Seit wann leben Sie in den USA und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
1993 bin ich zum Urlaub nach New York City geflogen. In dieser Woche hat sich mein Leben geändert. Ich traf zufällig auf der Fifth Avenue Studienfreunde von der European Business School in London, die mir anboten, ihre Schmuckfirma in Amerika aufzubauen. Noch während meines Urlaubs habe ich eine Wohnung in Manhattan gefunden und zog einen Monat später von Europa nach Amerika.
War es schwer, das Leben in Ihrer Heimat hinter sich zu lassen?
Ich fühlte mich eigentlich schon immer als “Citizen of the World.” Meine Eltern sind Deutsche, ich bin in Belgien geboren und aufgewachsen, habe in Deutschland Abitur gemacht und schließlich in London, Madrid und Paris studiert. Während meiner Kindheit bin ich zudem viel mit meinen Eltern gereist. Somit war für mich der Umzug nach New York City nicht schwierig, sondern eher eine weitere Herausforderung.
Sind Sie über ein Visum oder über die Green Card in die USA gekommen?
Mit der Gründung meiner Firma “KWM Exclusives, Inc.” habe ich ein Investoren-Visum erhalten.
Was machen Sie jetzt in den USA?
Meine Firma “KWM Exclusives, Inc.” vertritt europäische Unternehmen und Designer in Amerika und vermarktet bzw. vertreibt ihre Produkte hier. Ich spezialisiere mich auf Luxuskonsumgüter und seit 12 Jahren speziell auf die Schmuckbranche.
Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Nach meinem Abschluss der “European Business School” in London arbeitete ich bei Aldi GmbH & Co. KG als Assistent des Verwaltungsrates und wurde eingearbeitet, um Geschäftsführer zu werden. Als ich 1993 nach Amerika kam, habe ich also etwas ganz Neues begonnen, wobei meine Ausbildung in der Business School sowie meine Berufserfahrungen bei Aldi unentbehrlich waren.
Was ist der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Um in Amerika Fuß fassen zu können, sollte man genau so offen wie die Amerikaner sein. Es ist wichtig, die Arbeitsmentalität zu verstehen und sich dieser anzupassen, Kontakte zu pflegen und zu nutzen. Durchsetzungsvermögen darf einem nicht fehlen. Aber ein Europäer darf seine Kultur und seine Erziehung nicht aufgeben, denn sie macht den Unterschied und bringt den Erfolg in Amerika.
Leben Sie jetzt “den amerikanischen Traum”?
Der “Amerikanische Traum” bezeichnet den in der hiesigen Gesellschaft fest verankerten Glauben, dass jeder durch harte Arbeit und eigene Willenskraft sein Leben verbessern kann. Ich denke, es gehört mehr als Willenskraft dazu. Der richtige Moment, die richtige Idee, die richtigen Beziehungen und das richtige Startkapital. Das sind nur einige der Grundlagen, die einem dabei helfen können, den “American Dream” zu erreichen. Ich habe mir schon einen Teil meiner Träume erfüllt, arbeite aber stets weiter für noch mehr Erfolg.
Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Nachdem ich 10 Jahre in New York City gearbeitet und das Stadtleben genossen habe, bin ich nach Florida gezogen, um auch ein Leben nach der Arbeit zu haben: Sport und Strand, größere Wohnung und mehr Zeit für mich selbst. Dank der guten nationalen und internationalen Flugverbindungen von Miami kann ich mein Geschäft problemlos von hier aus führen.
Welche Vorteile hat man in Amerika?
Hier hat man die Möglichkeit, aus eigener Kraft und ohne die europäischen Verwaltungshindernisse seine eigene Firma zu gründen.
Vermissen Sie Dinge, die Sie aus Belgien kennen?
Das belgische Wetter vermisse ich bestimmt nicht (lacht). Internet und Flugzeug erlauben mir, den Kontakt mit Familie und Freunden aufrecht zu erhalten. Miami hat inzwischen auch kulturell immer mehr zu bieten.






