr weit. Und an Glück darf es auch nicht fehlen.

Leben Sie jetzt „den amerikanischen Traum“?
Darüber habe ich nie nachgedacht. Wenn ich mir meine momentane Situation anschaue, muss ich die Frage eindeutig mit „Ja“ beantworten.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Wie die meisten Menschen das Wetter und das Karibikfeeling hier an der Süd-Ost-Küste. Das ist nicht zu vergleichen mit der Golfseite oder Orlando. Wir wohnen nur zwei Minuten vom Atlantik entfernt, haben tolle Strände und 90 Prozent der Tage sind sonnig und warm. Allerdings finde ich auch die Multi-Nationalität sehr interessant und liebe den äußerst hohen Freizeitwert in Miami und Fort Lauderdale. Wir wohnen genau zwischen den beiden Orten.

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05. 04. 2011
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