Auswanderer-Porträts
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Wahlheimat Florida

Peter Resch kam bereits als Zwölfjähriger mit seinen Eltern nach Amerika. Inzwischen ist Florida das neue Zuhause des Dozenten für Betriebswirtschaftslehre. Obwohl er als echter Global Player bereits in zwölf Ländern gelebt und gearbeitet hat, zieht es ihn immer wieder zurück in seine neue Heimat Miami. Aus gutem Grund.

Autor: Anja Liesner

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Seit wann leben Sie in den USA, und wie kamen Sie auf den Gedanken auszuwandern?
Ich kam bereits im Alter von knapp zwölf Jahren mit meinen Eltern in die USA. Damals sind meine Eltern ausgewandert, und so hatte ich eigentlich keine große Wahl. Die letzten beiden Jahre des Gymnasiums habe ich dann wieder in Deutschland absolviert und dort auch das Abitur gemacht. Danach zog ich nach New York, um zu studieren und meine professionelle Karriere zu beginnen. In Miami und Florida bin ich seit etwa fünf Jahren, und mittlerweile ist dies hier mein Zuhause.

War es schwer, das Leben in Deutschland hinter sich zu lassen?
Als Jugendlicher ist es natürlich wesentlich einfacher, in ein anderes Land zu ziehen. Am Anfang habe ich natürlich meine Schulfreunde und meine Großeltern sehr vermisst. Auf der anderen Seite war es auch ein großes Abenteuer, nach Amerika umzusiedeln. Zum Glück arbeitete meine Schwester bei einer Fluggesellschaft, so konnten wir regelmäßig nach Deutschland fliegen.

Sind Sie über ein Visum oder über die Greencard in die USA gekommen? Durch meine Eltern besitze ich seit früher Kindheit eine Greencard. In dieser Hinsicht hatte ich also großes Glück.

Was machen Sie jetzt in den USA?
Ich bereite gerade mein "Research Proposal" für das Doktorstudium vor, welches ich im kommenden Herbst beginnen werde. Zudem bin ich als Dozent für Betriebswirtschaft für zwei Universitäten in Europa und Amerika unterwegs.

Gehen Sie Ihrem alten Beruf nach oder haben Sie etwas ganz Neues angefangen?
Ich bin über Umwege zu meinem jetzigen Beruf gekommen. Vorher war ich in einer Unternehmensberatung tätig und bin dann durch Zufall zur Hochschullehre gekommen. Ich erhielt vor ein paar Jahren die Einladung, an einer Universität zu unterrichten. Als Dozent zu arbeiten war mir bis zu diesem Zeitpunkt nie in den Sinn gekommen. Nach kurzem Überlegen sagte ich aber zu. Natürlich war es auch eine Hilfe, dass mein Chef, der Leiter der Business School, auch aus Deutschland kam. Ich unterrichte sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa, und es macht sehr viel Spaß. Man ist geografisch sehr flexibel – und das gefällt mir.

Was ist Ihrer Meinung nach der Erfolgsfaktor, um in Amerika Fuß zu fassen?
Ich glaube, es gibt drei Erfolgsfaktoren. Der erste ist Eigeninitiative. In Amerika muss man sich Möglichkeiten erarbeiten und, wenn sie da sind, zugreifen. Man bekommt hier nichts auf dem Silbertablett präsentiert. Der zweite Faktor ist eine gute Ausbildung oder Kenntnisse in einem bestimmten Bereich zu haben – handwerklich oder akademisch. Mit anderen Worten: Man muss irgendetwas gut können und muss dies dann auch konsequent umsetzen. Der dritte Erfolgsfaktor ist die Einstellung. Hier funktionieren die Dinge anders als in Deutschland – und das muss man so akzeptieren. Mit der Einstellung "zu Hause ist alles besser" kommt man hier nicht weit.

Leben Sie jetzt "den amerikanischen Traum"? 
Ob der Traum amerikanisch ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht aber, dass ich meinen Traum lebe, und Amerika hat mir dafür sehr viele Grundlagen geschaffen.

Was genießen Sie am meisten am Leben in Florida?
Auf der einen Seite genieße ich natürlich das Klima und das Meer, die frische Luft und die tollen Wassersportmöglichkeiten. Mir gefällt auch der ungezwungene Lebensstil in Amerika sehr gut. Auch der große lateinamerikanische und der karibische Einfluss, besonders hier in Miami, sind ein weiterer Pluspunkt. Außerdem gefällt mir die geografische Lage, man ist recht schnell in New York, in der Karibik oder Lateinamerika.

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Leserkommentare (2)
Joel (03.04.2009 20:46)

Beneidenswert... so ein Leben hätte ich auch gerne. Er muss sich auf jeden Fall nicht mit dem klassischen 9 to 5 rumschlagen :-) und sieht viel von der Welt. Alles richtig gemacht würde ich sagen... Viel Erfolg bei Deiner Doktorarbeit...

Alexandra (03.04.2009 20:37)

Sehr sympathischer Mensch. Ich finde das Interview sehr informativ und witzig. Besonders der Teil in dem er seine "Startschwierigkeiten" in Amerika beschreibt. Ich bin mir sicher, dass viele Auswanderer mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten, und sich in dem was er sagt wiederfinden können. Das ging mir zumindest so :-)

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